Dettingen Toben, spielen und aufräumen

Vorbildlich: Die Leopardengruppe des Walter-Ellwanger-Kindergartens hat bei der Waldwoche Massen an Müll gefunden. Da kam spontan die Idee auf, diesen aufzusammeln.
Vorbildlich: Die Leopardengruppe des Walter-Ellwanger-Kindergartens hat bei der Waldwoche Massen an Müll gefunden. Da kam spontan die Idee auf, diesen aufzusammeln. © Foto: Philipp Steyer-Ege
Von Philipp Steyer-Ege 07.07.2018

Auch für die Leoparden-Gruppe des Walter-Ellwanger-Kindergartens heißt es in dieser Woche wieder „ab in die Natur“, denn wie jedes Jahr findet derzeit die Waldwoche für die Kinder statt. Und schon am ersten Tag sind die Kleinen überrascht: Überall liegt Abfall. So fällt spontan der Beschluss, Waldwoche und Aufräumaktion zu verbinden. Das löst auch bei den Kindern Begeisterung aus. Sie haben nicht nur Spaß daran, die Müllzangen zu bedienen, sondern es sei gleichzeitig ein gutes, motorisches Training, den Müll zu greifen und den Hebel gedrückt zu halten, bis der Abfall im Sack ist, erklärt Erzieherin Dunja Koch.

Ziel: Selbständigkeit lernen

Weil es für die Kinder einfacher ist, die Hände zu benutzen, haben die Erzieherinnen Regeln aufgestellt, an die sich alle halten müssen. Schließlich könnten auch einmal Glasscherben auf dem Boden sein, an denen man sich schneiden kann. Es werden  nicht nur fleißig Plastik, Papier und Glas in Säcke gestopft: Die Kindern sammeln auch Stöcke und Steine, die sie zu Staudämmen, Holz-Tipis oder Ähnlichem verarbeiten. Ziel der Waldwoche ist es, die Kinder zum selbstständigen Spielen zu ermutigen und ihnen ein Stück Natur näherzubringen. „Für einige ist es schwer, ohne Vorgaben und vorgefertigte Spielzeuge Erfahrungen in der Natur zu machen“, erklärt Dunja Koch. Meist aber sei es kein Problem, denn Kinder finden immer etwas, mit dem sie sich beschäftigen können. Die meisten bilden schnell Spielgruppen, auch mit Kindern, mit denen sie sonst eher weniger zu tun haben. Und wie kreativ so eine Waldwoche machen kann, sieht man an den vielfältigen Projekten der Kinder. Einige wollen die Umweltverschmutzer mithilfe einer selbst gegraben Fallgrube zur Rede stellen, andere bauen einen Staudamm aus großen Stöcken und Steinen, stellen ein Tipi aus Ästen auf oder rutschten auf dem Hintern einen Abhang, die „Waldrutsche“ hinunter. Es bildete sich sogar eine Band, die den Wald und alles was darin ist,  als Instrument verwendet.

Dunja Koch schwärmt von Projekten in Wald und Natur und erklärt, warum es auch für die Erzieher weniger Stress bedeutet: Es ist mehr Platz, die Kinder streiten sich viel weniger, motivieren und inspirieren sich gegenseitig und  allgemein begeistert. Die meisten können es gar nicht abwarten, zu rennen, zu klettern oder Verstecke zu spielen.

Und nicht nur die Kinder freuen sich auf die jährliche Waldwoche, auch die Erzieherinnen sehen es als eine willkommene Abwechslung. Es bestehe Interesse, so ein Naturprojekt künftig eventuell öfter im Jahr zu wiederholen. Auf alle Fälle haben die Kinder in den wenigen Tagen aus eigenem Antrieb mehr gelernt, als so einige Erwachsene. Denn alle sind sich einig: Wir sind nur zu Gast im Wald.

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