Die saftigen, frisch gegrillten Göckele blieben wie die Jahre zuvor zwar die Stars der beiden Festtage zum Göckelesessen an der Inneren Kelter in Neuhausen. Doch die lebendigen Exemplare des Kleintierzuchtvereins waren nicht weniger in aller Munde: Der Vor-Ort-Termin an der Zuchtanlage am Mittwoch mit Amtsgerichtsdirektor Albrecht Eissler (wir berichteten) sorgte für reichlich Gesprächsstoff unter den zahlreichen Hockbesuchern.

Anwohner beschweren sich über den Lärm, den die Hähne machen

Anwohner hatten sich über den Lärm der Tiere, darunter 50 Hähne, beschwert. Doch Vorsitzender Thilo Reusch freut sich über die zahlreichen aufmunternden Stimmen: „Wir sind auf viel Verständnis gestoßen“, fasst er die vielen Gespräche zusammen, die er geführt hat.

Um die kam er nicht herum, auch wenn er mit seinem Helferteam beim traditionellen Göckeles­fest eigentlich einiges an Arbeit zu bewältigen hatte: „Es herrscht wohl viel Unverständnis über die Beschwerden“, fasst Reusch zusammen, was der Tenor vieler Gäste gewesen sei – auch von denen, die in erster,  nicht in zweiter Reihe wie die Kläger wohnen.

Besucher können Klagen nicht verstehen

Zahlreiche Besucher können wohl nicht verstehen, dass Menschen zunehmend wünschen, dass Tiere in Freiheit leben sollten und man in einem Ort den ländlichen Charakter bewahren wolle, sich gleichzeitig aber diesbezüglich als lärmempfindlich zeigen.

Hühner sind lauter als Autos

Trotz aller Sorgen, die die Klage der Anwohner dem Verein bereite, sei der Termin vor Ort richtig und wichtig gewesen: „So konnte sich der Richter ein Bild von den Abständen und der Lautstärke machen“, sagte Reusch. Und es habe eine Behauptung widerlegt werden können, dass die Hühner lauter seien als Autos – das sei hörbar nicht der Fall gewesen. Im nächsten Schritt soll nun an einer außergerichtlichen Einigung gearbeitet werden, wobei das keine leichte Aufgabe sei. Denn, so der Vorsitzende: „Die Intensität des Lärms ist uns ja nicht bekannt, und wir wissen nicht, in welchem Bereich wir uns bewegen.“ Vor allem nachts könne es kaum zu Lärmbelästigung gekommen sein: „Vögel und Geflügel sind nachts auf Rückzug und suchen Schutz.“

Hähne waren heiß begehrt beim Fest

Die Lust am Feiern ließen sich die Kleintierzüchter trotzdem nicht nehmen und mit ihnen ihre Stammbesucher aus dem Ort und der näheren Umgebung: Die Göckele, die an den beiden Festtagen reißenden Absatz fanden, waren indes nicht aus eigener Zucht, sondern zugekauft. Verfeinert waren sie aber mit einer Gewürzmischung nach vereinseigenem Rezept.

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