Mehr als 20 Jugendliche von den „Boni-Teens“ und einige Erwachsene haben am Mittwochabend tausende von Blütenblättern gezupft und am Donnerstag ab 7 Uhr den etwa drei mal drei Meter großen Blumenteppich vor der katholischen Kirche St. Bonifatius gelegt.

Er zeigt das „Sülcher Kreuz“, das auch als Symbol auf der Osterkerze zu sehen ist. Das Bronzekreuz im Original aus der Sülchenkirche bei Rottenburg, wohin auch die diesjährige Himmelfahrtswallfahrt führte, wurde bei Ausgrabungen als Beigabe zu einem Grab aus dem sechsten Jahrhundert entdeckt.

Die „Boni-Teens“, die aus den „Boni-Kids“ gewachsen sind, gibt es seit fünf Jahren und genauso lange legen sie jedes Jahr den Blumenteppich. Davor hat es jahrzehntelang der damalige Frauenbund gemacht, der sich aus Altersgründen aufgelöst hat (wir berichteten). Die Jugendlichen wählen immer ein aktuelles Thema aus wie das Motto der Kirchengemeinde, das Thema der Erstkommunion oder in diesem Jahr das historische Kreuz.

„Dass wir uns wiedersehen außerhalb der Proben“, nennen einige Jugendliche ein Motiv, warum sie mit Freude bei der Sache sind und die Gemeinschaft spürbar ist. Die Erwachsenen, die mithelfen, machen genauso gerne mit, die „Blumenkinder“ kennen keinen Altersunterschied, sondern sind ein Team.

Jeder konzentriert sich auf seine Aufgabe, die zunächst im Zupfen der Blütenblätter von vielen hundert Blumen besteht. Die werden dann nach Farben in Eimern und anderen Behältern sortiert. Dazu sammeln sie in Gärten und haben bei einem Discounter an der Nordtangente ganze Sträuße gespendet bekommen. Eine Floristin hat ihre Dekorationen von Feiern am Wochenende zur Verfügung gestellt. Außerdem wurde seit einer Woche Kaffeesatz getrocknet, und der Hausmeister hat am Donnerstagmorgen frisches Gras gemäht als Unterlage für den Teppich.

Anne de Sousa hat das Motiv gezeichnet, das Markus Lausecker in seiner Druckerei als Unterlegpapier vergrößert hat. Auf das riesengroße Blatt haben dann die „Boni-Teens“ die Blüten, grünen Blätter, Kaffeesatz, Rindenmulch, Sägespäne und vieles mehr angeordnet.

Was dann so prächtig und farbenfroh aussieht, ist das Ergebnis stundenlanger Gemeinschaftsarbeit in der Freizeit. Und es ist mit „Nervenkitzel“ verbunden. Mehr als das Motiv an sich kann man nicht planen, denn „wir wissen ja nie welche Blumen, wie viele und in welchen Farben es jeweils gibt“, beschreibt Anne de Sousa die spannende Gestaltung des Blumenteppichs. Das vorhandene „Material“ wird dann kreativ eingesetzt.

„Wenn Leute mich fragen, welche Farben wir brauchen, sage ich immer alle. Spontan wird dann entschieden, wohin welche Blütenblätter kommen“. Wenn sehr viele Blätter vorhanden sind, werden sie für eine Umrandung verwendet, sodass nichts einfach weggeworfen wird. Der Kaffeesatz ist ein gutes „Trennmittel“ zwischen den Einzelmotiven und natürlich die dunkle „Farbe“ überhaupt, zu der notfalls auch Blumenerde dient. Sägespäne setzen helle Punkte in der Farbenpracht. Der Blütenteppich ist Blickfang für den Abschluss der Fronleichnamsprozession durch den Ösch, die von der Stadtkapelle Metzingen musikalisch begleitet wird.

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Jugendliche und einige Ewachsene haben am Mittwochabend den Blütenteppich vor der St. Bonifatiuskirche gelegt. Zuvor mussten die Blüten gezupft werden.