Projekt Unterstützung für Eldoret

Bempflingen / Anja Weiß 28.12.2017
Etwa 300.000 Kinder leben in Kenia auf der Straße. Das Projekt „Eldoret Kids“ gibt ihnen die Chance auf eine Zukunft.

Die Wirtschaft brummt in Kenia, doch bei den meisten Menschen kommt vom Wachstum nichts an. Nach wie vor leben 43 Prozent unter der Armutsgrenze, mehr als 300 000 Kinder fristen ihr Dasein auf der Straße. Sie mussten ihre Familien verlassen, weil die nicht für sie sorgen können. Die Kinder schlafen unter Brücken, und müssen schauen, wie sie überleben. Das Problem wird sich in den künftigen Jahren noch verschärfen, denn die Bevölkerung wächst rasant. Momentan hat Kenia 40 Millionen Einwohner, 2050 könnten es 80 Millionen sein. Das Land leidet zunehmend unter dem Klimawandel, es gibt immer mehr Dürren, was die Lebensmittel teurer macht.

„Verändere Leben“

Die Bempflingerin Birgit Zimmermann arbeitet seit neun Jahren in Eldoret, das ist die fünftgrößte Stadt in dem afrikanischen Land. Sie hat das Badilisha Maisha Center (BMC) gegründet, das bedeutet „Verändere Leben“ und ist zugleich das Programm. Das Hilfsprojekt bietet jedes Jahr acht bis zehn Kindern von Januar bis Ende August eine Bleibe, es ist ein Rehazentrum, das den Straßenkindern hilft, zurück ins Leben und zu ihren Familien zu finden. Auch im Anschluss übernimmt die  Organisation die Schulgebühren. „Es ist unser Anliegen, dass sie eine Ausbildung bekommen“, sagt Birgit Zimmermann, nur so haben sie die Chance dass sie ein eigenes Leben führen können. Ihre Arbeit ist erfolgreich: 95 Prozent von ihnen kehren zu ihren Familien zurück und erreichen einen Schulabschluss, sagt Zimmermann.

Sie ist momentan auf Weihnachtsurlaub in Bempflingen und nützt diese Zeit natürlich auch, um für ihre Sache die Werbetrommel zu rühren und den rund 120 Mitgliedern des Vereins „Eldoret Kids“ von Neuerungen und Erfolgen zu berichten. Diese gibt es nämlich trotz aller Widrigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben. So werden auch im kommenden Jahr 15 Kinder im Projekthaus aufgenommen.

Außerdem gibt es als neues Vorhaben eine Unterstützung der Mütter. Das hängt mit „Mama Nixon“ zusammen, die seit einiger Zeit in einer kleinen Hütte auf dem Grundstück der Hilfsorganisation lebt. Ihr Mann hat sie verlassen und sie hat ihre Wohnung verloren. Sie stand allein da mit drei Kindern, eines davon ist nach einer Hirnhautentzündung behindert. Das BMC hat beschlossen, ihr zu helfen und nun lebt sie dort, hilft auf der Farm mit, für ihre Kinder wird das Schulgeld bezahlt. Und sie wird künftig eine Art Selbsthilfegruppe leiten, die Mütter darin unterstützen soll, sich selbst zu versorgen. So stellt „Mama Nixon“ beispielsweise Körbe her, mit deren Verkauf sie Geld verdient.  Neu ist auch, dass die Organisation versucht, Jugendlichen eine Berufsausbildung zu organisieren. Ein Mitarbeiter hilft, mit möglichen Ausbildern und Arbeitgebern Kontakt aufzunehmen.

Rund 55 000 Euro braucht der Verein „Eldoret Kids“, um all diese Aufgaben fürs kommende Jahr erledigen zu können, sagt der Vorsitzende Holger Dembek. Das hört sich viel an, aber wenn man bedenkt, dass damit mehr als 50 Kinder unterstützt werden, ist es wenig. Es wird das Essen bezahlt, die Unterkunft, Kleidung, Schulgeld, aber auch der Lohn für die Mitarbeiter vor Ort, die etwa 150 Euro im Monat verdienen und alles weitere, was benötigt wird. Rund 200 bis 300 Kinder konnte so schon geholfen werden, sie haben die Chance, ein Leben zu führen ohne bittere Armut und ohne Drogen. „Man spürt, dass dieses Projekt mit Herzblut geführt wird“, lobt Dembek. Außerdem hebt er hervor, dass jede Spende direkt ankommt und auch die Langfristigkeit sei etwas Besonderes. Wenn die Kinder zurück sind im Kreis der Familie, unterstützt man sie dennoch weiter, so wie auch andere Dorfbewohner, denen man unbürokratisch zur Seite steht, wenn sie in Not geraten.

Weitere Mitglieder gesucht

Auch aus Deutschland kommen immer wieder Besucher, um mit anzupacken, und auch die größeren Kinder, die bereits fertig sind mit der Schule, bleiben mit dem BMC verbunden, helfen den Kindern, die momentan dort aufgenommen sind, um den Weg zurück ins Leben zu finden. Um diese wichtige Arbeit zu unterstützen brauchen die „Eldoret Kinds“ vor allem eines: Weitere Mitglieder und Unterstützer.

Spende, Patenschaft oder Mitgliedschaft

Hilfe für Straßenkinder Es gibt mehrere Wege, um den Straßenkindern in Eldoret zu helfen. Die Spenden kommen auf direktem Wege in voller Höhe dem Projekt zugute.  Außerdem besteht auch die Möglichkeit, eine Patenschaft zu übernehmen.  Dies ist ein wichtiger Grundpfeiler des Projektes, der es den Straßenkindern ermöglicht, in ihre Familie zurückzukehren. Durch eine Patenschaft kann die Versorgung des Kindes sichergestellt werden. Auch eine Mitgliedschaft im Verein unterstützt die Arbeit in Kenia.
Kontaktadresse: Eldoret Kids Kenia e.V., Neckartenzlinger Str. 9, 72658 Bempflingen.

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