Seit dem Sommer ist es ruhig in der Uhlandschule: Nach mehr als 100 Jahren ist der Schulbetrieb eingestellt worden. Das historische, wenn auch nicht denkmalgeschützte Gebäude, soll im Besitz der Gemeinde bleiben und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Denn die Grundstücke im Ortsinneren will man nicht veräußern, so haben es Gemeinderat und Verwaltung schon vor vielen Jahren beschlossen und daran hält man sich bis heute. „Das Gebäude wird geliebt“, betont Bürgermeister Michael Hillert. Außerdem befinden sich auch kommunale  Dinge wie das Archiv oder eine Heizzentrale der Nahwärmeversorgung dort.

Wunsch der Ärzte

Also hat die Kommune Überlegungen angestellt, wie man es nach dem Ende der Schule weiter nutzen könne und schnell ist die Idee entstanden, dort eine Art Gesundheitszentrum zu entwickeln. Immer wieder sei ein solcher Wunsch von Seiten der ortsansässigen Ärzte an die Gemeinde herangetragen worden, erzählt Hillert, jetzt mit dem Umbau der Uhlandschule lasse sich dies bewerkstelligen. Dies ist auch für die Bevölkerung ein wichtiges Thema, denn schließlich herrscht auf dem Land immer wieder Ärztemangel. Nun, da die Vorverträge unterzeichnet sind, haben Gemeinde und die Kommunale Wohnungsbau GmbH (KWG) die ersten Vorplanungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Umgesetzt wird das Vorhaben angesichts einer etwas angespannten Haushaltslage nicht von der Gemeinde, sondern von der KWG. Die pachtet die zur Verfügung stehenden Flächen für einen Zeitraum von zunächst 20 Jahren und setzt auch die gesamten Baumaßnahmen um, wie ihr Geschäftsführer Peter Bily erklärt.

Gemeinschaftspraxis entsteht

Markus Nicolai, der bereits seit vielen Jahren als Allgemeinarzt und Internist in Dettingen praktiziert, sowie Dr. Klaus Marquardt und Dr. Christian Bormann werden dort eine Gemeinschaftspraxis eröffnen. Marquardt und Bormann übernehmen die Praxis von Dr. Michael Renzel, der Mitte Dezember in Ruhestand geht. Bis die Uhlandschule umgebaut ist, werden sie als Gemeinschaftspraxis an zwei Standorten praktizieren, wie Nicolai erklärt. Die Gemeinde freut sich über diese Entwicklung: So wird schließlich die ärztliche Versorgung vor Ort auf lange Sicht gesichert, denn das Alter der Ärzte reicht von Mitte 30 bis Anfang 50, sodass sie noch lange praktizieren werden.

Umbau ab 2020

Mit dem Umbau der Uhlandschule wird im kommenden Jahr begonnen, als Umbauzeit hat die KWG ein Jahr anvisiert, sodass ein Bezug Anfang 2021 möglich sein soll. Es solle zügig gehen, denn die Mieter warten und „jeder Monat, der es leer steht, kostet uns nur Geld“, sagt Peter Bily. Allerdings, räumt Hillert ein, sei das Gebäude 100 Jahre alt und es kann durchaus passieren, dass sich in Bezug auf die Statik oder den Brandschutz etwas Unvorhergesehenes ergibt.

Neben den Ärzten gibt es noch einen interessierten Physiotherapeut, mit dem die KWG in vertraglichen Abstimmungen steht und für Büroräume im zweiten Obergeschoss laufen mit zwei Unternehmen Gespräche. Wer Interesse hat, vorzugsweise aus dem Gesundheitsbereich, sollte sich schnell mit Peter Bily in Verbindung setzten, denn dann kann man sich noch besser in die Planungen einbringen und mitreden. Das bietet enorme Chancen für die künftigen Mieter, oder wie Bürgermeister Hillert sagt: „Wer jetzt nicht aufspringt und diese Chance nutzt, der tut mir leid.“

Noch Flächen frei

Derzeit stehen noch Räume im Erdgeschoss, sowie im zweiten und dritten Obergeschoss zur Verfügung, insgesamt sind 450 Quadratmeter frei. Denkbar wäre vielleicht sogar so etwas wie ein Café im Erdgeschoss, sagt der stellvertretende Bürgermeister  Dr. Rolf Hägele. Jetzt darf man gespannt sein, welche Interessenten sich noch melden, Lage und Anbindung sind natürlich  hervorragend.

Was die endgültigen Kosten betrifft, muss man übrigens noch abwarten, wie Hillert betont. Die erste Machbarkeitsstudie hat Baukosten von 3,2 Millionen ermittelt, allerdings ist diese Zahl keineswegs gesichert. Die Kosten stehen erst mit den konkreten Planungen fest, die jetzt begonnen haben. Stemmen muss die Umbaukosten die Kommune, denn sie ist der Besitzer des Gebäudes. Es wird die Finanzen zusätzlich belasten, so viel ist klar, „aber das ist es uns wert“, hebt Hillert hervor.