Hunde Wer hat die Schnauze vorn?

© Foto: Angela Steidle
Metzingen / Angela Steidle 07.06.2015
Metzingen und Umgebung suchte "den schnellsten Hund" und bekam am "Tag des Hundes" auf dem VdH-Gelände - frei improvisiert - eine Show geliefert, die Vier- und Zweibeinern tierisch viel Spaß machte.

Kein einziger Greyhound auf der 50-Meter-Bahn. Das ist auch gut so. Beim Hunderennen zum deutschlandweiten „Tag des Hundes“ auf dem Gelände des Vereins der Hundefreunde Metzingen VdH hatten Hunde, Halter und Zuschauer in erster Linie tierisch viel Spaß. Wobei das mit dem „Halter“ und dem „Rennen“ bisweilen skurrile Züge annahm: Der „Halter“ hatte alle Hände voll zu tun, die Vierbeiner der Rennklassen „klein, mittel und groß“ am Start hinter der Zeitschranke zu halten. Das Wettkampf-Reglement sah vor, dass „Herrchen“ oder „Frauchen“ als erste mit mehr oder weniger rekordverdächtigen Zeiten über die Distanz spurteten, um dann am Ende der Bahn ihren „Fifi“ nach Kräften zu locken.

Auf die turbulenten Trainingsläufe folgte ein spannendes Qualifying. Die Sieger (siehe Info-Kasten)hatten sich quasi im Flug und mit wehenden Ohren mit den Hinterbeinen selbst überholt und waren im Ziel „stolz wie Harry“.

Glück hatte der Metzinger VdH mit einer ganz besonderen Premiere: Die junge Zuchtgruppe Baden-Württemberg Nord der „Zughundgruppe des Schweizer Sennhund Vereins“ hatte in einem Intensiv-Programm eigens für das Metzinger Event eine Parade mit acht Gespannen einstudiert. Angelehnt an eine Schweizer Tradition: um 1900 zogen die Berner und Entlebucher Sennenhunde der entlegenen Höfe einen Wagen hinter sich her, mit dem sie selbstständig und im Alleingang die Milch vom Hof in die Käserei im Tal brachten und wieder zurück. Ein Sennhund kann bis zum Dreifachen seines Körpergewichts ziehen, erklärte VdH-Vorstand Uwe Weippert. Allein das Training mit dem Wagen sei eine Herausforderung. Laut Zughundeverordnung dürfen die Tiere bei Außentemperaturen über 25 Grad nicht mehr an den Start. Deshalb waren sie gestern gleich als erstes dran.

Parallel zu den Trainingsläufen fürs Hunderennen liefen sich die Turnierhundesportler des VdH-Metzingen warm. Beim Combinations Speed Cup CSC, einer Art Mannschafts-Staffellauf, rennt nicht nur der Vierbeiner, sondern auch der Zweibeiner durch einen ausgedehnten Geschicklichkeits-Parcours. Ein rasanter Wettstreit, bei dem es um Geschicklichkeit, Teamarbeit und Geschwindigkeit geht. Die Spitzenperformance der „Leichtathletik mit Hund“, und nur ein Teil des teambasierten Programms des VdH Metzingen für alle Hunderassen, Leistungsstufen und Altersklassen bei den Besitzern. Mit einer sehr bunte Mischung vom Welpengarten über den Jugendkurs, die Familienhundegruppe, den Turniersport bis zur Begleithundeausbildung.

Mit ausgesprochen großer jugendlicher Beteiligung. „Das ist uns sehr wichtig. Auch dass die Eltern dahinter stehen“, betont Judith Gugel vom VdH, „die Freiräume in der Stadt werden immer enger. Eine Grundausbildung für den Hund und Toleranz beim Halter gehören zum Mindesten.“ In den wenigsten Fällen tue ein Hund heute noch das, wofür er gezüchtet war, erklärt Judith Gugel, „er hat eine soziale Funktion als Begleiter. Tatsächlich kann ein Hund aber viel mehr. Wenn man sich einen holt, sollte man einplanen, dass man die nächsten zehn Jahre etwas mit ihm erleben will".

Neu im Metzinger Ausbildungsplan ist das Thema „Obedience“. Eine Bewegung aus Skandinavien, bei der Kopfarbeit, Präzision und Teambildung im Vordergrund steht sowie die Fähigkeit, einander wortlos „lesen zu können“.


Die Ergebnisse:


Klasse small: 
1.Platz Franziska Wilfinger aus Horb mit Yorkshire-Terrier „Jack“ (5,6 Sek.); 2. Platz Steffi Schlüter mit Mischlingshündin „Suki“ aus Metzingen (5,7 Sekunden); 3. Platz Manuela Poppke aus Dettingen mit Dt. Jagdterrierhündin „Kira“ (5,8 Sekunden).


Klasse medium: 
1. Armin Mayer aus Rottenburg mit Australian Shepherdhündin „Fay“ (4,8 Sekunden); 2. Julian Steininger aus Riederich mit Labrador „Sammy“ (5,8 Sekunden); 3. Volker Weiss aus Reutlingen mit Deutscher. Pinscher „Cyra“ (6,0 Sekunden).


Klasse large: 
1. Sarah Bader, Baltringen mit Mischlingshündin „Nahla“ (4,5 Sekunden); <QA0>
2. Sabine Siebeck aus Reutlingen mit Border Collie „Chap“ (4,7 Sekunden); <QA0>
3. Andrea Maier, Ebhausen, mit dem Altdeutschen Hütehund „Bertil“ (5,0 Sekunden).




 

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