Urlaub ja oder nein? In- oder Ausland? Buchen oder nicht? Viele Menschen sind derzeit im Ungewissen wie es mit dem Jahresurlaub weiter gehen soll. Nun haben auch die US-Kreuzfahrtanbieter ihre Corona-Zwangspause bis einschließlich 15. September verlängert.
Gleichzeitig kehrt in großen Teilen Europas die Reisefreiheit wieder zurück: So hat die Bundesregierung Reisewarnung für 27 europäische Länder wieder aufgehoben. Doch was bedeutet eine Reisewarnung und welche Folgen hat sie für den Urlaub?

Was bedeutet eine Reisewarnung?

Reisewarnungen enthalten einen dringenden Aufruf des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land zu unterlassen, da das Land so zum Risikogebiet erklärt wird. Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht. Zudem muss jeder, der aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland einreist, damit rechnen, 14 Tage Quarantäne verordnet zu bekommen.

Welche Folgen kann das Reisen in Länder mit Reisewarnung haben?

Es gibt zum Beispiel Auswirkungen auf eine Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung. Letztere kann dann das Bezahlen von Arztkosten im Reiseland verweigern. Und die Rückerstattung von Kosten bei freiwilliger Stornierung ist eingeschränkt.
Grundsätzlich gilt: Bucht man bei einer bestehenden Reisewarnung eine Reise in das entsprechende Land, hat man keinen Anspruch auf eine kostenfreie Stornierung. Pauschalurlaub werden allgemein nicht von Reiseveranstalter für Länder mit Reisewarnung angeboten.

Sollte man trotzdem einen Urlaubsaufenthalt buchen?

Urlauber können jetzt zum Beispiel für den Oktober in der Hoffnung buchen, dass dann keine Reisewarnung mehr für ihr ausgewähltes Urlaubsland besteht. Gilt die Reisewarnung kurz vor Reiseantritt weiter oder würde die geplante Reise durch verschiedene Einschränkungen erheblich beeinträchtigt, so stehen die Chancen den Experten zufolge gut, stornokostenfrei zurücktreten zu können.
Wer sichergehen will sollte in diesem Jahr allerdings nur Reiseangebote buchen, bei denen bis zum Reiseantritt oder kurz davor ausdrücklich ein kostenfreies Rücktrittsrecht besteht.
Urlaub in der Corona-Krise Ansturm auf die Ostseeküste

Binz

Was passiert, wenn eine neuerliche Reisewarnung ausgesprochen wird?

Für deutsche Reiseveranstalter ist eine Reisewarnung bindend. Sie sagen Pauschalreisen ab, sobald das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für ein Land ausspricht. Urlauber können dann aber auch ihrerseits kostenlos den Reisevertrag kündigen. Ist man bereits im Urlaub und die Warnung wird dann ausgesprochen, geben einige Firmen eine Rückholgarantie. Individualreisende müssen sich allerdings selbst um eine Rückholung bemühen und diese auch zahlen.

Was hat es mit der Einstufung als Risikogebiet auf sich?

Neben der Liste mit den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes gibt es noch eine zweite Liste mit sogenannten Risikogebieten. Sie verzeichnet Regionen in der Welt, in denen entweder ein erhöhtes Risiko besteht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, oder in denen die Fallzahlen zwar niedrig sind, es aber zu wenige Testkapazitäten oder etwa unzureichende Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung gibt.
Wer aus einem der dort genannten Länder oder Gebiete nach Deutschland zurückkommt, muss damit rechnen, in Quarantäne geschickt zu werden. Auf der Website des Bundesinnenministeriums heißt es dazu, eine 14-tägige Quarantänepflicht.

Und wie steht es um die beliebtesten Reiseziele der Deutschen?