Ging es vor wenigen Wochen noch um Geschäfte, die in Metzingen schließen, ist es nun viel interessanter darüber zu spekulieren, welche Läden neu eröffnen.  Das Restaurant am Kelternplatz wird indisch, aber auch auf der anderen Seite der Innenstadt, im neuen Teil der Outletcity, weht künftig nicht nur der Einkaufs-Touristen wegen ein Hauch von Internationalität. Das Marché Mövenpick beispielsweise sucht auf einem Portal für Stellenanzeigen für seinen Standort Metzingen einen Konditor. Das würde das Unternehmen sicher nicht tun, würde es nicht hier eine Filiale eröffnen wollen. Dass sie das macht, scheint sicher, zumindest wird sie bei Internet-Suchanfragen bereits gelistet, sogar mit Adresse: Metzingen, Hugo-Boss-Platz 6. Dieselbe Anschrift hat ein in der Kelternstadt ebenfalls neuer Gastronomiebetrieb: das Starbucks. Noch im März öffnet es, so teilt es das Unternehmen mit, dessen deutsche Vertretung in München sitzt. Vielleicht ist den Metzingern der Hugo-Boss-Platz noch nicht so geläufig, aber das ist auch kein Wunder: Der entsteht momentan auf dem ehemaligen G&V-Areal und beherbergt unter anderem das neue Flaggschiff des Fabrikverkaufs, wie die Outlets noch vor Jahren aus heutiger Sicht geradezu abwertend hießen. Gemeint ist der Hugo-Boss-Store, der wiederum eskortiert wird von einer Erlebniswelt mit Restaurants, Cafés, einer Flaniermeile und zwei Hotels. Ob die Kuchen und Snacks bei Starbucks mit denen von Dortes Marzipan-Atelier mithalten können? Vermutlich nicht, aber in einer Stadt mit jährlich drei Millionen Besuchern sollten beide Geschäftsmodelle bestehen können. So schön die Aussichten auf eine neue Flaniermeile in Metzingen auch sind, so beschämend ist, was einem Dettinger Imker widerfahren ist: Unbekannte haben einige seiner Bienenvölker zerstört. Nun möchte der freundliche Mann niemandem etwas Böses, aber eines interessiert ihn: Was kann den Täter in Zeiten des Insektensterbens zu solch einer Tat befähigen? So jemand muss, wenn nicht von einer Biene gestochen, so doch vom wilden Affen gebissen sein. Fast genauso traurig, aber notwendig, war das Fällen einer 70 Jahre alten Winterlinde am Bad Uracher Friedhof. Der stattliche Baum war ortsbildprägend, und sicher wird er vermisst. Dass nur wenige Meter weiter Gräber an Verstorbene erinnern, rückt die Verhältnisse freilich wieder zurecht. Die Welt ist doch nur ein Kommen und Gehen.