Bad Urach / Luisa Scheurer Wir sprachen mit Muhterem Aras, der Landtagspräsidentin von Baden-Württemberg. Sie erlaubte uns einige persönliche Einblicke in ihre Tätigkeiten.

Muhterem Aras ist bereits seit 2011 Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg. Im Mai 2016 wurde sie zur Landtagspräsidentin gewählt, vorher hat sie sich unter anderem im Ausschuss für Jugend engagiert. Muhterem Aras musste bereits öfter mit Anfeindungen seitens der AfD wegen ihrer türkischen Herkunft kämpfen und verwies im Zuge derer zwei Abgeordnete aus einer Landtagssitzung.

Denken Sie, dass Jugendliche politisch etwas bewegen können?

Jugendliche können sogar sehr viel bewegen. „Fridays for Future“ ist dafür ein gutes Beispiel und zeigt dass Jugendliche an der Politik interessiert sind und sich dafür europaweit vernetzen. Viele junge Menschen zeigen nicht nur Interesse für ihr persönliches Umfeld, sondern auch für europaweite Themen.

Wie denken Sie, kann man sich als Jugendlicher am Besten politisch engagieren?

Man kann natürlich unterschiedlichen Parteien beitreten, dort gibt es überall Jugendorganisationen. Aber nicht nur das, in Vereinen wie der Feuerwehr, Jugendorganisationen Kirchen oder an Schulen kann man genauso politisch aktiv sein. Ansonsten ist auch der Jugendgemeinderat eine tolle Möglichkeit, um etwas zu bewegen.

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Urach wurde am Dienstagnachmittag zu einem Küchenbrand alarmiert. Ein Rauchmelder hatte Nachbarn auf die Rauchentwicklung aufmerksam gemacht.

Sie sind in Baden-Württemberg die erste Frau im Amt der Landtagspräsidentin und bundesweit die erste Muslimin im Amt. Wie fühlt sich das für Sie an?

Mir ist es in erster Linie wichtig, dass ich die erste Frau im Landtag in Baden-Württemberg in diesem Amt bin. Ich finde, es war auch höchste Zeit, dass eine Frau dieses Amt führt, da der Landtag hier verhältnismäßig mit viel mehr Männern besetzt ist, als mit Frauen. Ansonsten möchte ich allerdings nicht nur auf meine Religion reduziert werden.

Sie haben im Laufe einer Landtagssitzung die AfD-Politiker Stefan Räpple und Wolfgang Gedeon des Landtags verwiesen, da beide sich Ihnen gegenüber unangebracht verhalten hatten. Wie gehen Sie mit so einer Situation um?

Natürlich ist das nicht einfach, Aber es gibt parlamentarische Gepflogenheiten, an die man sich halten muss. Und man muss damit rechnen, dass es einzelne Parlamentarier gibt, die sich nicht um diese Gepflogenheiten scheren. Da kann ich nur sagen, ich werde die Geschäftsordnung rigoros einhalten ohne das Ansehen der einzelnen Personen zu beachten. Ich vergleiche meine Position mit der eines Schiedsrichters. Es gibt keine Debatte mit dem Schiedsrichter, insofern gibt es auch keine Debatte mit mir, wenn man gegen bestimmte Regelungen verstößt. Jeder hat Möglichkeiten nach der Sitzung gegen Entscheidungen vorzugehen: Man kann Einspruch einlegen, man kann im Parlament eine Abstimmung machen und sogar vor dem Landesverfassungsgericht klagen. Das ist ja geschehen und das ist auch das gute Recht von Jedem. Aber sich in der Debatte hinzustellen und zu sagen „ich gehe nicht“, so kann kein Parlament funktionieren.

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In unserer Serie „10 Fragen an ...“ sprechen wir mit interessanten Menschen und Persönlichkeiten aus der Region.