St. Johann / Simon Wagner  Uhr

Es hat eine Grundfläche von 40 Quadratmetern und ist das Ergebnis eines Versuchs: Das Holzhaus, das seit einigen Jahren auf dem Hof der Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH in St. Johann steht, wurde einst als Prototyp gefertigt durch eine in Containern untergebrachte, mobile Kleinfabrik. Entwickelt wurde die Fertigungsanlage vom St. Johanner Weltmarktführer in Sachen Maschinenbau für Holzhausbau, um in von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten schnell und einfach robuste Behausungen fertigen zu können. Unterstützt wurde das Weinmann-Projekt einst durch das Bundeswirtschaftsministerium, doch letztlich verlief die Innovation im Sande, wie Hansbert Ott der Geschäftsführer des Unternehmens bedauert.

Gewissermaßen als stummer Zeuge steht seit dem das modular aufgebaute Haus auf dem Hof des Unternehmens. Nun aber hat es nicht nur eine neue Bestimmung, sondern gleich neue Hausherren gefunden. Zwar waren die Jungs vom Upfinger Bauwagenverein nicht direkt obdachlos, bedürftig indes schon: Seit einigen Jahren haben sie keinen überdachten Treffpunkt mehr.

Die Gemeinde hat ihnen ein Gelände in der Nähe des Upfinger Häckselplatz zur Nutzung überlassen. Der künftige Standort für das hölzerne Geschenk, das die jungen St. Johanner um ihren Vereinsvorsitzenden Benjamin Wendler bei der symbolischen Schlüsselübergabe mit großem Dank und „überwältigt“ entgegennahmen. Ihnen das leerstehende Holzhaus zu überlassen war eine Idee von Mitarbeiterin und Ortschaftsrätin Martina Lauterbach. In Kürze wird das Haus an seinen endgültigen Standort transportiert. Einmal an Ort und Stelle verankert, übernehmen die jungen Leute den Innenausbau des Holzhauses um ihre Gäste entsprechend empfangen und bewirten zu können. Zu den ersten Gästen wird wohl die Weinmann-Unternehmensspitze gehören. Sie freuten sich auf den Umtrunk im „Weinmann-Treff“.