Bibeltag Wenn Gottes Antwort ausbleibt

Die Teilnehmer am Neckartenzlinger Bibeltag waren konzentriert und interessiert bei der Sache. Foto: Mundy Hassan
Die Teilnehmer am Neckartenzlinger Bibeltag waren konzentriert und interessiert bei der Sache. Foto: Mundy Hassan © Foto: Foto: Mundy Hassan
Neckartenzlingen / swp 20.01.2017

Jüngst fand im Gemeindehaus der evangelischen Kirche wieder ein Bibeltag statt.  Als Referent konnte diesmal der Leiter der Deutschen Indianer-Pioniermission, Burkhard Heupel, gewonnen werden. Er   war für zwölf Jahre als Prediger in landeskirchlichen Gemeinschaften in und um Bad Hersfeld tätig. Es folgten fünf Jahre als Missionar  auf Papua Neuguinea mit sozial-diakonischem und musikalischem Schwerpunkt. Nach seiner Rückkehr leitete er weitere fünf Jahre als Pastor eine Gemeinde in Berlin. 2013 wurde er in das Amt des Missionsleiters der Deutschen Indianer-Pioniermission (DIPM) berufen. Die Brücke zur DIPM baute seine Tochter Lena, die ein Jahr als Kurzzeitmitarbeiterin in Paraguay mitarbeitete. Mit Spannung erwarteten die Zuhörer seine Ausführungen zum Thema „Glauben im Alltag leben“. Zuerst erinnerte er an die sieben Worte, mit denen Jesus in seinem qualvollsten Leiden am Kreuz seinen himmlischen Vater anrief. Dazu verwies er auf Psalm 22, der auch „Leidenspsalm“ genannt wird. Wenn der Leidensweg Jesu ins Zentrum rückt, gehört auch Psalm 22 dazu. Den  Anfang  dieses  Psalms schreit Jesus im Sterben zu Gott: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ Sterbend betet Jesus diesen Psalm, der himmelschreiendem Elend Sprache gibt. Mit allen, die vor ihm und nach ihm diesen Psalm gebetet haben, schreit er gegen das Schweigen der Gottheit an „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Gottes Antwort bleibt aus.  Mit dieser Anklage setzt der Psalm ein: „Du antwortest nicht!“.  Das Elend, dem sich der Psalm stellt, tastet die Menschenwürde an. Mit den erschütternden Worten „ein Wurm bin ich und kein Mensch, Hohn der Leute, verachtet vom Volk“ benennen die Betenden die Verletzung ihrer Selbstachtung und Würde. Nach kurzer Kaffeepause führte Burkhard Heupel weiter aus, dass sich Gott bemerkbar macht, indem er durch sein Wort zu den menschen spricht. Dazu gliederte er das Thema „Glauben im Alltag leben“ in verschiedene Themen, die den Alltag betreffen, verbunden mit der Frage: Wie verhält man sich als an Jesus Christus Glaubender in den verschiedensten Alltagssituationen etwa im Umgang mit Mitarbeitern, Kollegen im Betrieb, oder mit sozial Schwachen, im Umgang mit Geld, Besitz, Erfolg, oder wie gehe ich mit meinen „Feinden“ um, um nur einige zu nennen. Hierzu bat Referent Heupel die Zuhörer, das 31. Kapitel des Buches Hiob aufzuschlagen, das er Versweise zu den anstehenden Fragen erläuterte. Er wies darauf hin, dass Hiob in seinem Herzen und auch im Verborgenen das 1. und 2. Gebot streng gehalten habe, indem er keinen anderen Mächten, weder dem Mammon noch den Sternen göttliche Würde oder Anbetung entgegengebracht habe, sondern Gott allein. Deshalb konnte Hiob auch seinen Feinden echte Gastfreundschaft anbieten.     Nach der Mittagspause folgte der zweite Teil.  Heupel führte weiter aus, der Glaube an den dreieinigen Gott mache frei, mutig und bewähre sich in unerschrockener Aufrichtigkeit.

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