Kohlberg Wenn Fett explodiert

Nein, das ist kein Ernstfall: Beim Feuerwehrfest in Kohlberg am Wochenende sind Brände nur simuliert worden. Foto: Norbert Leister
Nein, das ist kein Ernstfall: Beim Feuerwehrfest in Kohlberg am Wochenende sind Brände nur simuliert worden. Foto: Norbert Leister
NORBERT LEISTER 13.05.2014
Einen Blick hinter die Feuerwehr-Kulissen werfen - das war am Wochenende in Kohlberg möglich. Und das ganz junge wie auch ältere Publikum zeigte sich begeistert von den Vorführungen.

Nach wie vor ungebrochen ist die Faszination der großen roten Feuerwehrfahrzeuge, vor allem auf kleine Jungs. "Aber auch Ältere sind begeistert ", betonte Sascha Patka, Vize-Kommandant der Kohlberger Wehr, schmunzelnd.

Zu sehen und erleben war das am Tag der offenen Feuerwehrtür, als so mancher Knirps staunend vor den großen Autos stand und dann sogar mal mit Papi oder Mami im Inneren probesitzen durfte.

Ein fantastisches Erlebnis. Zumal in einem ganz besonderen Fahrzeug, "das die Bempflinger Feuerwehr hier heute ausstellt", wie Patka als stellvertretender Kohlberger Kommandant erläuterte.

Das Besondere an dem Bempflinger Fahrzeug ist aber nicht etwa die Befüllung des Wassertanks mit bis zu 1600 Litern und die Spritzleistung von 2000 Litern in der Minute.

Das Außerordentliche an dem Löschfahrzeug LF 20/16 sind die Türen. Die schwenken nämlich seitlich heraus, "wie bei Bussen", so Patka. Angebracht und notwendig sei das vor allem in Städten und Gemeinden mit vielen engen Gassen, in denen die Löschtrupps aus einem normalen Feuerwehrfahrzeug mit den üblichen Klapptüren kaum oder gar nicht aussteigen können.

Natürlich kosten solche Sonderausstattungen auch mehr Geld. Sascha Patka nickte wissend. "Unser eigenes Fahrzeug hat mit allem Drum und Dran 300 000 Euro gekostet".

Und das auch ohne die Schwenktüren. Ein teurer Spaß - wobei es ja auf den Spaß gar nicht drauf ankommt, sondern vielmehr auf die Möglichkeit, in Notsituationen Gebäude oder gar Menschenleben retten zu können. Wie so was funktioniert, das konnten am Sonntag die Besucher des Kohlberger Feuerwehrfestes auch ganz praktisch selbst erleben - zumindest ansatzweise.

"Wir machen hier ein spezielles Feuerlöschertraining", so Patka. Besonderen Anklang fand das bei Kindern, doch auch Erwachsene durften sich angesprochen fühlen. Denn: Wer weiß schon so richtig, wie der Feuerlöscher im eigenen Haus funktioniert, wenn es wirklich brennt?

Auf die Kids übte zusätzlich eine Riesenhüpfburg eine faszinierende Anziehungskraft aus, die etwas Älteren ließen sich derweil das vielfältige Essen schmecken, die Getränke, Kaffee und Kuchen.

Oder sie bestaunten die Vorführungen wie etwa die Schauübung der Jugendfeuerwehr: Da war in mühevoller Kleinarbeit ein Holzhäuschen errichtet worden, das dann angezündet und wieder gelöscht werden sollte. "Damit simulieren wir einen Schuppenbrand mit einer verletzten Person", erläuterte Kohlbergs Feuerwehrkommandant Alexander Seidenspinner. Es gab aber noch mehr zu sehen, etwa beim Löschen einer Fettexplosion. Die 34 aktiven Kohlberger Feuerwehrleute zeigten sich am Sonntag mit dem Andrang zufrieden - ebenso wie auch die elf Mitglieder der Kohlberger Altersabteilung und die 13 der Jugendfeuerwehr. Letztere ist laut Sascha Patka momentan gut besetzt.

"Wir nutzen aber natürlich den Tag der offenen Tür auch immer, um Kinder und Jugendliche direkt anzusprechen und ein wenig Werbung zu machen". Dass das bislang funktioniert, kann mit Sicherheit der guten Jugendarbeit der Kohlberger Feuerwehr zugeschrieben werden.

Doch wie alle anderen Wehren, wissen die "Floriansjünger" unterm Jusi auch, dass sie sich künftig weiter stark bemühen müssen, um den Nachwuchs für die lebenswichtige Arbeit der Helfer und Retter in der Not weiterhin gewährleisten zu können.