Ronald und Cristóbal heißen die auf dem Sternsingerplakat abgebildeten bolivianischen Jungen, die durch Tragen von Fußballtrikot und landestypischem Poncho ihre Zugehörigkeit zeigen und für das Projekt "Palliri" im bolivianischen El Alto stehen, das mehr als 400 Kinder und Jugendliche begleitet. Cristóbal und Ronald gehen gemeinsam zur Fußballschule und zeigen Selbstbewusstsein. Damit machen sie darauf aufmerksam, wie wichtig gegenseitiger Respekt im Umgang miteinander ist, denn viel zu oft werden Kinder und Jugendliche wegen andere Herkunft, anderem Aussehen oder einfach Anderssein als erwartet, diskriminiert, von Gruppen ausgeschlossen oder respektlos behandelt.

Diese Erfahrung machen Kinder und Jugendliche besonders auch in Bolivien, dem Beispielland der 58. Aktion Dreikönigssingen. Dort ziehen Familien in der Hoffnung auf ein besseres Leben vom Land in die Städte. Sie schämen sich teilweise ihrer indigenen Herkunft und Zugehörigkeit zu Volksgruppen, die das Land schon vor der Eroberung des südamerikanischen Kontinents durch die Europäer bewohnt haben. Viele legen ihre traditionelle Kleidung ab, versuchen ihre Muttersprache zu verbergen und laufen dabei Gefahr, ihre Identität zu verlieren.

Darum standen die Sternsinger Fabio als Ronald und Silas als Cristóbal symbolisch für das Palliri-Projekt vor dem Altar um zu zeigen, dass jedes Kind den gleichen Respekt verdient und niemand ausgeschlossen werden darf. Das Projekt Palliri stärkt in Kindergarten, Kinder- und Jugendzentrum und Fußballschule die Kinder und Jugendlichen, weil ihnen die Mitarbeiter dort Werte wie Selbstvertrauen, Teamgeist und Respekt vermitteln und ihnen so helfen selbstbewusste junge Menschen zu werden, die stolz auf ihre Herkunft sind. "Ihr Sternsinger habt auch eine Erkennbarkeit, aber nicht wegen eurer Gewänder, sondern wegen der guten Absicht dahinter", so Pastoralreferentin Barbara Schmitt-Feuchter in ihrer Predigt beim Aussendungsgottesdienst am gestrigen Sonntag. "Auch ihr werdet das Gegenteil erfahren, wenn ihr manchmal weggeschickt oder gar ausgeschimpft werdet", bereitete sie die Gruppe auf mögliche negative Erfahrungen vor. "Es gibt Menschen, die nichts mit der Kirche zu tun haben wollen. Die verspotten euch vielleicht sogar und lachen euch aus", warnte sie vor.

"Solche Respektlosigkeit tut richtig weh." Auch dadurch zeigen die Kinder Solidarität mit Gleichaltrigen in Bolivien und überall in der Welt. Aber normalerweise werden sie schon erwartet und bekommen Dank und Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz bei Wind und Wetter.