Kathy Kelly eröffnete das Konzert mit einer wunderschönen Ballade, die sie mit dem Akkordeon begleitete. Stets zu ihrer Rechten Pianist Peter Schnur, der wie Kathy Kelly selbst Musik von Richard Wagner sowie die Vielfalt von Kellys Musik liebt. Kelly zeigte ein sehr breites Spektrum ihres Repertoires und traf damit mitten in die Herzen ihrer Zuhörer in der schönen St. Galluskirche.

Zwei Arien brachte sie ebenso gekonnt zu Gehör wie das Ave Maria, wofür sie frenetischen Applaus erhielt. Zwei Projektionen an der Wand sorgten dafür, dass auch die Gäste der Empore und in den hinteren Reihen ihren Star sehr gut sehen konnten. Kelly sorgte mit der irischen Ballade "Oh Danny Boy" für Gänsehautfeeling. Herzzerreißend sang sie darin über einen Auswanderer, der in Irland Abschied für immer von seiner Liebsten nahm. Dazu spielte sie voller Hingabe auf einer E-Gitarre, die zusätzlich durch ihre bizarre Form ohne Klangkörper faszinierte. Zwischendurch erzählte der Weltstar aus dem Leben mit der Kelly Family und wie viel Spaß sie alle zusammen hatten. Überhaupt sei sie froh, endlich zu ihren Ursprüngen auf die Alb gekommen zu sein. Die Kelten seien doch schließlich hier gewesen und einige davon in Irland geblieben.

Spontan ging es weiter mit flotter irischer Musik, zu der sie klatschend begann und die Stimmung in der Kirche gekonnt aufheizte. Pfarrer Albert Lächele klatschte begeistert allen voran und fühlte sich "fast wie in einer amerikanischen Kirche" - Musik ist auch ein Ausdruck der Liebe zu Gott. Mit dem Text eines Liebesgedichts einer Nonne aus dem 16. Jahrhundert schlug sie wieder sanftere Töne an.

Doch egal ob die Mezzosopranistin in den höchsten Tonlagen oder in der Tiefe eines Alts ihre Stimme schwingen ließ - stets erklang sie hell und klar und erreichte selbst den hintersten Teil der gut gefüllten Kirche. Mit dem Lied "Engelsmenschen (Angel Love)" zog eine schier unglaublich friedliche Stimmung durch das Gotteshaus. "Engel fliegen, Engel lieben, Engel sind wunderschön" ging tief ins Herz der Menschen, die mitklatschten, sich an den Händen hielten und mit dem Star Kathy Kelly zusammen den außergewöhnlichen Abend genossen. Nachdem Kelly erzählt hatte, dass ihre "Grandma" aus den Highlands von Schottland stamme, besang sie mit der einfühlsamen Ballade den größten und schönsten See Schottlands - die "Bonny Banks am Loch Lomond". Das Glory Halleluja wie auch das in der Zugabe präsentierte "Knocking on Heavens Door" zeigte noch einmal die Vielfalt und Breite dieser außergewöhnlichen Künstlerin.

Kelly betonte, dass sie sehr gerne auf die Schwäbische Alb gekommen sei, wobei ihr der Dialekt etwas Schwierigkeiten bereite. Dennoch unterhielt sie sich nach dem Konzert völlig unbefangen mit ihren Fans, schrieb Autogramme und lachte viel mit allen um sie herum. Zur Krönung des Besuchs in der Gemeinde trug sie sich noch in das Goldene Buch der Gemeinde Römerstein ein, worüber sich Bürgermeister Matthias Winter sehr freute. Kirchengemeinderätin Heidi Buck war erleichtert, dass alles geklappt hatte. Seit 2014 stand sie in Kontakt mit dem Management und dankte ihren "Kollegen", die sie stets als jüngste im Rat für ihre Idee mit dem Konzert zu Gunsten der Sanierung der St. Galluskirche unterstützt haben. Zum Abschluss sangen alle zusammen mit Kathy Kelly das Einschlaflied "Guten Abend, Gute Nacht".