Dettingen Starker Auftritt für die gute Sache

Immer bunt durcheinander gewürfelt, aber egal, in welcher Formation die TEB-Allstars und ihre Musikerkollegen auftraten, sie rissen ihr Publikum in der Schillerhalle förmlich von den Sitzen.
Immer bunt durcheinander gewürfelt, aber egal, in welcher Formation die TEB-Allstars und ihre Musikerkollegen auftraten, sie rissen ihr Publikum in der Schillerhalle förmlich von den Sitzen. © Foto: Kirsten Oechsner
Dettingen / Kirsten Oechsner 02.12.2018

Echter, kerniger Rock von „Queen“ bis „Asia“, garniert mit jeder Menge „Wish you were here“-Gefühl und begleitet von unzähligen  Überraschungsmomenten: Die Mischung machte einmal mehr den Erfolg aus, die TEB-Allstars sorgten bei der achten Auflage ihrer Benefizkonzerte für Emotionen pur bei weit über 2500 Zuschauern an zwei Abenden. Doch nicht nur die waren begeistert von der Atmosphäre: Auch die Rockmusiker und die 60 Mitglieder des Orchesters erlebten magische Momente beim Blick in das Publikum – Gänsehaut-Gefühl auf beiden Seiten, Akteuren wie Zuschauern. „Das ist absoluter Wahnsinn“, rief Sänger Steffen Hämmerle immer wieder in sein Mikro.

Band für zwei Konzerte

Es ist kaum zu glauben, was da einmal mehr in der Schillerhalle von einem im Prinzip bunt zusammengewürfelten Haufen junger und begeisterungsfähiger Musiker abgeliefert wurde: Denn bei den TEB-Allstars handelt es sich um eine Band auf Zeit, die sich nur für die jährlichen Benefizkonzerte zusammenfindet und in der Kürze von sechs Proben zu einer Einheit wird.

Mehr noch: Rockmusiker und das TEB-Orchester mit Streichern und Blechbläsern probten getrennt und spielten bei der Hauptprobe erstmals zusammen. Auch bei „Rock meets Classic“ war das Zusammenspiel wie aus einem Guss, selbst Klassik-Skeptiker unter den Zuschauern konnten sich der Magie der Streichersätze nicht entziehen.

TEB-Allstars-Konzerte sind auch deshalb einzigartig, weil die Arrangements ganz speziell für die Band, das Orchester und damit auch für jeden einzelnen Musiker oder  den Background- und Solo-Gesang von den beiden musikalischen Leitern Stephen Blaich und Jochen Schmid geschrieben sind. Die beiden Profis kennen die Stärken und eventuelle Schwächen der Musiker ganz genau, so arrangieren sie die Songs den TEB-Allstars und dem Orchester geradezu auf den Leib.

Dahinter steckt jede Menge Arbeit, allein 26 Stunden investierte das Duo in das Arrangement von „Lilienthals Traum“, ein Lied von Reinhard Mey und Wunschsong von Matthias Wurst – ungewohnt in einem eher von Rock-Klassikern geprägtem Programm und wegen seines Überraschungsmoments doch perfekt ins Konzept passend. Wurst hatte 2011 gemeinsam mit Gitarrist Moritz Hermle aus Betroffenheit über den schnellen Krebstod der Mutter eines Freundes das erste Benefiz-Konzert der TEB (Tumore und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse) organisiert: „Damals wurden wir belächelt“, teilte er am Samstag den 1550 Zuschauern mit, acht Jahre später haben die Allstars im Ermstal und darüber hinaus regelrecht Kultstatus. Seit Anfang an mit dabei sind Schlagzeugerin Marion Wetzel, Karl-Heinz Wallner am Bass und Jochen Zaiss, der mit seinen Gitarrensoli und als Solosänger gleichermaßen brillierte. Männer der ersten Stunde sind auch Jochen Schmid und Stephen Blaich, die zwischen den Musikwelten switchten – da Rockmusik und dort Klassik, sie führten das Orchester abwechselnd als Dirigent. Unüberhörbare TEB-Dauergäste sind seit vielen Jahren die Sänger Selin Schönbeck und Steffen Hämmerle sowie Daniel Spriessler an Saxophon und Keyboard, Letzteres spielte auch Michael Labitzke. Immer wieder traten die Sängerinnen Emily Barth, Nina Peltzer und Hannah Roese vom Hinter- in den Vordergrund, an der Trompete überzeugte Jan Fischer und Konzertmeisterin Carina Pelz hatte nicht nur das Orchester im Griff, sondern auch viel organisatorische Arbeit im Vorfeld geleistet. Ein Höhepunkt reihte sich drei Stunden lang an den nächsten, für einen ganz besonderen Moment sorgte Andreas Geyer mit der Querflöte und seiner Interpretation von „Locomotive Breath“. Es wurde getanzt und mitgesungen, geklatscht, La-Ola-Wellen bewegten sich durch die Schillerhalle und die Emotionen kochten immer wieder hoch, besonders aber bei Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“: „Das geht so tief rein, das kann nie zu Ende sein“, heißt es da. Das gilt auch für die TEB-Allstars: Die Zuschauer hoffen auf eine Neuauflage des Benefizkonzerts im nächsten Jahr und Katharina Stang, Vorsitzende der TEB-Selbsthilfegruppe, ebenfalls. Der Organisation kommt nach wie vor der Erlös der beiden Konzertabende zu: „Wir brauchen die TEB-Allstars“, meinte sie deshalb und appellierte an alle, Musiker wie Gäste: „Vergesst Eure Menschlichkeit nicht.“

Infos zur TEB-Selbsthilfegruppe

Die TEB-Selbsthilfe unterstützt Menschen mit Tumoren und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und deren Nachbarorganen unter besonderer Berücksichtigung des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Der Verein wurde von Katharina Stang 2006 gegründet und hat sich seither zu einer Selbsthilfeorganisation mit einem breiten Netzwerk entwickelt. Die Gründerin Katharina Stang, die selbst betroffen ist, hat Erfahrung im Bereich der Selbsthilfeorganisationen für Bauchspeicheldrüsenerkrankte. Weitere Infos und Spendenkonto unter www.teb-selbsthilfe.de.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel