Metzingen Viele Fragen an die Experten

MICHAEL KOCH 30.01.2013
Sehr energieintensiv ist die Fertigung bei der Max Holder GmbH. Vom Energietisch erhofft sich das Unternehmen daher Impulse, wie die erheblichen Energiekosten gesenkt werden können.

Mit der Idee des Energietisches rannten die Initiatoren, die IHK Reutlingen und die Stadt Metzingen, bei der Max Holder GmbH offene Türen ein. Schließlich plagen das Unternehmen jedes Jahr immense Kosten alleine für die Energieversorgung. Hier schlummert von der Summe her also ein großes Einsparpotenzial - vom positiven Einfluss auf die Umwelt ganz zu schweigen.

Doch als ganz so einfach entpuppt sich das Unterfangen "Energieeinsparung" beim traditionsreichen Hersteller von Kommunalfahrzeugen und Weinbautraktoren nicht. "Die Firma Max Holder ist selbst nicht Eigentümer der Immobilien, sie gehören seit der Insolvenz der Vorgängerfirma, Holder Industries, im Jahre 2008 dem Insolvenzverwalter", verdeutlicht Produktionsleiter Wolfgang Schwarz das Problem. Investitionen in eine bauliche Sanierung, die große energetische Verbesserungen mit sich bringen würde, werden durch die Mietkonstellation erschwert. "Wir verlieren sehr viel Wärme einfach durchs Dach", sagt Wolfgang Schwarz mit Blick auf die Oberlichtfenster älteren Semesters.

Dennoch hat er mit der Geschäftsleitung mehrere Punkte definiert, die er im Rahmen des Energietisches mit den anderen beteiligten Unternehmen und den Fachingenieuren, die auch die Max Holder GmbH unter die Lupe nehmen werden, erörtern möchte.

Zum einen ist da die Beleuchtung. Eine Produktionslinie ist bereits mit Energiesparlampen ausgerüstet, eine weitere könnte folgen. Effekte erhofft sich Schwarz auch durch Bewegungsmelder, die das Licht abschalten, wenn in Teilen der Hallen oder Kellern niemand mehr tätig ist.

Einen anderen Ansatzpunkt bietet der Rollenprüfstand, auf dem drei Mal täglich ein Fahrzeug getestet wird. Dort werde so viel Sprit verbraucht, dass er die Fachberater nach Ideen fragen wolle, wie die dort erzeugte Energie noch sinnvoll genutzt werden könne, so Schwarz.

Eine Art Altlast bildet das riesige Druckluftsystem, das immer weniger benötigt werde, für die wenigen Einsätze aber stets komplett laufen muss. "Das sind alte Kompressoren mit niedrigem Wirkungsgrad", weiß Schwarz. Da man zudem immer mehr auf Akkugeräte umsteige, sei er gespannt, welche Vorschläge zum Druckluftsystem sich durch den Energietisch ergeben.

Das größte Verbesserungspotenzial liegt laut Wolfgang Schwarz sicherlich in den älteren Gebäudeteilen, in denen die Produktion untergebracht ist. Die Hallen für die Verwaltung und Konstruktion sowie das Ersatzteillager sind bei weitem nicht so alt und daher in einem besseren Zustand. Das Kundencenter hingegen ist erst vor zwei Jahren grundlegend umgebaut worden und dürfte wohl den besten Energiestandard aufweisen.

"Wir verbinden mit dem Energietisch die Aussicht, das Unternehmen mittelfristig energetisch auf ein gutes Niveau zu bringen. Konkreten Ziele, etwa in der Form, dass wir einen definierten Prozentsatz an Energie einsparen wollen, spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle. Alles, was wir einsparen können, tut uns als Unternehmen gut", erzählt der Produktionsleiter. Er hält es außerdem für sehr interessant und wichtig, die Zuständigen anderen Metzinger Firmen kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Nicht nur im eigenen Haus, auch für die Kunden möchte die Max Holder GmbH einen Schritt nach vorne tun. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Unternehmen unter anderem mit alternativen Antrieben. Umweltfreundliche Materialien und Effizienz steigende Funktionen kommen bereits beim neuesten Modell, dem X 30, zum Einsatz. "Wir reagieren damit auf die steigende Nachfrage unserer Kunden", sagt Wolfgang Schwarz.



Energiewende vor Ort: Wie Unternehmen Energie sparen wollen

Vom 19. Januar bis 23. Februar widmet sich unsere Zeitung in besonderer Weise dem Energietisch Metzingen. Jenem Zusammenschluss von bislang zehn Firmen, die Energiespar-Potenziale in ihren Unternehmen ausloten und entsprechend darauf reagieren wollen. Initiiert wurde das Projekt in Metzingen vom Arbeitskreis Energie, von den Stadtwerken und der Stadt Metzingen sowie von der IHK Reutlingen. In loser Folge stellen wir die einzelnen Firmen und ihre Planungen für Energieeinsparungen vor.

Bislang sind am Energietisch beteiligt: Albert Maier, Aluminium-Gießerei Grießinger, Asphalt malibu, b-werk-marken Architektur, Hotel-Restaurant Schwanen, Firma Krämer, Firma Max Holder, Refusol, Sauter Feinmechanik, Stadtwerke Metzingen.