Ein Mann hat am Mittwoch sein Leben bei einem Unfall auf der B 312 bei Metzingen verloren. Der Tod ereilte ihn binnen eines Wimpernschlags, als er mit seinem Kleinlaster in Richtung Reutlingen unterwegs war. Vermutlich lief dieser Morgen für den Mann genau so ab wie viele hundert andere in der Vergangenheit. Reine Routine eben. Dass er nun, an einem kalten, aber sonnigen Januarmorgen so plötzlich sein Leben verlor, ist nicht seine Schuld. Auslöser des Unfalls war vielleicht nur eine kurze Unachtsamkeit, genau kann das die Polizei im Augenblick noch nicht sagen. Ein Sachverständiger war bereits am Mittwoch an der Unfallstelle, um die Ursache zu ermitteln. Fest steht aber, dass ein mit mehreren Tonnen Gemüse beladener Sattelzug, der in Richtung Stuttgart unterwegs war, gegen 8.15 Uhr zu weit nach rechts geriet und die Leitplanke an der B 312 touchierte. Der Schaden, den der 40-Tonner dort hinterließ, wird wohl noch eine Weile sichtbar bleiben und Vorbeifahrende, die um das Unglück wissen, daran erinnern, wie flüchtig das Leben ist.

Lkw knallt auf Transporter

Als der Fahrer des Sattelzuges spürte, dass seine Maschine die Leitplanke berührte, lenkte er gegen, und das Unheil nahm endgültig seinen Lauf: Der Mann verlor die Kontrolle über sein Gefährt, der 40-Tonner schleuderte nach links auf die Gegenfahrbahn, wo er nahezu frontal auf den Kleinlaster krachte, der dabei völlig zerstört wurde. Anschließend kippte der Sattelzug um und blieb quer zur Fahrbahn liegen. Unmittelbar danach rauschte ein Ford Kuga, dessen Fahrer nicht mehr schnell genug auf den Unfall reagieren konnte, mit großer Wucht in den Sattelzug.

Der 32 Jahre alte Fahrer einer Mercedes-A-Klasse, der hinter dem Kuga fuhr, hatte ebenfalls keinerlei Möglichkeit mehr zu reagieren, sein Wagen prallte ebenfalls direkt auf den Sattelzug. Nach derzeitigem Stand wurde er dabei leicht verletzt. Der 52 Jahre alte Fordfahrer erlitt bei dem Aufprall so schwere Verletzungen, dass er zunächst an der Unfallstelle notärztlich versorgt werden musste, bevor er vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden konnte.

Überall Trümmerteile

Auch der Fahrer des Sattelschleppers erlitt schwerste Verletzungen. Der Mann wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr mit schwerem Gerät herausgeschnitten werden. Nachdem er noch vor Ort von den Notärzten versorgt worden war, kam er in ein Krankenhaus.

Die Feuerwehren aus Metzingen und Reutlingen waren mit 14 Fahrzeugen und 43 Feuerwehrleuten an die Unfallstelle ausgerückt. Als sie an der Unglücksstelle eintrafen, bot sich ihnen ein Bild der Verwüstung, wie es der Reutlinger Feuerwehrkommandant Harald Herrmann formulierte. Trümmerteile des Kleintransporters lagen ebenso auf der Straße und in der angrenzenden Wiese wie Teile der Ladung.

Die B 312 blieb wegen des Unfalls bis in den Abend hinein in beide Richtungen komplett gesperrt. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Sattelschlepper mit einem speziellen Bergefahrzeug aufgerichtet und sicher wieder auf die Straße gestellt werden musste. Außerdem musste die Feuerwehr den Lastwagen in mehrere Teile zerlegen, bevor er von der Straße gehoben werden konnte. Gleichzeitig war es nicht ganz einfach, auf die Schnelle einen Tieflader zu organisieren, auf den die Teile des Sattelschleppers aufgeladen werden konnten, um diese abzutransportieren. Ob das Erdreich am Unfallort kontaminiert ist, etwa mit Diesel und Bremsflüssigkeit, muss ebenfalls untersucht werden. Sollte sich herausstellen, dass der Boden verunreinigt ist, wird er abgetragen.

Der Verkehr von und nach Stuttgart wurde von der Polizei zwar weiträumig umgeleitet, dennoch stauten sich Autos und Lastwagen stundenlang in und um Metzingen. Wer beispielsweise über den Auchtertknoten den Weg in die Stadt suchte brauchte ebenso Geduld wie die Verkehrsteilnehmer, die versuchten, über die Straßen der Innenstadt an ihr Ziel zu gelangen.

Der Sachschaden, der bei dem Unfall entstand, beträgt nach Angeben der Polizei rund 150 000 Euro.

Das könnte dich auch interessieren:

Tübingen/Riederich

Schwäbisch Hall