Nichts wird bei der Feuerwehr dem Zufall überlassen. Was wäre, wenn jetzt ein Alarm ausgelöst würde, fragten sich viele Besucher des Feuerwehr-Tages am Samstagvormittag auf dem Metzinger Kelternplatz. Schließlich hatte die Wehr dort alle ihre Fahrzeuge zur Präsentation ausgestellt, jeder, der in Metzingen im Besitz einer Feuerwehr-Uniform ist, war zum Dienst erschienen. Und doch konnte Kommandant Hartmut Holder beruhigen: „Sollte etwas sein, dann ist die Abteilung Neuhausen in Bereitschaft. Außerdem könnten zwei Fahrzeuge sofort hier vom Kelternplatz losfahren. Wir sind auf alles vorbereitet“, versicherte der Metzinger Feuerwehr-Chef.

750 Einsätze pro Jahr

Es blieb aber ruhig während der Stunden am Samstagvormittag, was statistisch gesehen bei 750 Einsätzen pro Jahr keine Selbstverständlichkeit ist. Rund 650 Einsätze entfallen auf die Abteilung Kernstadt, je 50 Mal müssen die Wehren in Neuhausen und Glems ausrücken. Wegen der Outletcity und wegen vieler angesiedelter Gewerbebetriebe ist die Einsatzzahl für eine Stadt der Größenordnung Metzingens sehr hoch.

Personal am unteren Limit

Die Zahl der Freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen, die in der Sieben-Keltern-Stadt aktiv sind, ist dagegen am unteren Limit. „Wir kommen klar, aber es dürften mehr sein“, resümiert Holder vielsagend zu diesem Thema. 120 Ehrenamtliche sind, alle drei Abteilungen zusammen genommen, in Metzingen bei der Feuerwehr. „Das sind etwa genauso viele wie im beschaulichen Mehrstetten“, vergleicht Holder.

Die hohe Einsatzzahl macht es notwendig, dass zum einen spezielle Einheiten wie zum Beispiel der Gefahrstoffzug in Metzingen angesiedelt sind, zum anderen muss das technische Equipment stets auf dem neusten Stand der Technik sein. So wurde am Samstag unter anderem eine neue Drehleiter, stolze 760 000 Euro teuer, in Betrieb genommen. Ihre Leiter reicht 30 Meter in die Höhe, die Nennrettungshöhe beträgt 23 Meter – diese Werte entsprechen dem Vorgängermodell. Neu ist dagegen die Technik in der Leiter selbst. Sie ist knickbar, somit kann der Korb mit Feuerwehrleuten oder Verletzten quasi unmittelbar vor dem Fahrzeug abgesetzt werden, was im Notfall viel Platz spart.

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Metzingen und Reutlingen haben beide Städte gemeinsam ein „LUV60“ angeschafft, ein Löschunterstützungsfahrzeug. Das Kettenfahrzeug kann ferngesteuert in sonst nicht zugängliche Bereiche gefahren werden und dort entweder mittels Luftzufuhr belüften oder mittels Wasserzufuhr einen Brandherd bekämpfen. Einsatzorte sind zum Beispiel Tunnel, wie sie Pfullingen und Reutlingen seit wenigen Jahren hat, oder große Tiefgaragen, wie sie in Metzingen entstehen.

Interkommunale Zusammenarbeit

Diese interkommunale Zusammenarbeit sei zum Wohle aller, betonte Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Er habe einfach ein gutes Gefühl, wenn er an die Feuerwehr Metzingen denke. Ob beim Großbrand in der Ulmer Straße vor wenigen Jahren oder bei den Starkregenereignissen in der jüngsten Vergangenheit, er sei froh, dass es Mitbürger gebe, die diese teilweise auch emotionale Belastung auf sich nehmen, so Fiedler. Und das „24/7“, also sieben Tage pro Woche rund um die Uhr. Insofern sei auch die Investition in das geplante Rettungszentrum auf Braike-Wangen eine Investition in die Zukunft.

Für diese Aussage bekam Metzingens Stadtoberhaupt natürlich Unterstützung aus Feuerwehrkreisen in Person von Kreisbrandmeister Wolfram Auch und seinem Stellvertreter Harald Herrmann. Sie blicken nicht nur auf Metzingen, sondern haben alle gut 3000 Feuerwehrleute im Landkreis, ihre Ausrüstung und Ausbildung im Blick. Außerdem beraten die Feuerwehr-Experten Kommunen und Unternehmen in Sachen Brandschutz.

Prävention ist wichtig

Löschen und Retten ist das eine, Prävention steht bei der Feuerwehr aber auch besonders hoch im Kurs. Und so demonstrierten die Metzinger Wehr-Männer, wie zum Beispiel der berühmte Küchenbrand entsteht und gelöscht werden muss (eben nicht mit Wasser). Das Interesse an diesen Vorführungen war ebenso groß wie die „Aussichtsfahrten“ in einer der beiden Drehleitergondeln, vor denen sich lange Warteschlangen gebildet hatten. Den besonderen Blick auf den Kelternplatz und über Metzingen wollten sich dann doch etliche der Besucher gönnen.

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