Metzingen / Regine Lotterer  Uhr

Nur noch wenige Tage trennen das Ensemble der Kelternspiele von seinem ersten großen Auftritt: Am 20. Juli feiert das Stück „Eine Hochzeit zum Verlieben“ Premiere. Es ist ihre Liebe zur Welt der Musicals, die die Darsteller miteinander verbindet. Ihre Begeisterung für das perfekte Zusammenspiel von Gesang, Tanz und Schauspiel hat sie bewogen, sich auf monatelange Proben einzulassen und dafür ihre Freizeit zu opfern. Alle drei Jahre schaffen es die Kelternspiele immer wieder aufs Neue, verschiedene Generationen miteinander auf die Bühne zu bringen. Dieser Aspekt gefällt Christina Reges-Manz besonders gut an diesem Projekt. Sie ist bei den Kelternspielen verantwortlich für die Sparte Gesang und bildet gemeinsam mit Regisseurin Birgit Hein, dem musikalischen Leiter Stephen Blaich und Choreografin Katja Privitera das Leitungsteam.

Die Bühne entsteht

Am kommenden Mittwoch kann das Ensemble erstmals auf der Open-Air-Bühne proben, die ihren Platz zwischen Stadtbücherei und Festkelter finden wird. Dann erleben die Darsteller die Dimension des Projekts noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive, sagt Regisseurin Birgit Hein. Um die Abläufe auf den Brettern, die die Welt bedeuten, einzuüben, bleibt allerdings wenig Zeit, entsprechend groß ist der Druck, schildert Hein. Aber auch die Vorfreude auf das Kommende wächst beim Ensemble Tag für Tag. Nach der langen, intensiven Vorbereitungszeit brennen die Darsteller darauf, endlich zu zeigen, was in ihnen steckt, weiß Choreografin Katja Privitera.

Dafür, dass das Ensemble alles aus sich herausholt, hat das Leitungsteam in den vergangenen Monaten gesorgt. „Wir haben den Anspruch, in jeder Disziplin etwas Schönes auf die Bühne zu bringen“, betont Birgit Hein. „Wir fordern ein, dass es auf dem Punkt sitzt.“ Die Proben, sagt sie, verlangen dem Ensemble in der Tat einiges ab. Das hängt nicht zuletzt mit der komplexen Struktur des diesjährigen Stücks zusammen, erläutert Katja Privitera. „Alles ist ineinander verwoben“, schildert sie. „Alles ist eins.“ Oft sind viele Darsteller gleichzeitig auf der Bühne, deshalb muss jeder genau wissen, wann er wo zu stehen hat und was er tun muss. Aus diesem Grund sind während der Proben zahlreiche Videos entstanden. Sie gaben jedem Ensemblemitglied die Chance, sich selbst in Aktion zu erleben und genau zu erkennen, wo es noch hakt. Wenn die Darsteller dann beobachten können, dass eine Szene passt und gut aussieht, stachelt das ihren Ehrgeiz an, sagt Privitera. „Dann sind sie da.“

Neues Selbstvertrauen

Wer sich dafür entscheidet, bei den Kelternspielen mitzuwirken, der vermag auch über sich hinauszuwachsen und Grenzen zu durchbrechen, sagt Christina Reges-Manz. „Unser Anliegen ist es, jedem zu ermöglichen, sein Potenzial auszuschöpfen.“ Wer sich auf das Projekt einlässt, betont Reges-Manz, der gewinnt mit dem Schritt auf die Bühne neues Selbstvertrauen, das ihm im Beruf- und Privatleben ebenfalls nütze.

Für das Leitungsteam war es wichtig, jedes Ensemblemitglied zu seinem Recht kommen zu lassen. „Das ist uns gelungen“, findet Birgit Hein. „Ich habe das Gefühl, es verschwindet niemand.“ Als Regisseurin musste Hein in den vergangenen Monaten viele lose Enden zu einem Ganzen verknüpfen. Bei 34 Ensemblemitgliedern, von denen viele gleich mehrere Rollen spielen, ist das eine Mammutaufgabe, die das strategische Geschick eines gewieften Feldherren verlangt.

Zu den Kelternspielen stieß Theaterpädagogin Birgit Hein dabei eher zufällig. Sie hatte gerade ihren Job als Regisseurin am Naturtheater Renningen an den Nagel gehängt, den sie neun Jahre lang innehatte, und wollte eigentlich eine Pause einlegen. Dann erfuhr sie, dass die Kelternspiele nach einem Regisseur suchen und bewarb sich. „Wenn man Kunst macht, muss man auch etwas ausprobieren“, sagt sie. „Das ist anstrengend, hält aber auch wach.“

Anstrengend werden auch die kommenden Tage. Viele Details gilt es noch abzuklären. Beispielsweise muss die Garderobe in der Festkelter eingerichtet werden. Dort finden dann auch die Kostüme Platz, die im Stil der 1980er Jahre gehalten sind. In diesem Jahrzehnt ist die Geschichte um Hochzeitssänger Robbie angesiedelt. Stecken die Ensemblemitglieder erst einmal in den Kostümen, dann wachsen sie noch mehr in ihre Rollen hinein. Dieses Phänomen hat das Leitungsteam schon oft beobachtet. „Das gibt noch einmal einen richtigen Kick.“

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Vorverkauf endet am Donnerstag

Noch bis zum 18. Juli gibt es Karten zum Vorverkaufspreis für das Musical „Eine Hochzeit zum Verlieben“. Wer ein Ticket im Vorverkauf erwerben möchte, kann beim Veranstaltungsring Metzingen, Hindenburgstraße 6, Telefon (0 71 23) 9 75 42 04, vorbeischauen. Karten gibt es außerdem bei der Tourist-Info am Lindenplatz, bei der Buchhandlung Osiander in Metzingen, Reutlinger Straße, und bei der Volksbank Ermstal-Alb, Hindenburgstraße 52.

Premiere ist am Samstag, 20. Juli. Weitere Termine sind am Montag, 22. Juli, Dienstag, 23. Juli, Donnerstag, 25. Juli, und Freitag, 26. Juli. Alle Aufführungen beginnen um 20 Uhr. Die Regen-Ersatztermine sind am Mittwoch, 24. Juli, und am Samstag, 27. Juli. Bei Bedarf gibt es für die Besucher ein Regencape, es ist im Eintrittspreis inbegriffen.