Spendenaktion Weil es auf jede Minute ankommt

Der Rettungsdienst übernimmt die Akutphase, danach übernimmt die ehrenamtliche DRK-Bereitschaft. Als Helfer vor Ort sind sie vor allem bei häuslichen Notfällen noch vor Rettungsdienst und Notarzt am Einsatzort.
Der Rettungsdienst übernimmt die Akutphase, danach übernimmt die ehrenamtliche DRK-Bereitschaft. Als Helfer vor Ort sind sie vor allem bei häuslichen Notfällen noch vor Rettungsdienst und Notarzt am Einsatzort. © Foto: Archiv
Von Peter Kiedaisch 02.01.2018

Wem die Stunde geschlagen hat, die, von der man sich wünscht, sie nie erleben zu müssen, liegt vielleicht im Flur, vielleicht im Badezimmer mit dem Kopf zwischen Kloschüssel und Handtuchschrank. Vielleicht auch im Bett. Schmerzgekrümmt oder einfach nur ins Leere starrend. Es kann sein, dass die Umgebungsgeräusche nur noch gedämpft und zeitversetzt ankommen, manchmal scheint es, als söge ein schwarzes Loch das Licht ein, und es wird dunkel und kalt. Das sind die Momente, die Wichtiges von Unwichtigem trennen wie ein heißes Messer zwei Butterhälften. Wer Glück hat, ist dann nicht allein und hat jemanden, der die 112 wählt. Wen das Glück dann noch nicht verlassen hat, erhält innerhalb von Minuten Besuch vom Rettungsdienst.

Hier in der Region ist oft ein Helfer vor Ort am schnellsten beim Patienten. Noch ehe die hauptamtlichen Rettungssanitäter oder der Notarzt eintreffen. Viele dieser Ersthelfer sind für das DRK im Einsatz, und zwar ehrenamtlich. „Die sind für uns immens wichtig“, sagt Markus Metzger, der für den DRK-Kreisverband den Rettungsdienst leitet. Die ehrenamtlichen Helfer sind ausgebildet und leisten die Erstversorgung, zudem erleichtern sie den zum Patienten hinzustoßenden Profis die Arbeit. Sie können ihr Repertoire wesentlich kontrollierter abspulen. Das fängt bei der Anfahrt an, denn wie oft sucht man ein bestimmtes Haus und findet es erst beim dritten Anlauf. Wenn aber der Wagen des Helfers vor Ort mit blinkendem Blaulicht vor dem Haus steht, ist das kein Problem. Oft handelt es sich um Mehrfamilienhäuser. Dann legen die ehrenamtlichen DRK-Helfer eine Art Lichtspur, das sind leuchtende Keile, die auch unter eine Tür geklemmt werden können, um den Herbeieilenden zu signalisieren: Hier geht’s rein. „Wir sind dann einfach schneller in der Wohnung“, sagt Markus Metzger, „das ist eine tolle Sache.“

Die Spendenaktion unserer Zeitung richtet sich eben an die vielen DRK-Ortsvereine und ihre Helfer, die nicht immer so ausgestattet sind, wie sie es sich gerne wünschen. Oft fehlt es an simplen Dingen, etwa Sauerstoffflaschen. „Bei manchen Patienten bewirkt das Einatmen von Sauerstoff Wunder“, weiß Markus Metzger aus Erfahrung, der sich über die Aktion unserer Zeitung freut: „Hier kommt garantiert jeder Cent beim Patienten an.“ Manche Ortsvereine benötigen Geld für die Kleidung, andere brauchen Ersatzteile für die Autos oder eben zusätzliche Lichtkeile und Sauerstoffflaschen.

