Römerstein Wasser und Abwasser werden teurer Gemeinde hebt Gebühren um 18 Prozent an

Römerstein / ANNE LEIPOLD 19.12.2015
Es wird teurer: Die Kosten für die Gemeinde steigen, deshalb werden nun auch für die Abnehmer die Gebühren für Wasser und Abwasser erhöht.

1,95 Euro pro Kubikmeter Wasser, 2,33 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser und 37 Cent pro Quadratmeter Niederschlagswasser, das ist die Erhöhung in Zahlen. Fürs Wasser werden 30 Cent pro Kubikmeter mehr fällig, fürs Schmutzwasser 33 Cent und fürs Niederschlagswasser sind es zwölf Cent auf den Quadratmeter. Darauf gerechnet werden noch die Steuern. "Es ist eine deutliche Erhöhung auf einen Schlag", gab Kämmerer Sascha Enßlin zu. Insgesamt liege die Gemeinde im Vergleich der Gebühren im Schnitt, im Falle des Schmutzwasser drunter. Gerne schlage er die Gebührenerhöhung dennoch nicht vor. Aber: "Wir haben unsere Sparpotenziale ausgeschöpft, wir haben nicht mehr viel Handlungsspielraum."

Die Gebühren für Wasser und Abwasser werden erhöht, weil die Kosten der Gemeinde in den vergangenen Jahren gestiegen sind, etwa die Umlage für den Zweckverband. Die Kosten sind seit Jahren nicht mehr gedeckt, die Gemeinde zahlt also drauf. Im vergangenen Jahr waren es 13 Prozent der Kosten, die ausgeglichen werden mussten. Das hat auch der Prüfungsbehörde nicht gefallen, sagte Enßlin. Die habe die Gemeinde schon zum Haushalt 2015 angehalten die Gebühren zu überprüfen. "Es muss der Gemeinde gestattet sein, die steigenden Kosten auch irgendwann weiterzureichen", sagte Bürgermeister Matthias Winter.

Zuletzt wurden die Wassergebühren im Jahr 2009 angehoben. Dass es beim Wasser nun aber gleich um 23,75 Prozent sein sollte, ging den Räten zu weit. Denn einkalkuliert war auch ein Gewinnzuschlag von 17 500 Euro. Deshalb schlug Stefan Wörner vor, auf den Zuschlag zu verzichten. Den würde er zu einem späteren Zeitpunkt für richtig halten. Dem stimmten die Räte geschlossen zu und setzte die Erhöhung um 18 Prozent fest. Um auch beim Abwasser kostendeckend zu wirtschaften, werden die Gebühren neu kalkuliert, da die Gemeinde sonst mit einem Verlust von rund 100 000 Euro rechnen müsste. Zudem werden die Kanäle nicht wie geplant im kommenden Jahr befahren. Dies würde immerhin 70 000 Euro kosten und für die Gebühren eine weitere Steigerung um 20 Cent beziehungsweise sieben Cent bedeuten. Stattdessen wird die Befahrung auf zwei weitere Jahre aufgeteilt.

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