Neuhausen/Riederich Südfrüchte für Kinder in Not

Neuhausen/Riederich / SEBASTIAN BUCK STEFAN HEIDE 30.11.2015
Leiterwagen voller Orangen und Clementinen haben Kinder und Jugendliche am Samstag in der Region verkauft. Die Orangenaktion war angesagt. Die vitaminreiche Fracht hilft, Not in der Welt zu lindern.

"Hallo", ruft Joachim Roths in den Versammlungsraum im Neuhäuser Gemeindezentrum. Aus 80 jungen Kehlen hallt ihm ein lautes "Hier" entgegen. Die Jugendlichen sind motiviert und bereit, loszuziehen mit ihrer vitaminhaltigen Fracht. Joachim Roths, Leiter der CVJM-Orangenaktion in Neuhausen, nennt die imposanten Zahlen der Gemeinnützigkeit: "Wir haben eineinhalb Tonnen Früchte, verteilt auf 650 Kisten. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 2000 Euro zusammen."

Ab 13 Uhr zogen die Kinder mit sieben Leiterwagen los, um in ganz Neuhausen die Früchte zu verkaufen. Pfarrer Johannes Kiuntke schwärmte regelrecht: "Das ist jedes Jahr eine gigantische Aktion, so begeisternd und klasse." Joachim "Jojo" Roths betete gemeinsam mit den Jugendlichen und sprach davon, dass die Aktion "mit der Kraft Jesu" durchgeführt werde. Die Verkaufsaktion gab es über die Region hinweg, organisiert vom EJW Weltdienst.

Das evangelische Jugendwerk sammelte in diesem Jahr das Geld für zwei Projekte in Äthiopien. In dem ostafrikanischen Land unterstützt Seed Money Familien mit Kleinkrediten, ein Teil des Geldes fließt dorthin. Der andere Teil geht an "Foster families": Waisenkinder werden in Pflegefamilien untergebracht, somit müssen sie nicht ins Heim. "Ein Segen für die Menschen, die Hilfe brauchen", meinte Pfarrer Kiuntke über die Aktion in Neuhausen und fügte mit einem Lächeln an: "Das ist jedes Jahr ein Wettbewerb, wer am meisten Kisten verkauft." Egal, wer diesen internen Wettstreit gewonnen hat, die klaren Gewinner dieser Aktion sind die Kinder und Familien in Äthiopien.

Auch in Riederich waren Kinder und Jugendliche trotz Schneegestöber und Kälte unterwegs: Kurz nach 9 Uhr zogen zehn Gruppen vom evangelischen Gemeindehaus mit Leiterwagen los, um an Haustüren Orangen und Clementinen zu verkaufen. Zudem gab es am Haupteingang des evangelischen Gemeindehauses und an der Bushaltestelle beim Rathaus jeweils einen Verkaufsstand.

Mit Begeisterung brachten rund 65 Kinder und Jugendliche die Südfrüchte an den Mann und die Frau. Jungscharkinder, Pfadfinder und Konfirmanden verkauften die Clementinen kistenweise und die Orangen einzeln. Manche Gruppen freuten sich sogar darüber, dass sie früher als geplant zum Gemeindehaus zurückkamen - weil sie ausverkauft waren.

Insgesamt hatte Karl Hermann 250 Kisten Clementinen und 65 Kisten Orangen geliefert. Auch er war gegen Mittag ausverkauft, weil sein Arbeitgeber in Reutlingen keine weiteren Südfrüchte mehr auf Lager hatte.

Rund 20 Mitarbeiter aus den Reihen der Kinder- und Jugendgruppen sowie der Pfadfinder hatten die Aktion organisiert. Sie halfen auch beim Verkauf und in der Küche. Ab 12 Uhr stärkten sich die fleißigen jungen Verkäufer im großen Saal des Gemeindehauses mit Spaghetti und Tomaten- oder Fleischsoße.

Das Spaghetti-Essen und die Süßigkeiten, die die Kinder und Jugendlichen von den Käufern der Südfrüchte bekamen, waren nicht der einzige Anreiz für die Orangenaktion: Es galt, möglichst viel Geld für Bedürftige zu sammeln. Der Erlös geht je zur Hälfte an das Projekt "Eldoret Kids Kenia" von Birgit Zimmermann sowie an die Erdbebenhilfe Nepal von Oliver Keppeler aus Kohlberg.

Das Projekt in Kenia hilft Straßenkindern, wieder ein geregeltes Leben zu führen und wenn möglich zu ihren Familien zurückzukehren. Birgit Zimmermann bereitet gerade die Aufnahme von neuen Kindern ins Projekthaus vor, die im Januar erfolgen soll. In Nepal werden nach dem schweren Erdbeben vom April Wellblechhütten und Bambushäuser aufgestellt. Nach der Monsunzeit sollen Kinderheime, Schulen und Kirchengebäude mit Hilfe des Projekts wieder aufgebaut werden.

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