Neuhausen Tolle Erlebnisse in Oberschwaben

swp 20.07.2018

Jüngst trafen sich zahlreiche ausflugslustige Bläser aus Neuhausen und Grafenberg sowie ihre Familienangehörigen am Gemeindezentrum in Neuhausen.

Als alle Koffer, Instrumente, Taschen und Rucksäcke der etwa 60 Personen verstaut waren, fuhr der Doppeldeckerbus mit schwäbischer Pünktlichkeit um 7.36 Uhr los. Da im Oberland die meisten Kirchen katholisch sind, war es in Aulendorf nicht so ganz einfach, die Evangelische Kirche ausfindig zu machen. Doch mit viel Ruhe und Gelassenheit saßen letztlich alle Bläser eingespielt und ohne drückende Blase pünktlich zum Gottesdienstbeginn bereit.

Aus früheren Tagen

Die Predigt hielt der ehemalige Bad Uracher Jugendreferent Siegfried Hornung, den so mancher Bläser noch aus früheren Tagen her kannte. Mit spritzigen Tönen des Stückes „Funky Walking“ schlossen die Bläser den Gottesdienst bläsertechnisch ab.

Durch das Abendmahl mental und körperlich gestärkt folgte nach dem Gottesdienst für die Wanderlustigen der Gruppe eine Wanderung von etwa sieben Kilometern Länge in den ehemaligen Geröllmassen eines einstigen Gletscherausläufers, teilweise entlang der Schussen, zu einem wunderschönen Grillplatz in Bad Schussenried.

Die Wanderung wurde dank einem netten Herrn vom Albverein angeführt und durch Informationen zur Entstehung und Beschaffenheit der Gegend bereichert. So soll es in der Region Oberschwaben fast 2300 offen stehende Gewässer geben, die in der Eiszeit durch das Abschmelzen der Gletscher entstanden sind.

Die vielen künstlich angelegten Weiher der Gegend gehen aber wohl auf klösterliche Kulturen zurück, da die Mönche viel Fischzucht betrieben, weil sie in der Fastenzeit kein Fleisch essen durften. Gegen 13.30 Uhr erreichte die Wandergruppe mit laut knurrenden Mägen endlich die heiß ersehnte Grillstelle.

In Windeseile wurde ein Grillfeuer entfacht, Decken ausgebreitet und Grillstecken sowie rote Würste gezückt. Viele löschten mit kühlen Getränken, angeliefert vom Getränkehändler der Gegend, ihre trockenen Kehlen.

Ein super organisierter Service, den alle zu schätzen wussten. Auch waren Biertischgarnituren aufgestellt worden, sodass jeder sich bequem niederlassen und  das wohlverdiente, selbst mitgebrachte Grillvesper genießen konnte.

Nach der Stärkung stand die Besichtigung der wahrscheinlich schönsten Dorfkirche der Welt unter der Führung von Dr. Eberhard Fritz in Steinhausen auf dem Programm. Die wunderschönen Malereien, Figuren und Verzierungen aus Gold an der Decke sowie die tolle Architektur brachten so manchen zum Stauen. Die Akustik der Kirche wurde mit einer Strophe des Liedes „Großer Gott, wir loben Dich…“  aus aller Munde getestet.

Im Anschluss daran teilte sich die Gruppe auf. Ein Teil zog es vor, durch Bad Schussenried zu schlendern, die Klosteranlage zu besichtigen oder sich in einem Cafe niederzulassen, während sich der Rest der Truppe an einem nahgelegenen Badesee das erfrischende Nass genoss- entweder im See, vom Glas oder am Stiel.

Zufrieden erfolgte dann die Heimfahrt, auf der so mancher einen Powernap oder ein nettes Schwätzle hielt. Zudem konnte man sich nebenbei schon einmal sein Wunschabendessen von der Speisekarte auswählen. Das nächste Ziel sollte nämlich das Eninger Schützenhaus sein. Doch der schmale Weg dorthin machte es dem Reisebus für das nächste Etappenziel nicht einfach. Unter durchdrehenden Reifen, unangenehmen Schleifgeräuschen und der lauten Erkenntnis von so manchem „oh noi, jetzt isch dr Bus henda aufgsessa“ quälte sich der Bus vorwärts.

Manche saßen wie versteinert auf ihren Sitzen und starrten mit etwas skeptischem Blick in Richtung Graben, der beängstigend nahe zu sein schien. Schließlich wurde durch die tollen Fahrkünste des Busfahrers aber doch die heimatnahe Gaststätte erreicht.

Ein paar Daheimgebliebene kamen netterweise noch zum gemeinsamen Abendessen dazu. Pommes mit Schnitzel, Pizza, leckere Salate und vieles mehr machten die hungrigen Ausflügler aus Neuhausen und Grafenberg glücklich.

Schmaler Pfad

Die Rückfahrt  auf dem Pfad verlief nicht weniger dramatisch als die Hinfahrt zur Gaststätte, aber viele süße Schafe und ein atemberaubender Panoramablick mit Sonnenuntergang über Eningen bis hin nach Frankreich, lenkten so manchen Mitfahrer von dem Fahrmanöver ab. Als es schon langsam dunkel wurde, kam die Reisegruppe satt, müde und glücklich wieder am evangelischen Gemeindezentrum in Neuhausen an. Dank den tollen Ausflugsorganisatoren Klaus Rümmelin und Andreas Schweizer hatten alle einen tollen Tag mit bestem Wetter und einem super Programm genossen.

60

Mitglieder der Posaunenchöre aus Neuhausen und Grafenberg waren an Bord, als sich der Reisebus an einem schönen Sonntag in Richtung Oberschwaben in Bewegung setzte

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