Mit der Sanierung der Stauseestraße geht es zügig voran. Erst im Juli erfolgte die Ausschreibung, aus der die Firma Heber Terramix als Sieger hervorging. Sie gehört zur Metzinger Unternehmensgruppe Brodbeck und ist spezialisiert auf Bodenverbesserung und Bodenverfestigung. Dies erfolgt mit Novo-Crete, einem Bindemittel auf Zementbasis.

Novo-Crete wurde entwickelt, da sich die Randbedingungen im Erdbau stark verändert haben, wie Uwe Büchele, Geschäftsführer von Heber Terramix, erklärt. Es gebe sehr kurze Bauzeiten, erhöhte Lasteintragungen und es ist geboten, Rohstoffe wie Sand, Schotter und Bitumen zu schonen. Auch umweltpolitische Aspekte spielten eine Rolle.

Belag wird wiederverwendet

Ziel der Bodenbehandlung mit dem Bindemittel Novo-Crete ist es, bei schwierigen Untergrundverhältnissen, die bestehenden Böden wiederzuverwenden, was einer umweltverträglichen Verwertung nahekommt. Damit wird die dauerhafte Tragfähigkeit erhöht und der Wassergehalt reduziert bei gleichzeitiger Zunahme der Festigkeit. Außerdem verbessert sich die Verdichtbarkeit und die Frostbeständigkeit.

Geld gespart, Umwelt geschont

Bei dem Verfahren wird zunächst der bestehende Asphalt aufgefräst und bearbeitet. Schließlich wird das Bindemittel mit einem Streufahrzeug dosiert ausgebracht und mit einem Recycler unter dosierter Wasserzugabe über den Rotor homogen eingefräst. „Innerhalb von maximal vier Stunden“, so Uwe Büchele, „wird der Boden planiert und verdichtet.“ Bei der Sanierung der Stauseestraße werden mit diesem Vorgehen rund 450 000 Euro eingespart im Vergleich zum herkömmlichen Verfahren. Bei letzterem wären etwa 1062 Lastwagenfuhren notwendig, bei der Bauweise mit Novo-Crete sind es lediglich 25. Dies hat zur Folge, dass ungefähr 170 Tonnen CO2 eingespart werden.

Bauzeit verkürzt sich

Auch die Bauzeit verkürzt sich erheblich von elf auf sechs Wochen. Laut Giovanni Di Maria, bei der Stadtverwaltung zuständig für den Straßenbau, weist die  Stauseestraße auf ihrer gesamten Länge (2,051 Kilometer) enorme Schäden auf, die die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleisten. Ausgenommen ist das kurze Stück, das im Zuge der Ortsumfahrung B 28 neu saniert worden war. Aus diesem Grund habe der Fachbereich Straßenbau die Sanierung der  Stauseestraße von der Einmündung in die Landesstraße auf Höhe des Stauseehotels bis zum Anschluss an den bereits erneuerten Bereich geplant. Giovanni Di Maria weißt außerdem darauf hin, dass der verfestigte Aufbau eine neue Asphalttragdeckschicht mit einer Dicke von zehn Zentimetern erhält. Alle Schichten sind laut Di Maria insgesamt nur 40 Zentimeter tief.

Straße stammt von den Neckarwerken

Die  Stauseestraße, die es in jetziger Form seit den 1960er Jahren gibt, hat eine Breite zwischen vier und 5,5 Metern. Erbaut haben sie die Neckarwerke im Zuge der Errichtung des Stausees. Davor gab es allerdings schon immer als Verbindung von Neuhausen zum Gewann Steuchen einen Feldweg. Die sanierte  Stauseestraße soll durchgehend eine Breite von fünf Metern haben. Die Lage der Trasse bleibt nach Aussage Di Marias unverändert. Lediglich da, wo die Breite vor der Sanierung größer oder kleiner war, wird der neue Fahrbahnrand abweichen.

Im Zuge der Sanierung werden die Straßengräben für die Oberflächenentwässerung freigegraben. „Dann“, so Giovanni Di Maria, „ist die Funktionalität wieder hergestellt.“ Außerdem ist geplant, zwischen der Abzweigung zum CVJM-Heim und dem Wirtschaftsweg zu den Breitwiesen einen asphaltierten Fußweg anzulegen. Er soll 1,5 Meter breit werden.

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Kilometer und 51 Meter lang ist die Stauseestraße. Sie ist wohl die Straße auf dem Gebiet der Gesamtstadt Metzingen, die im schlechtesten Zustand ist.