Tübingen Wenn Freiheit in Terror umschlägt

SWP 27.09.2012

1835 - enttäuscht von den gescheiterten revolutionären Aufständen in Hessen, vom Sieg der Repression über die Freiheit und seit dem Verfassen der Flugschrift "Der hessische Landbote" 1834 auf der Flucht - schrieb Georg Büchner 1835 sein Revolutionsdrama "Dantons Tod". Die historische Folie ist die französische Revolution, vier Jahre nach dem Sturm auf die Bastille 1789. Das Durchsetzen des Ideals "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" ist in ein Terrorregime umgeschlagen. Zwischen Danton und Robespierre tobt ein erbitterter Ideologiestreit. Ist die Tugend zum Terror berechtigt? Oder muss "die Staatsform ein durchsichtiges Gewand sein, das sich dicht an den Leib des Volkes schmiegt"? Am Freitag, 28. September, 20 Uhr, feiert "Dantons Tod" mit Martin Maria Eschenbach (Danton) und David Liske (Robespierre) LTT-Premiere. Den Regisseur interessiert die französische Revolution als historische Folie, auf der sich heutige Debatten über Gerechtigkeit und Glück für alle spiegeln. Im Vordergrund steht aber "das fulminante Sprachkunstwerk, Büchners gewaltige Poesie und die radikale Subjektivität mit der die Geschichte erzählt wird". Weitere Vorstellungen: 29. September, 7., 18., 25. Oktober, jeweils 20 Uhr LTT.