Riederich Urnengarten nimmt Form an

Das Bild zeigt die Vision des Riedericher Urnengartens. Die drei Stelen stehen bereits.
Das Bild zeigt die Vision des Riedericher Urnengartens. Die drei Stelen stehen bereits. © Foto: Privat
Riederich / Anne Laaß 23.02.2018

Nach wie vor hat der Rat die Vision im Blick: die Neugestaltung des Friedhofs. Planer Jörg Sigmund hat bereits im vergangenen Jahr ein Konzept für die „Neue Mitte“ entworfen und präsentiert. Aufgrund der immer stärker werdenden Nachfrage nach Urnenbestattungen, die etwa 60 Prozent ausmachen, sollen nun ein Urnengarten entstehen. Die vorhandenen Stelen auf dem Riedericher Friedhof sind mittlerweile voll belegt.

Dass die Stelen bislang etwas einsam wirken, sei Absicht. „Es wurde so gemacht, um die Nischen decken zu können“, erklärte der Planer bei der Sitzung am vergangenen Mittwochabend.

Der Splittbelag, der momentan dort liegt, ist ein Provisorium, das ganz bewusst geschaffen wurde. Die „Neue Mitte“ soll, von den drei Stelen ausgehend, einen Halbkreis mit Urnengräbern bilden. Wichtig für die Planung sei auch die Barrierefreiheit gewesen. So soll es Sitzmöglichkeiten geben, die nicht nur mit einer Rückenlehne ausgestattet sind, sondern auch an jedem Platz Armstützen haben. Neben der klassischen wurde aber auch eine Rundbank vorgesehen, die vor den Stelen platziert wird. Der Vorteil hierbei wäre, dass die Bank Sitzplätze in Richtung Urnengarten und Stelen hätte. Eine Splitteinstreudecke ist als Belag vorgesehen.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich 2018 auf 152 542 Euro. Insgesamt sind es jedoch 208 260, wobei bereits im vergangen Jahr knapp 44 000 Euro für den Bau der drei Urnenstelen gezahlt wurde. Prinzipiell bewertete der Gemeinderat das Konzept von Landschaftsplaner Jörg Sigmund als gut, nur das Thema Hainbuche regte zur Diskussion an. Einig seien sich die Ratsmitglieder laut Bürgermeister Tobias Pokrop darin gewesen, dass es „in der Neuen Mitte etwas Neues geben soll.“ Aus diesem Grund schlug Sigmund den Amberbaum vor. Dieser besteche im Herbst durch seine leuchtroten Farben. Allerdings sieht das Konzept vor, dass die Hainbuche, die bislang auf dem Friedhof steht, umgepflanzt oder gar gefällt werden muss. „Der Baum muss für die gestalterische Mitte weichen, auch, wenn das Gärtnerherz dagegen spricht“, sagte Sigmund.

Ratsmitglied Johanna Kruppa fragte indessen nach, ob man nicht heimische Bäume verwenden oder einfach die Hainbuche stehen lassen könne. Gisela Kromer sah es ähnlich und meinte, dass jeder Baum Laub abwirft und so Flecken entstehen können. Dem Wunsch nach einem „Einheimischen“ schloss sich auch Dietmar Hacker an. „Einen gesunden Baum aus optischen Gründen zu fällen, halte ich für schlecht.“ Zudem merkte er an, dass dies wohl kaum ökologisch sein kann. „Ich würde ihn stehen lassen“, betonte Ulrich Büttel, anstatt vier Exoten reinzusetzen. Ratsmitglied Bernhard Mutsch fragte, warum man einen Baum, der in dieser Größe etwa 7000 Euro kosten würde, gefällt werden sollte? Eine Umpflanzung wäre eher vereinbar, wobei Bürgermeister Pokrop anmerkte, dass dies etwa 3000 Euro kosten könne.

„Ich finde, der gestalterische Aspekt steht bei dem Projekt im Vordergrund“, erklärte Petra Bäuerle, sie traue einfach dem Kenntnisstand des Planers. Herbert Schietinger stimmte dem zu: „Ich sehe es als runde Sache und würde die Planung nicht an diesem Baum festmachen.“ Er schlug vor, Angebote bezüglich einer Um­pflanzung einzuholen. Sollten die Kosten nicht tragbar sein, könne der Rat nochmals über die Sache diskutieren. Die Realisierung der Maßnahme wurde mit einer Enthaltung beschlossen.

60

Prozent machen die Urnenbestattungen auf dem Riedericher Friedhof aus. Daher soll der erste Bauabschnitt für den Urnengarten noch 2018 beginnen.

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