Steffen Buck, als Einsatzleiter der Bad Uracher Feuerwehr vor Ort, geht derweil von einem „Totalverlust“ des ältesten Gebäudes der Stadt aus. Es wurde erbaut in den Jahren 1475 und 1476. „Ich denke, es ist nicht mehr zu retten.“

Gebäude nicht akut einsturzgefährdet

Zwar sei das Gebäude nicht akut einsturzgefährdet, gleichwohl seien große Mengen an Löschwasser in die hölzerne Gebäudestruktur samt Zwischenböden eingedrungen und hätten weitere Schäden angerichtet. Nach ersten groben Schätzungen entstand am Haus ein Schaden von rund 400.000 Euro. Genaueres werden erst Sachverständige nach der gründlichen Begutachtung der Brandruine sagen können.

Im Zuge der nächtlichen Löscharbeiten mussten direkte Anwohner aus den angrenzenden Gebäuden evakuiert werden, da die akute Gefahr einer Ausbreitung des Feuers bestand. Zum Zeitpunkt des offenen Dachstuhlbrands herrschte ein kräftiger Wind, der zum Funkenflug beigetragen hatte. In der eng bebauten Altstadt Bad Urachs waren weitere historische Fachwerkhäuser, sowie das evangelische Stift Urach latent gefährdet. Im Einkehrhaus der evangelischen Landeskirche waren zur Zeit des Unglücks rund 45 Gäste untergebracht. Sie mussten indes nicht evakuiert werden. Der Rettungsdienst war vorsorglich mit mehreren Einsatzkräften vor Ort und richtete für die Anwohner eine Betreuungsstelle ein.

Oberste Priorität: Ausbreitung verhindern

„Es war mir gleich klar, dass die Rettung des Gebäudes zu vernachlässigen ist“, beschreibt Einsatzleiter Steffen Buck seine ersten Eindrücke nach Eintreffen am Brandort. Die Ausbreitung des Feuers auf Nachbargebäude zu verhindern habe oberste Priorität gehabt, erklärt er die Taktik der Brandbekämpfer. Die kräftigen Regenfälle der Nacht, so Buck, hatten dabei keinen Einfluss auf die Entstehung und die Entwicklung des Brands. In die Hände gespielt hatte die nasse Witterung den Einsatzkräften erst während den Nachlöscharbeiten, als der Regen verbliebene Glutnester teils ohne weiteres Zutun erstickte.

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