Laufereignis Wenn sonntags die Rekorde purzeln

Metzingen / Von Peter Swoboda 09.07.2017

Wieder mal konnten die Organisatoren des Ermstal-Marathons mit einer Rekord-Teilnehmerzahl aufwarten. 2363 Läufer begaben sich am Sonntag in den verschiedenen Kategorien auf die Strecke durch das Ermstal. Im vergangenen Jahr waren es 2310. Angesichts des anhaltenden Booms fragt man sich als Außenstehender, wann die Kapazitätsgrenze wohl erreicht sein wird. Wie dem auch sei, das Gedränge bei Start und Ziel für die Marathonis und Halbmarathonis in Metzingen war zwar groß, aber noch nicht zu groß.

Zwei Stunden vor dem Start schien es noch so, als könnten die Bedingungen ideal werden. Es gab leichten Regen und eine Temperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Auch Metzingens Läufer-Urgestein Gerd Schramm hatte da noch Hoffnung, um 20 Minuten vor dem Start auf dem Metzinger Kelternplatz feststellen zu müssen, dass der Regen längst aufgehört und die Sonne immer mehr zum Vorschein kam. Mit seinen mittlerweile 74 Jahren wagte Gerd Schramm noch mal einen Halbmarathon.

Den Startschuss in der Sieben-Keltern-Stadt gab Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Er hatte es vorgezogen, dieses Jahr nicht an den Start zu gehen, da er sich einfach nicht fit fühlte für einen Zehn-Kilometer-Lauf.

Entlang der Strecke war das Interesse an dem Laufereignis wieder riesengroß. Immer wieder waren Pulks von Zuschauern zu sehen, die die Läufer mit Beifall und aufmunternden Worten unterstützten. Als die Marathonis den beliebten Wasser-Stützpunkt unterhalb der Dettinger Gaststätte „Schützenhaus“ passierten, war das Wetter bereits drückend heiß und schwül. Dennoch gab es Teilnehmer, die die Annahme eines Wasserschwamms verweigerten. Jeder muss eben selbst wissen, was ihm gut tut. Eine ganz besondere Herausforderung suchten offenbar vier Feuerwehrleute, aus unterschiedlichen Wehren des Landkreises. Sie machten sich in voller Montur inklusive Sauerstoffflasche auf die Zehn-Kilometer-Strecke. Ob die Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz so etwas gerne sehen sei dahingestellt. Die Löschmänner liefen immerhin für einen guten Zweck.  Das DRK jedenfalls war mit rund 56 Leuten, vier Rettungswagen, zwei Krankentransportern sowie zwei Notärzten im Einsatz. Und das war auch gut so. Laut Einsatzleitung Andrea Reiprich und Daniel Schnell mussten sie 14 Mal Hilfe leisten. Drei Läufer mussten sogar ins Krankenhaus gefahren werden. Vor allem den Zehn-Kilometer-Lauf betrachten sie mit Vorbehalt. „Viele Teilnehmer“, sagt Daniel Schnell, „unterschätzen diese Strecke, denken, sie könnten das eben mal so bewältigen.“ Schnell bezeichnet diese Art von Läufern als „Amateure“.  „Die“, bekräftigt Andrea Reiprich, „bereiten uns Sorgen.“ Von Seiten der Organisatoren wusste Michael Koch von keinen größeren Problemen zu berichten. Rund 300 Helfer waren im Einsatz, und im Großen und Ganzen habe alles geklappt. Immerhin hatten sie eine kurze Nacht, bereits um 4 Uhr trafen sich die ersten zum Aufbau.

Zwischen den letzten Zielankünften der Marathonis und dem Beginn der Schülerläufe unternahm Johnny Kpalete aus Riederich  noch einen Rekordversuch im Klimmzügemachen und in die Händeklatschen. Die bisherige Bestmarke lag bei 30 Klimmzügen pro Minute. Kpalete schaffte 32. Ein Rekord für das Guinessbuch ist diese Bestmarke freilich nicht, weil es sich um keinen offiziellen Versuch handelte. Immerhin aber hat Johnny Kpalete einen inoffiziellen Weltrekord aufgestellt.

Die 9. Auflage des Ermstalmarathons

Der Ermstalmarathon ist mittlerweile etabliert, hat sich in Läuferkreisen einen Namen gemacht. Und aus den Veranstaltungskalendern in der Region ist er nicht mehr wegzudenken.

Auch in seiner 9. Auflage  kommt die Veranstaltung duch die Vielfalt der Angebote weiter attraktiv daher: Marathon, Halbmarathon, Zehn-Kilometerlauf, Nordic-Walking und Schülerläufe.

Nach wie vor sind neben der Leichtathletik-Abteilung der TuS Metzingen  die LG Dettingen und der TSV Urach im Veranstalterboot.