Corona hat vielen Menschen die diesjährigen Urlaubsplanung gehörig durcheinander gewirbelt oder vollständig zunichte gemacht. Als mögliche Alternative zu Spanien, Italien und Co. steigen derzeit viele auf Urlaub im eigenen Land um, etwa an der Ostsee. Doch wie sieht es dort mit corona-bedingten Regelungen und Maßnahmen aus? Auf welche Einschränkungen muss man sich wo gefasst machen. Wir haben für euch die Möglich- und Unmöglichkeiten des Urlaubs an der Ostsee zusammengefasst:

Generelle Regeln für innerdeutsche Reisen

Zum Umgang mit Reisenden aus Risikogebieten haben sich Bund und Länder am 26. Juni auf eine gemeinsame Linie verständigt. Danach dürfen Reisende aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nur dann in einem Hotel aufgenommen werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht infiziert sind. Der Test darf bei der Anreise nicht länger als zwei Tage zurückliegen. Generell gilt auf unbestimmte Zeit:
  • länderübergreifend Maskenpflicht im Handel und in der Gastronomie
  • für Dienstleistungen die auf den Tourismus ausgelegt sind, gelten weiterhin die allgemein gültigen Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen, etwa ein Mindestabstand von eineinhalb Metern
  • Tanzveranstaltungen bleiben verboten
  • Kontaktdaten müssen hinterlegt werden
  • Zutrittsbeschränkungen bei Freizeitattraktionen etc.
  • Ticketverkäufe vielerorts fast ausschließlich online

Mecklenburg-Vorpommern lockert Verordnungen – Feiern mit bis zu 1000 Personen möglich

Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern ist fast wieder normal möglich, so sind Hotels und Ferienwohnungen wieder normal geöffnet. Gleiches gilt für Campingplätze. Die Menschen dürfen sich zudem in Kürze wieder in unbegrenzter Zahl mit anderen treffen. Die Obergrenze von zehn Personen ist am 10. Juli ausgelaufen. Allerdings bleibt das Abstandsgebot zu Personen bestehen, die nicht zur eigenen Familie oder zum eigenen Hausstand gehören.
Auch größere Veranstaltungen sollen wieder möglich sein. So dürfen in Räumen wieder maximal 200 Menschen teilnehmen, bei Veranstaltungen im Freien 500. In Ausnahmen könnten auch bis zu 1000 Menschen zugelassen werden.

In Schleswig-Holstein haben Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze wieder geöffnet

Schleswig-Holstein weißt ausdrücklich daraufhin, dass, sollte man sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet also etwa den USA aufgehalten haben, man unverzüglich in häusliche Quarantäne muss oder einen negativen Coronatest vorweisen muss, der nicht älter als 48 Stunden ist. Wer sich nicht an diese Regelung hält riskiert ein Bußgeld.
Für Touristen an sich wichtig ist, dass Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätze wieder uneingeschränkt geöffnet haben dürfen. Ebenso wurden die Öffnungszeiten-Beschränkungen für Restaurants aufgehoben. Veranstaltungen im Freien sind für bis zu 250 Teilnehmende erlaubt, in geschlossenen Räumen für bis zu 100. Zusammenkünfte von bis zu 50 Personen sind im privaten Raum zulässig.

Und im Ausland...

Dänemark – Keine Maskenpflicht, dafür sechs Übernachtungen Minimum

Mittlerweile wurden auch in Dänemark die Corona-Regelungen gelockert. So dürfen jetzt auch wieder Touristen in das Land reisen, ohne einen triftigen Grund vorweisen zu müssen. Einzige Bedingung bleibt jedoch: Man muss mindestens sechs Nächte im Land bleiben. Diese Regelung gilt allerdings nicht für Bewohner von Schleswig-Holstein, Personen, die Partner oder eine Immobilie in Dänemark haben.
Seit Mittwoch dürfen sich zudem wieder bis zu 100 Menschen am selben Ort versammeln. Für Veranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten - wie etwa Ligaspiele der obersten dänischen Fußballliga - gelten bereits Ausnahmen. Restaurants, Cafés und Geschäfte haben wie auch hierzulande wieder geöffnet. Zudem besteht keine Maskenpflicht.

Schweden als Risikogebiet: Einreise möglich, aber „auf eigene Gefahr“

Auch die Einreise nach Schweden mit Transit über Dänemark ist de facto möglich. Allerdings gilt noch bis einschließlich dem 31. August eine Reisewarnung der deutschen Bundesregierung. Das bedeutet von nicht dringenden Reisen nach Schweden wird abgeraten, da Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fälle pro 100 000 Einwohner immer noch überschreitet.
Generell gilt:
  • alle Grenzübergänge sind geöffnet
  • es bestehen Flug- und Fährverbindungen
  • Norwegen und Finnland lassen eine Einreise aus Schweden allerdings nicht zu
  • es besteht keine Maskenpflicht
Als Reisender muss allerdings darauf geachtet werden, dass bei Reisen in Risikogebiete der Reisekrankenversicherungsschutz nicht mehr greift. Das bedeutet, man ist für die Zeit seines Aufenthaltes nicht versichert. Bei der Rückreise aus Schweden gilt zudem in einigen Bundesländern immer noch eine zweiwöchige Quarantänepflicht oder man lässt einen Corona-Test machen.

Hochzeiten und Co. in Polen wieder möglich - doch die Bußgelder sind hoch

Unser Nachbarland im Nordosten hat bereits seit dem 13.Juni seine Grenzen wieder geöffnet. Ebenso sind viele Beschränkungen im öffentlichen Leben wieder aufgehoben. So haben Bars, Cafés und Restaurant wie auch Campingplätze und Hotels wieder geöffnet. Ebenso dürfen Hochzeiten bis 150 Gäste wieder gefeiert werden. Reisende und Urlauber müssen weder in Quarantäne, noch einen negativen Corona-Test vorweisen.
Dennoch gilt auch hier eine generelle Maskenpflicht (lokale Unterschiede möglich) und im öffentlichen Nahverkehr gilt eine Personenobergrenze für die Hälfte der vorhandenen Sitz- und Stehplätze.
Verstöße werden mit Bußgelder zwischen 5000 und 30000 Zloty geahndet, das entspricht einer Summe zwischen 1100 und 6700 Euro.