Helfer vor Ort, egal ob vom Deutschen Roten Kreuz oder von einer anderen Organisation, Feuerwehrleute und Polizisten haben aber alle eines gemeinsam: Sie tragen Uniform, respektive einheitliche Einsatzkleidung. Vielleicht erschwert ihnen das dieser Tage ihren Dienst. Die Menschen verlieren den Respekt vor Autoritäten, und der Glaube, individuelle Freiheit über die Interessen einer Gemeinschaft zu stellen, hat inzwischen Berge versetzt. Berge, die sich bildlich gesprochen zwischen herbeieilende Einsatzfahrzeuge und ihre jeweiligen Einsatzorte schieben. Und das in mannigfaltiger Hinsicht. Da gibt es Betrunkene, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, vom Rettungsdienst versorgt und bei Bedarf in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Während dies von der Gesellschaft zwar noch weitgehend geduldet wird, weil negative Folgen für die Allgemeinheit nicht zu befürchten sind, haben Helfer vor Ort dazu eine andere Meinung. Sie fühlen sich und ihre Arbeit zu recht diskreditiert, schlimmer: Wenn eine verletzte Person wild um sich schlägt, können bald auch die Helfer verletzt sein. Markus Metzger ist seit 35 Jahren in diesem Beruf und sagt von sich, schon alles erlebt und gesehen zu haben. Randalierende Betrunkene aber habe es schon immer gegeben, auch schon vor 35 Jahren. Dass er schon mal in einen Pistolenlauf geschaut hat, hat er längst verbucht im Langzeitgedächtnis unter „unschöne Vorkommnisse“. Was freilich im Laufe einer allgemein als ruhig und friedlich deklarierten Silvesternacht auf Helfer einprasselte, darf getrost als Skandal bezeichnet werden. In Reutlingen wurde beispielsweise ein Einsatzfahrzeug mit einer Silvesterrakete beschossen. Bei einem augenscheinlich glimpflichen Einsatz rückte die Reutlinger Feuerwehr mit fünf Fahrzeugen zu einem brennenden Auto an. Für einige Schaulustige war dieser Aufwand wohl unverhältnismäßig hoch, weswegen sie die Feuerwehrleute verhöhnten: „Mit Einsätzen wie diesen rettet Ihr also unser Leben.“

Das sind Ausnahmen. In der Regel verhalten sich die Leute vernünftig, sagt Markus Metzger, der über derlei Vorfälle eine Statistik führt. Zwei Vorfälle dieser Art wurden ihm beispielsweise im abgelaufenen Jahr gemeldet. Doch irgendwie scheint der Dank an die Helfer nicht mehr selbstverständlich zu sein.

Mit einer Spende können Sie, liebe Leser, mithelfen. Damit weiterhin ehrenamtliche Helfer schnell vor Ort sein können und wollen. Das kommt allen zugute, die schnelle Hilfe brauchen.

Weihnachtsaktion „Die gute Tat“

Liebe Leser, dank Ihrer Spenden konnten das Metzinger-Uracher-Volksblatt/Der Ermstalbote, die Reutlinger Nachrichten und der Alb Bote in den vergangenen Jahren viele soziale Projekte oder Einrichtungen in unserer Region unterstützen. Das WIM-Haus etwa, die Diakonische Bezirksstelle, das Ferientagheim in Metzingen, die Tafelläden in Metzingen, Bad Urach und Münsingen, die Matizzo-Stiftung sowie die Afrika-Hilfe des Kirchenbezirks Bad Urach/Münsingen konnten schon mit Ihren Spenden bedacht werden. Im Vorjahr war es der Kinderschutzbund.

In diesem Jahr ist das DRK mit seinen Ortsvereinen im Landkreis Reutlingen an der Reihe.

Eine Spendenbescheinigung wird nach Ende der Aktion ausgestellt. Dazu muss bei der Spende oder Überweisung unbedingt die vollständige Adresse des Spenders angegeben werden. Dies gilt auch für kleinere Spenden.

4340 Euro liegen auf dem Spendenkonto. Gespendet haben: Hans-Dieter und Ursula Jooß; Michael und Ursula Sünkel; Monika Buck; Karin Hoess; Doris, Rainer und Curdjürgen Knecht; Eva Gabriele Saur; Simone Überfuhr; Gerlinde Enssle; Ute Gockel; Inge Ruopp; Annerose Kramer; Ilsa Lorch; Rosemarie Hau; Dr. Fritz und Martina Kemmler; Wilfried und Brigitta Klaffke; Eveline und Rainer Markl; Walter Reichenecker; Siegfried und Karin Brodbeck; Otto Günther Staudinger; Friederike Makas; Margrit Vogel; Ralf Baumann; Betten-Pfäffle GmbH; Gerda Brislinger; Matthias Grupp; Waltraud Junginger; Manfred Schweiker; Karl Osswald; Dr. Ulla Köpf; Waltraud Wilhelm; Willi und Edelgard Schwaiger; Kurt Rall; Ursula Laib; Elfriede Lieb; Heike Kaltmaier; Rudolf Palte; Doris und Gunter Salzer; Renate Sailer; Ursula und Günter Bäuerle; Christa Müller; Marie-Luise Koch; Annemarie Köhler; Elsbeth Pratz; Straub GmbH; Heinrich Bachner; Renate Gnam; Sabine Leibfarth; Harald Lüdtke.

Spenden für die  Weihnachtsaktion „Die gute Tat“ richten Sie bitte an Georg Hauser GmbH & Co. KG unter dem Stichwort „Weihnachtsaktion“ an die Volksbank Metzingen-Bad Urach, IBAN: DE 03 6409 1200 0233 4340 03, oder an die Kreissparkasse Reutlingen, IBAN: DE 33 6405 0000 0000 9005 40.