Grafenberg Vorerst gestoppt

Schulsozialarbeit an der Grundschule? Die Entscheidung ist vertagt. Foto: Mara Sander
Schulsozialarbeit an der Grundschule? Die Entscheidung ist vertagt. Foto: Mara Sander
MARA SANDER 28.11.2013
Vertagt hat der Gemeinderat die Entscheidung über einen Antrag der Grundschule, eine 50-Prozent-Stelle für Schulsozialarbeit einzurichten. Jetzt wird nach einer günstigeren Lösung gesucht.

Vor den Sommerferien hatte der Gemeinderat die Einführung der Schulsozialarbeit auf Antrag der Grundschule noch nicht generell beschlossen, sondern nur zugestimmt, vorsorglich die Anträge auf Fördermittel zu stellen und ein Konzept auszuarbeiten. Das lag zwar nun zur Entscheidung vor, aber darüber wurde nicht beraten, weil das Thema auf Antrag von Thomas Vorwerk (FWV) vertagt wurde.

Grund dafür war, dass Vorwerks Forderung in einer früheren Sitzung, man möge nach einer kostengünstigeren Variante als eine 50-Prozent Stelle suchen, nicht aufgenommen wurde.

Die Vorgabe, um Fördermittel für die Schulsozialarbeit zu erhalten, sieht jedoch vor, dass mindestens eine solche 50-Prozent-Stelle geschaffen werden muss. Das würde die Gemeinde unter Anrechnung möglicher Fördermittel jährlich rund 13 000 Euro kosten. Förderungsregularien hin oder her, man müsse trotzdem prüfen, ob man diese Leistung nicht in kleinerem Umfang nach Bedarf einkaufen könne, argumentierte Vorwerk.

"Auf meine Anregung habe ich keine Antwort bekommen", beschwerte sich Vorwerk. "Eine 50 Prozent Stelle, das geht einfach nicht, das übersteigt unsere Finanzierungsfähigkeit. Es ist eine kleine Schule", so Vorwerk. "Ich fühle mich völlig übergangen."

Bürgermeisterin Annette Bauer, die erst seit einigen Wochen im Amt ist, wusste nichts von dieser lange vor ihrer Amtszeit gestellten Forderung. Ebenso hatte der Bereichsleiter des Oberlin-Jugendhilfeverbunds, Jürgen Rudolph, "auch nichts davon erfahren", wie er sagte. Er nahm speziell zu diesem Punkt nicht sofort Stellung. Diese Variante wird jetzt erst geprüft.

Vorwerk schlug außerdem eine Aufstockung des Lehrerdeputats als anderen Ansatz vor, worauf Rektorin Anke Krohnke darauf hinwies, dass das Lehrerkollegium für die Kinder, die mit der Schulsozialarbeit erreicht werden sollen, nicht ausgebildet sei. "Wir sind keine Sonderpädagogen."

Vor Absetzung des Themas machte die Diskussion deutlich, dass es unterschiedliche Ansichten über Notwendigkeit und Finanzierung von Schulsozialarbeit gibt. "Wenn das die Regierung will, soll sie das auch zahlen", argumentierte Alexander Maisch zu der Vorgabe einer Halbtagsstelle. "Wir geben dem Druck nicht nach", so Maisch. Manfred Knöll sieht die Aufgabe zur Problemlösung eher bei Lehrern und Eltern und hält es für nicht so gut, "wenn ein Sozialarbeiter versucht, irgendwo zu korrigieren."