Da meckern selbst die Ziegen vollkommen zurecht. Zum wiederholten Male ist an einer ihrer Weiden  massiv randaliert worden. Diesmal betrifft es den Dettinger Hausberg, das Calverbühl, selbst. Tatzeit: das vergangene Wochenende.

Die Kuppe des Calverbühls wird seit jeher von einer Sitzgruppe gekrönt, von der aus man die Aussicht auf die Gemeinde und das Ermstal genießen kann. In den vergangenen Jahren war diese Sitzgruppe immer mal wieder verunreinigt, weil die dort weidenden Ziegen der Ziegenfreunde Dettingen die Absperrung durchbrochen hatten.
2018 schließlich wurde beides erneuert: die Sitzgruppe und die Absperrung. Besonders letzte erfreut sich seither immer wieder Übergriffen von Besuchern, die vermutlich zu nachtschlafender Zeit angetrunken von der nahegelegenen Grillstelle zum Calverbühl emporgestiegen sind. Mal sind Stahlseile durchschnitten, erst kürzlich fehlte die komplette  Eingangstüre, und nun wurde eben diese samt eingelassener Bodenhalterung umgedrückt und beschädigt.

Material- und Zeitaufwand

Der materielle Schaden, der dabei den Ziegenfreunden entsteht, ist über das Jahr gesehen beträchtlich. Alleine dieses Mal rechnet der Vereinsvorsitzende Matthias Buck „mit mehreren hundert Euro“. Was ihn und seinen Mitstreiter Fritz Wurster mindestens ebenso stört, ist der Zeitaufwand, den die Ehrenamtlichen für die Reparatur jetzt wieder aufbringen müssen. „Als hätten wir sonst nichts zu tun“, schimpft Wurster.
Buck und Wurster wurden im Laufe des Montags von der Gemeinde Dettingen über das Ungemach am Calverbühl informiert, am Abend waren sie dann gemeinsam mit der Polizei vor Ort, um sich das Unheil anzuschauen. Die Beamten nahmen die Anzeige auf und versuchen nun, den oder die Täter zu ermitteln.

Auch schon Brandstifter unterwegs

Immer wieder kommt es bei den Ziegenfreunden zu mutwilligen Zerstörungen. Nur knapp an einem Desaster vorbeigeschrammt ist man im vergangenen Herbst, als ein Brandstifter im vereinseigenen Stall ein Feuer legen wollte und Strohballen angezündet hat. Bevor diese sich jedoch richtig entzünden konnten, wurde das Feuer zufällig entdeckt und gelöscht. Ein Täter wurde übrigens nie ermittelt, das Verfahren ist inzwischen eingestellt.
Auf einer Weide am Dettinger Tuchhäusle wurden alle Eckpfosten, die eigentlich fest im Boden eingelassen sind, umgedrückt. Auch kam es schon vor, dass die Litzen des Weidezauns durchgeschnitten waren, sodass die Ziegen abhauen konnten. „Das alles ist unnötig wie ein Kropf“, wundert sich Matthias Buck über die blöden Ideen anderer Menschen. Was sich die Ziegen angesichts solcher Zeitgenossen denken, sei an dieser Stelle besser verschwiegen.