Hülben Vitamin C für drei soziale Projekte

Bevor es los ging, bekamen die Kinder den guten Zweck der Orangenaktion erklärt.
Bevor es los ging, bekamen die Kinder den guten Zweck der Orangenaktion erklärt. © Foto: Kirsten Oechsner
Hülben / KIRSTEN OECHSNER 02.12.2014
Sie gehören zur Vorweihnachtszeit unwiederbringlich dazu: Orangen und Mandarinen. Am Samstag wurden sie den Hülbenern bis an die Haustüre geliefert bei der traditionellen Aktion der Jungscharen.

Natalie, Ben und Maya sind normalerweise mit dem robusten Bollerwagen unterwegs - so steht es jedenfalls auf dem Gefährt. Am Samstag war es statt mit Kindern voll bepackt mit Orangen und Mandarinen: Zum 14. Mal hieß es in Hülben nämlich "Kinder für Kinder - wir helfen mit", rund 60 Jungen und Mädchen der fünf Jungscharen sowie rund 20 Mitarbeiter zogen mit Leiter- und Bollerwagen von Haus zu Haus und verkauften das Obst. Dabei wurden sie einmal mehr geradezu sehnsüchtig von den Einwohnern des Ortes erwartet, fast jeder kaufte den Kindern bei diesem Haustür-Geschäft Mandarinen oder Orangen ab, manche sogar beides. "Vor allem ältere Menschen geben aber auch nur eine Spende", weiß Karin Greiner.

Vor 14 Jahren hatte sie nach einem sechswöchigen Aufenthalt in Afrika, dort baute sie mit ihrem Mann und anderen Freiwilligen einen Waisenkindergarten auf, die Aktion ins Leben gerufen. Die Idee vom Orangen- und Mandarinenverkauf für einen guten Zweck hatte Karin Greiner vom Evangelischen Jugendwerk in Stuttgart abgeschaut, seither sind unzählige bedürftige Jungen und Mädchen in aller Welt oder auch Einrichtungen für Kinder mit einer Spende aus Hülben bedacht worden. Dieses Jahr geht ein Teil des Erlöses der Aktion zum einen nach Äthiopien, damit der elternlose zehnjähriger Nahom die Schule besuchen und nach Unterrichtsende im YMCA-Center betreut werden kann. Über Unterstützung können sich auch Kinder aus einem Dorf in Peru freuen, in dem Matthias Kullen aus Hülben derzeit wirkt. Er möchte mit den Jungen und Mädchen für eine Woche ein christliches Feriencamp in der Nähe von Arequipa besuchen: "Sie wissen nicht, was Urlaub ist", beschreibt Karin Greiner bei der Begrüßung der rund 80 jungen und erwachsenen Helfer vor der Hülbener Kirche die Situation. Unterstützt wird dieses Jahr auch die Arbeit der Jugendreferentin Tina Hering: "Sie leistet wertvolle Jugendarbeit in unserer Gemeinde", erklärt Organisatorin Greiner.

Denn aufs Geratewohl macht sich keine der Gruppen durch Hülben auf, die drei Mädchen- und zwei Bubenjungschargruppen erhalten detaillierte Pläne. Und wenn unterwegs Mandarinen und Orangen ausgehen, kann ein Bringdienst für die Lieferung von Nachschub angerufen werden - immerhin werden bei der Aktion 1,7 Tonnen Obst unter die Hülbener gebracht.

Dieses Jahr war's zwar kalt, aber trocken - nicht immer hat in den vergangen Jahren das Wetter so mitgemacht: "Wir hatten schon alles, vom Regen bis zum Schneefall", erinnert sich Karin Greiner. "Einmal lag so viel Schnee, dass wir die Aktion mit Schlitten gemacht haben."

Als Lohn für die Mühen gab's nach getaner Arbeit Hot Dogs und einen wärmenden Punsch im Gemeindehaus. Oft erhalten die Hülbener später auch ein Dankeschön von den Kindern, die unterstützt wurden. Deshalb sprach CVJM-Vorsitzender Christoph Kullen bei der Begrüßung auch von einer "echt coolen" Aktion. Schon zum 14. Mal könnten sich Kinder auf dieser Welt über die Unterstützung aus Hülben freuen: "Als die Aktion zum ersten Mal stattfand, waren viele von euch noch gar nicht auf der Welt."

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