Hagelpilot Markus Duwe berichtete über die Hagelsaison 2016: Für sechs Wochen sei der Hagelflieger finanziert gewesen. Die Maschine war ihm zufolge 21 Tage in Bereitschaft am Stuttgarter Flughafen und ist an fünf Tagen Einsätze im Landkreis Reutlingen geflogen. Vier dieser Tage seien auf die letzten beiden Juli-Wochen gefallen. In der Region sind keine großen Hagelschäden gemeldet worden, so Duwe. Insofern sei der Einsatz des Hagelfliegers ein Erfolg gewesen.

Versicherung machte Verlust

Dr. Klaus Brachmann, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der WGV-Versicherung, berichtete über die Erfahrungen der Versicherung mit ihrem eigenen Hagelflugzeug. „Wir können auf Dauer mit solchen Ereignissen nicht leben“, sagte Dr. Brachmann zum Hagelunwetter vom 28. Juli 2013. Die Regulierung der dabei angerichteten Schäden habe den WGV-Konzern 236 Millionen Euro gekostet, sodass er zum ersten Mal in 90 Jahren einen Verlust gemacht habe. So finanzierte die WGV als erste deutsche Versicherung einen Hagelflieger, sagte Dr. Brachmann. Dieses Flugzeug sei seit 2015 im Einsatz. Am 28. Juli 2013 habe es auch im Rems-Murr-Kreis Gewitter gegeben. Dort seien Hagelflieger im Einsatz gewesen und es habe keine nennenswerten Schäden gegeben. Im Rems-Murr-Kreis finanziere die WGV einen Teil der Kosten des dortigen Hagelfliegers. Die Schadenquote dort sei seit sechs Jahren niedriger als anderswo. Für einen wissenschaftlichen Beweis, dass die Hagelflieger Hagelschäden verhindern oder verringern, sei diese Zeitspanne noch zu kurz, gab Dr. Brachmann zu.

Am 24. Juni 2016 habe es in Pfullingen um 21.30 Uhr gehagelt. Obwohl der Hagelflieger der Versicherung unterwegs gewesen sei, habe es Hagelschäden gegeben. Dies begründete Dr. Brachmann damit, dass das Flugzeug wegen der einbrechenden Dunkelheit habe zum Flugplatz zurückkehren müssen. „2015 waren wir ausgesprochen zufrieden mit der Hagelsaison“, erklärte er. Während die Versicherung durchschnittlich 7,5 Millionen Euro jährlich für Hagelschäden an Autos aufwenden müsse, sei es 2015 nur die Hälfte dieser Summe gewesen. 2016 seien für die WGV Hagelschäden von elf Millionen Euro angefallen, sodass die Versicherung insgesamt zufrieden mit der Höhe dieser Schäden sei. Wenn die WGV heute entscheiden müsste, ob sie den Hagelflieger weiter finanziell unterstützt, würde sie es tun, versicherte Dr. Bachmann. Er forderte den Verein zur Hagelabwehr für den Landkreis Reutlingen auf, dranzubleiben, damit künftig noch mehr Hagelflieger finanziert werden können.

In der anschließenden Diskussion gab es auch kritische Stimmen aus dem Publikum, denen zufolge es in manchen Fällen trotz des Einsatzes von Hagelfliegern Schäden gegeben habe. Dr. Brachmann und Gabriele Gaiser, die Erste Vorsitzende des Vereins zur Hagelabwehr im Landkreis Reutlingen, gaben zu, dass es eine wissenschaftliche Diskussion über die Wirksamkeit der Hagelflieger gebe.

Gabriele Gaiser wies darauf hin, dass in manchen Regionen in Deutschland und in anderen Ländern bereits seit 40 Jahren ein Hagelflieger finanziert werde. Das würde nicht gemacht, wenn es nutzlos wäre.

Verein zur Hagelabwehr


Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins zur Hagelabwehr für den Landkreis Reutlingen hatten die Mitglieder Gabriele Gaiser zur Ersten Vorsitzenden, Günter Hau und Dr. Gerd Gaiser zu zweiten und dritten Vorsitzenden, Ermo Lehari zum Rechts- und Mitgliederbeauftragten, Franz Eisele zum Schatzmeister, Monika Günther zur Schriftführerin sowie Uwe Alle, Michael Eisele, Frank Hofacker, Georg Leitenberger, Dr. Hermann Schaufler und Andreas Sulz zu Beisitzern im Vorstand gewählt. Der Verein hatte zum 31. Dezember 2016 821 Mitglieder und zusätzlich 73 externe Spender.