Die Woche Peter Kiedaisch über das, was die Zukunft zeigen wird Vielleicht ganz gut so

Peter Kiedaisch.
Peter Kiedaisch. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Von Peter Kiedaisch 18.08.2018

Während der vergangenen Tage hat das Brummen eines Baggermotors verbunden mit dem Heulen der dazugehörenden Schaufelhydraulik den Geräuschpegel der Stadt überlagert. Eine auf Erdaushub spezialisierte Firma war damit beschäftigt, den Ermskanal auszubaggern. Das wurde notwendig, um dort einen ganz anderen Pegel zu senken: den des Wassers. Damit nach stundenlangem Platzregen, wie er in diesem Sommer häufiger vorgekommen ist, die Fluten im Kanal bleiben können und nicht in die Keller der Anwohner ausweichen. Doch das Ausbaggern erwies sich für den Mann im Bagger und seinen Kollegen, der tonnenweise Schlamm und Sintergestein mit dem Laster abtransportierte, als Sisyphos-Arbeit. Ausbaggern ist schließlich nur dort möglich, wo ein Zugang zum Kanal besteht. Also an verschwindend wenigen Stellen, sodass der Baggerführer vor allem an Brücken zu sehen war, weil die ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen sind. Bringt das etwas? Das fragten sich am Donnerstag Anwohner des Duderstadtgeländes an der Römerstraße. Einer von ihnen nutzte den warmen Tag und stieg in den Ermskanal. Was er berichtet, deckt sich mit anderen Aussagen: Der sich dort abgesetzte Schlamm dürfte gut und gerne einen Meter hoch sein. Jetzt könnte man einen Raupenbagger kleinerer Bauart in den Kanal setzen, der das ganze Zeug dorthin schiebt, wo es der Bagger rausfischen kann. Das wiederum missrät, weil hierfür das Wasser aus dem Kanal abgelassen werden müsste, was am Veto zweier Betriebe scheitert: Die benötigen das Wasser aus unterschiedlichen Gründen. Ob das punktuelle Ausbaggern ausreicht, um Überschwemmungen wie Ende Mai und Anfang Juni zu verhindern, wird die Zukunft zeigen. Die Zukunft kommt auch ins Spiel, wenn es um Metzingens Bäder geht. Die Bürgerinitiative, die die bestehenden Bäder erhalten und erweitern, das geplante Kombibad aber verhindern möchte, hat ihr Ziel erreicht und erstaunlich viele Unterschriften und damit Unterstützer hinter sich gebracht. Nun kommt es wohl zum Bürgerentscheid. Vielleicht ist das ganz gut so. Dann liegen die Karten auf dem Tisch. Gemeinderatsbeschlüsse zu kippen, sollte allerdings nicht zur Tagesordnung werden. Wer nämlich die repräsentative Demokratie infrage stellt, riskiert populistische Entscheidungen. Na ja, wenn es um Bäder geht, ist das ja noch relativ harmlos.

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