Noch gibt es Reisewarnungen für Länder wie die Türkei und Ägypten. Sobald diese aufgehoben werden, dürften wieder deutlicher mehr Urlauber dorthin reisen. Doch die Staaten stehen, so wie Dutzende weitere, auf der Liste mit Risikogebieten des Robert Koch-Instituts (RKI). Im Urlaub selbst gibt es damit eventuell keine Probleme - aber danach.

Was bedeutet überhaupt Corona-Risikogebiet?

Bekannt ist bislang die Reisewarnung - eine dringender Appell des Auswärtigen Amtes (AA), von einer Reise in das entsprechende Land abzusehen. Darüber hinaus gibt es noch eine Liste mit Risikogebieten. Sie enthält Länder, in denen entweder ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, oder in denen die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber zum Beispiel zu wenige Testkapazitäten gibt.
Urlauber sollten stets prüfen, in welche Kategorie ihr Reiseland fällt. Denn das hat praktische Auswirkungen bei der Rückkehr nach Deutschland: Laut Infektionsschutzverordnung müssen sich Reisende, die in einem Risikogebiet waren, bei der Rückkehr nach Deutschland für 14 Tage in Isolation begeben.

Welche Konsequenzen ergeben sich für Arbeitnehmer?

Eine allgemeine Quarantäne-Verordnung für alle Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten kann unter Umständen auch für Arbeitnehmer zum Problem werden: Beschäftigte, die nach einem Urlaub für 14 Tage zu Hause bleiben müssen, gehen das Risiko ein, für diese Zeit keinen Lohn zu erhalten. Darauf weist der Bund-Verlag hin. Beschäftigte dürfen im Falle einer Quarantäne ihren Arbeitsplatz nicht aufsuchen - und ohne Arbeitsleistung erhalten sie keinen Lohn.
Lohn-Entschädigungen im Quarantänefall gibt es nach Paragraf 56 im Infektionsschutzgesetz nur bei einer behördlich und individuell angeordneten Quarantäne, wie sie zum Beispiel ein Gesundheitsamt nach Kontakt mit einer Risikoperson anordnen kann. Der Arbeitgeber zahlt dann für die Zeit Leistungen in Höhe des Verdienstausfalls an den Arbeitnehmer.
Eine Möglichkeit kann es für manche Berufstätige sein, für die Zeit der Quarantäne von zu Hause aus zu arbeiten. Dann bekommen Beschäftigte auch weiter Lohn. Eine Reise ins Risikogebiet verbieten, das dürfen Arbeitgeber allerdings nicht:

Was droht Schülern bei Rückkehr aus einem Corona-Risikogebiet?

Wer mit seinen Kindern in den Ferien in ein Risikogebiet fährt, sollte an den Unterrichtsbeginn denken. Es ist ratsam, spätestens 14 Tage vor dem ersten Schultag von der Reise zurückzukehren.
In bestimmten Fällen lässt sich die Quarantäne allerdings umgehen: Die Pflicht zur häuslichen Isolation fällt weg, wenn Familien sofort nach Einreise ein ärztliches Attest in deutscher und englischer Sprache darüber vorlegen können, dass keine Anzeichen für eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus vorliegen.

Was bedeuten die Bestimmungen für Familien mit Kita-Kindern?

Die Bestimmungen lassen sich nicht eins zu eins auf die Situation mit nicht schulpflichtigen Kindern übertragen. Denn für sie besteht keine Pflicht, eine Tageseinrichtung zu besuchen. Außerdem liege es in der Verantwortung der jeweiligen Träger, die Hygienebestimmungen einzuhalten, teilt die Berliner Senatsverwaltung auf Anfrage mit.
Sollten Eltern mit jüngeren Kindern in den Ferien ein Risikogebiet besucht haben, ist aber auch hier eine Isolation für 14 Tage nötig, falls kein Attest vorgelegt werden kann. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub müssen sie individuell mit ihrer Einrichtung klären, unter welchen Voraussetzungen ihr Kind wieder in die Kita darf

Was ist ein PCR-Abstrich-Test?

Dem ärztlichen Zeugnis, um etwa wieder am Unterricht teilnehmen zu dürfen, muss ein Abstrich-Test (PCR) zugrunde liegen, der in einem EU-Mitgliedsstaat oder einem anderen vom RKI empfohlenen Land gemacht wurde. Der Test darf bei Einreise nach Deutschland nicht länger als 48 Stunden zurückliegen. Ob man am Urlaubsort ohne Weiteres einen solchen Test über ein entsprechend zertifiziertes Labor durchführen lassen kann, wie es das RKI vorsieht, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
Alternativ kann man sich auch bei oder nach der Einreise in Deutschland testen lassen. Sobald ein negatives Testergebnis vorliegt, in der Regel nach 24 oder 48 Stunden, entfällt die Pflicht zur Quarantäne. Jedoch betont das Gesundheitsministerium auf Anfrage: Maßgeblich sei, ob und wie das jeweilige Bundesland die Regelungen der entsprechenden Musterverordnung übernommen hat.

Und die Kosten?

Wer sich nur vorsorglich testen lässt, um eine Quarantäne zu vermeiden, muss die Kosten von in der Regel mehr als 100 Euro gegebenenfalls selbst tragen - außer, die Verordnungen im jeweiligen Bundesland sehen etwas anderes vor. Zeigt man dagegen Symptome und wird deshalb getestet, zahlt die Krankenkasse den Test.