Schauspiel Theater der Kolpingsfamilie

Akteure des Kolpingtheaters bei der Probe.
Akteure des Kolpingtheaters bei der Probe. © Foto: Privat
Metzingen / swp 04.01.2018

Das 50-jährige Bestehen der Kolpingsfamilie Metzingen liegt bald 13 Jahre zurück, aber es wirkt noch nach. Damals dachte sich der neu zur Gemeinschaft hinzugestoßene Oliver Schnepf, man könne die Geschichte des Sozialreformers Adolph Kolping als Stück nachspielen. So entstand erstens eine Theatergruppe und zweitens die Gepflogenheit, immer im Januar auf die Bühne zu gehen. Am Sonntag, 13. Januar, geben 24, zumeist Kinder und Jugendliche, aber auch einige Erwachsene das Stück „Paininsula oder von der Unmöglichkeit sich retten zu lassen“. Oliver Schnepf, der an der Reutlinger Kerschensteinerschule Lehrer und Vorsitzender der Metzinger Kolpingsfamilie ist, möchte die Zuschauer nicht nur unterhalten. „Lustspiele“, sagt er, „gibt es doch schon genug.“ Theater müsse auch anspruchsvoll sein, deswegen hat er ein Stück ausgesucht, bei dem es auch um existenzielle Fragen geht. Um Neid, Hass und um das Böse.

Die Kolpingsfamilie besteht in Metzingen aus etwa 150 Mitgliedern. Etwa 30 treffen sich wöchentlich, aber weitere 40 stehen bereit, wenn es darum geht, mit dem Maultaschenessen Geld zu sammeln, um Menschen zu helfen, die an Lepra erkrankt sind. Das Maultaschenessen ist auch so eine feste Institution.

Zwei Mal im Jahr treffen sich an die 80 Helfer, die in Gruppen aufgeteilt entweder den Teig zubereiten oder in großen Kisten das Brät beim Metzger abholen. Die Maultaschen sind eine organisatorische Meisterleistung, zumal davon fast 8000 Stück gekocht werden. Samt Brühe, in der sie serviert werden, samt schwäbischem Kartoffelsalat, für den tausende Kartoffeln schon früh morgens von zahlreichen fleißigen Beiköchen geschält werden. Auch dieses eigentlich gesellige Beisammensein hat einen ernsten Hintergrund. Der Erlös wird nämlich an zwei Leprastationen in Brasilien weitergeleitet. Lepra, darauf macht die Kolpingsfamilie immer wieder aufmerksam, ist entgegen landläufiger Meinung nicht ausgestorben. Einen Impfstoff gibt es nicht. Noch nicht, denn das Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfswerk DAHW hat im Oktober bekannt gegeben, einen Impfstoff auf den Weg bringen zu wollen. Für Studien am Menschen sei er bereits frei gegeben.

Erst Theaterstücke, dann kommt das Maultaschenessen

Die Kolping-Theatergruppe führt seit zehn Jahren generationen- und konfessionsübergreifend jährlich Stücke auf und hat auch dieses Jahr wieder ein Stück einstudiert, das sozialkritisch, aber auch humorvoll aktuelle Themen, auch mit Bezug auf Metzingen, verarbeitet. Es ist dieses Jahr eine nachdenklich machende Überlebenssatire mit  überraschenden Wendungen, aber auch viel Musik, Tanz und insgesamt bei allem ernsten Hintergrund ein großer Spaß. Hinter dem Titel „Paininsula oder von der Unmöglichkeit sich retten zu lassen“ steckt die Geschichte einer Gruppe Überlebender eines Schiffsunglücks, die ihr Miteinander auf einer einsamen Insel organisieren müssen. Das Eiland ist aber nicht so verlassen, wie man glaubt. Der wahre Feind indessen lauert woanders.

Die Aufführungen finden statt im Bonifatiussaal, Daimlerstraße, Metzingen. Der Eintritt ist frei, Spenden fließen in die Jugendarbeit, Einlass ist eine  halbe Stunde vor Beginn, mit Bewirtung. Die Termine: Samstag, 13. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 14. Januar, 15 Uhr; Samstag, 20. Januar, 20 Uhr; Sonntag, 21. Januar, 15 Uhr.

Das nächste Maultaschenessen der Kolpingsfamilie ist am 28. Januar ab 11 Uhr im Bonifatiussaal.

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