Metzingen Stephen Blaich ist ein Vollblutmusiker

Stephen Blaich wurde zum Jubiläum von seiner Martinskantorei überrascht. Foto: Privat
Stephen Blaich wurde zum Jubiläum von seiner Martinskantorei überrascht. Foto: Privat
Metzingen / SWP 10.01.2013
Vor zehn Jahren, am Erscheinungsfest 2003, begleitete Stephen Blaich zum ersten Mal als Organist den Gottesdienst in der Metzinger Martinskirche. Die Kantorei beglückwünschte ihn nun zu seinem Jubiläum.

Schon im Juni 2002 war Stephen Blaich als Nachfolger des zum 31. Dezember 2002 in den Ruhestand tretenden Otto Heymann zum Uracher Bezirks- und Metzinger Martinskantor gewählt worden. Vorausgegangen war ein Besetzungsverfahren mit Orgelvorspiel, Probedirigat mit der Martinskantorei und persönlicher Vorstellung im Besetzungsgremium. Der 31-jährige Stephen Blaich hatte sich dabei gegen ältere, erfahrene Konkurrenten durchgesetzt, obwohl er noch vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum A- Kirchenmusiker stand.

Stephen Blaich hat sich als Organist und Chorleiter schnell einen sehr guten Ruf in Metzingen und im Kirchenbezirk Bad Urach verschafft. Mit der Metzinger Martinskantorei brachte er in den jetzt zehn Metzinger Jahren viele große, bekannte Werke zur Aufführung wie beispielsweise die Matthäus-Passion und die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach, das Oratorium "Elias" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, das Deutsche Requiem von Johannes Brahms und "König David" von Arthur Honegger. Dabei arbeitete er gern auch mit anderen Chören und deren Chorleitern zusammen wie mit der Pfullinger und der Blaubeurer Kantorei.

Zusammenarbeit und Vernetzung ist eine große Gabe, über die Stephen Blaich verfügt. Längst hat er der Kirchenmusik als seinem eigentlichen Aufgabengebiet auch weltliche Musik hinzugefügt, arbeitet eng mit dem Veranstaltungsring Metzingen zusammen und ist der musikalische Leiter von dessen Freilichtaufführungen auf dem Kelternplatz geworden.

Sein Ideenreichtum kam stets gut an, so beispielsweise bei der szenischen Aufführung von Honeggers "König David" und bei der Kinderaufführung von Teilen des Weihnachtsoratoriums in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Schauspieler.

Den Rahmen der "klassischen" Kirchenmusik mit der Konzentration auf Barock, Klassik und Romantik hat Stephen Blaich längst gesprengt. Jazz- und Pop- Elemente, Gospels (mit dem von ihm gegründeten Metzinger Gospelchor), afrikanische Musik, aber auch Werke französischer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Maurice Duruflé oder Charles-Marie Widor - all das hat schon Eingang in die Martinskirche gefunden, in der er auch mit fulminantem, virtuosen Orgelspiel aufwartet. Dass er mit der Tastatur des Klaviers ebenso souverän umgeht, versteht sich von selbst.

Die Martinskantorei hat ihn in der ersten Chorprobe dieses Jahres entsprechend gewürdigt - mit Blumen, Geschenken und einer in Verse gefassten Gratulation. Natürlich standen nicht nur der Dank und die respektvolle Anerkennung im Mittelpunkt, sondern auch die Hoffnung, dass Stephen Blaich mit seiner Frau Petra und den beiden Töchtern Metzingen noch lang erhalten bleiben möge.

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