Pliezhausen Wenn das Streusalz den Beton angreift

Minister Winfried Hermann sowie die Abgeordneten Thomas Poreski und Ramazan Selcuk (von rechts) lauschen Arnold Goller vom Regierungspräsidium Tübingen.
Minister Winfried Hermann sowie die Abgeordneten Thomas Poreski und Ramazan Selcuk (von rechts) lauschen Arnold Goller vom Regierungspräsidium Tübingen. © Foto: Peter Swoboda
Peter Swoboda 25.08.2018

Vor einem Jahr wurde mit den Bauarbeiten auf der Bundesstraße 27 zwischen Walddorfhäslach und Pliezhausen begonnen. Zum einen musste die Fahrbahndecke erneuert werden, zum anderen galt und gilt es noch vier Brückenbauwerke und fünf Mittelstützen zu sanieren. Das Ganze läuft unter der Regie des Regierungspräsidiums Tübingen ab.

Im Rahmen seiner Sommertour informierte sich gestern Landesverkehrsminister Winfried Hermann  über die Brückeninstandsetzungen an der B 27 zwischen Walddorfhäslach und Pliezhausen.

Auch eine Wertschätzung

Der Zweck seiner Sommertour sei nicht etwa der, dass der Minister beschäftigt sei. „Es geht vielmehr darum“, so Winfried Hermann, „das, was wir politisch verantworten, vor Ort anzuschauen.“ Das sei auch als Wertschätzung für diejenigen zu verstehen, die die ganzen Maßnahmen umsetzten.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Verkehrsministeriums sei es, Brücken zu sanieren und zu erhalten. „Funktionierende Brücken“, so der Minister weiter, „sind das A und O.“  Schon sehr lange würden Brücken regelmäßig überprüft und saniert. Die Überprüfungen gebe es alle drei Jahre, wobei alle sechs Jahre sozusagen ein großer Tüv angesagt sei.

„All dies“, so Hermann, „machen wir wie bereits gesagt schon lange, dafür brauchten wir die Katastrophe von Genua nicht. Sie hat allenfalls die Notwendigkeit der Überprüfungen deutlich veranschaulicht.“

Die Zahl der Brücken in Baden-Württemberg sei gewaltig. Es gebe im Land 9300 Brücken, und da seien die Bauwerke von Kreisstraßen noch nicht dabei. In Baden-Württemberg seien die Brücken vergleichsweise in einem guten Zustand, dennoch seien noch viele sanierungsbedürftig. In Sanierungen werde aber viel Geld investiert: in Autobahnprojekte jährlich 40 Millionen Euro, in Fernstraßen 35 Millionen, in Bundesprojekte 80 Millionen Euro und in Landesprojekte rund 20 Millionen Euro.

Thomas Maurer vom Regierungspräsidium Tübingen erläuterte den Anwesenden, beispielsweise waren auch die Landtagsabgeordneten Thomas Poreski (Bündnis 90/Die Grünen) und Ramazan Selcuk (SPD) sowie Vertreter der Gemeinden Walddorfhäslach und Pliezhausen dabei, warum die Brücken saniert werden mussten und was genau getan wurde. Die betroffenen Brücken sind ungefähr 30 Jahre alt. Und in all den Jahren hat etwa an den Stützpfeilern das Streusalz für Korrosion gesorgt. Sowohl Beton wie auch Stahlbeton waren angegriffen. „Zum Teil“, so Maurer, „waren richtig große Löcher in den Beton gefressen. Das brachte dann Probleme mit der Statik mit sich.“

Korrosionsschutz

Mittels besonders starker Srahler wurde die obere Betonschicht abgetragen bis zur Stahlummantelung. Alsdann wurde laut Maurer Korrosionsschutz aufgetragen gegen das zerstörerische Wirken des Streusalzes. Der Ingenieur betonte, dass dies nur nachträglich gemach wird, also bei Sanierungsarbeiten. Bei Brückenneubauten werden heutzutage ein Spezialbeton verwendet.

Brückenbauwerke werden aber nach Aussage von Thomas Maurer nicht nur gebaut und irgendwann saniert, sie werden auch ständig gewartet. Viele Bürger fragten sich, warum neben den Brücken Treppen den Hang hinunterführen. „Das“, so Maurer, „sind Wartungstreppen.“ Von diesen Treppen aus könne der Brückenunterbau genau untersucht werden.

Eingriffe bündeln

Im Zuge der umfangreichen Erhaltungsmaßnahmen auf der Bundesstraße 27 erfolgten die Arbeiten an Fahrbahnen und Brücken parallel, um die Eingriffe im jeweiligen Streckenabschnitt zu bündeln und die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer zu minimieren.

Momentan befinden sich die Sanierungsarbeiten in Bauphase drei. Diese sind allerdings auch schon auf der Zielgeraden. „Ziel ist es“, so Baudirektor Arnold Goller vom Regierungspräsidium Tübingen, „die Arbeiten bis Mitte Oktober abzuschließen.“

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Stützpfeiler und vier Brücken wurden an der B 27 bei Pliezhausen saniert. Zudem wurde die Fahrbahn auf einer Länge von sieben Kilometern  erneuert.

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