Für zwei Tage waren sie der Star: 154 Hühner von ganz klein bis riesengroß, Enten und Tauben. Einerseits wurden sie von Preisrichtern ganz genau unter die Lupe genommen und bewertet, auch die Mitglieder befreundeter Züchtervereine schauten sich um: „Man muss ja schauen, was die Konkurrenz so macht“, meinte ein Neuhauser lachend. Doch die jährliche Ausstellung des Geflügel- und Vogelschutzvereins zieht nicht nur Fachpublikum an: Gerade bei Familien ist ein Besuch der Ausstellung und der weitläufigen Anlage mit einer Vielzahl an Tieren sehr beliebt.

Allein 150 Hühner, Tauben, Gänse und Enten besitzt derzeit Vereinsvorsitzender Klaus Müller, ein zeitaufwändiges Hobby: Täglich ist er rund eine Stunde auf der Anlage, am Wochenende deutlich länger. Doch das Engagement lohnt sich, vergangenes Jahr erreichte er mit seinen federfüßigen Zwerghühnern bei den Deutschen Meisterschaften einen ersten Platz. Mit seiner Liebe zur Geflügelzucht hat er auch seinen 22-jährigen Sohn Stefan angesteckt, der wurde im November süddeutscher Meister ebenfalls mit den federfüßigen Zwerghühnern. Auch bei der Schau des heimischen Vereins waren die Tiere des Vater-Sohn-Gespanns neben weiteren Mitzüchtern erfolgreich.

Vereinsehrenpreise erhielten Helga Müller (Westfälischer Totleger gold), Monika Müller (Chabo gelockt silberweizenfarbig), Melissa Ruoff (Süddeutsche Weißschwänze und Show Raser blaugehämmert). Der Vereinsmeister bei Hühnern/ Wassergeflügel heißt Gerd Müller für seine Zwergenten weiß, den Titel bei den Zwerghühnern holte sich Stefan Müller für seine federfüßige Zwerghühner goldhalsig und auch bei den Tauben war er mit Strasser schwarz am erfolgreichsten. Landesverbandsehrenpreise erhielten Gerd Müller (Zwergenten weiß), Stefan Müller (Strasser schwarz) und Dieter Kunze (Zwerg-Welsumer rostrebhuhnfarbig). Mit dem Jugend-Gemeindeehrenpreis ausgezeichnet wurden Melissa Ruoff (Show Racer blau mit indigo Binde und Show Racer gescheckt), Christoph Müller und Sarah Müller, beide für ihre Orientalischen Roller gelb.

Die Schau dient zum einen der Bewertung der Tiere und damit der Bestätigung der Zuchtarbeit. Klaus Müller versteht sie aber auch als Möglichkeit, die Öffentlichkeit über die Arbeit des Geflügelzucht- und Vogelschutzvereins zu informieren: „Die Leute sollen sehen, was in Dettingen alles geboten ist.“ Und das ist nicht wenig, denn über die Schau hinaus sorgte der Verein für ein hervorragendes kulinarisches Angebot von Hähnchenkeulen bis zum Leberkäse – bei vielen Familien blieb am Wochenende jedenfalls die Küche kalt.

Zum zweiten Mal fand die Schau nun in der eigenen Halle statt: „Letztes Jahr war noch nicht alles fertig“, berichtet Klaus Müller. Zwar ist der Platz in den vereinseigenen vier Wänden etwas beengter als einst im Fahrradkeller, aber die Bedingungen sind optimal: Im einen separaten Teil der Halle sind die Tiere ausgestellt, im anderen wird bewirtet und gekocht. Der Fahrradkeller war beim Starkregen 2016 auch überschwemmt worden. Dennoch konnte die Schau zunächst am angestammten Ort stattfinden, wenn auch unter widrigen Umständen – eine Heizung gab’s zum Beispiel nicht. Da mit dem Umbau der Schillerschule der Fahrradkeller als Ausstellungsort sowieso weggefallen wäre, habe man als Verein reagieren müssen. „Es ist schwierig mit den Tieren in andere Räume wie den Zillenhart-Saal oder die Schillerhalle zu gehen“, berichtet der Vorsitzende von den damaligen Überlegungen.

Man habe die Flucht nach vorne angetreten und sich für den Bau einer eigenen Halle entscheiden: „Sonst hätten wir keine Ausstellung mehr veranstalten können.“ Der Neubau sei eine gewaltiger Aufgabe für den Verein mit seinen 130 Mitgliedern, von denen etwa zehn aktiv sind. „Wir hängen ein paar Jahre finanziell drin“, erklärt Klaus Müller.

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Hühner, Enten und Tauben waren die eigentlichen Stars der Ausstellung. Die Schau dient zum einen der Bewertung der Tiere und damit der Bestätigung der Zuchtarbeit.