Bad Urach Stadtwerke mit Rekordgewinn

Seit 1. August Betriebsleiter: Andreas Henger.
Seit 1. August Betriebsleiter: Andreas Henger. © Foto: Privat
Bad Urach / Simon Wagner 11.10.2018

Seinen Einstand könnte man als gelungen bezeichnen. Ab dem 1. August steht Andreas Henger als kaufmännischer Betriebsleiter den Stadtwerken Bad Urach vor. Nun, da er sich in den vergangenen Monaten eingearbeitet und sich einen Überblick verschafft hat, war es an ihm, gleich gute Nachrichten zu überbringen. Vor dem Technischen Ausschuss der Stadt stellte er bei seinem offiziellen Antrittsbesuch jüngst den Jahresabschluss der Stadtwerke für das Jahr 2017 vor. Und der wartet mit einem Rekordergebnis auf. Knapp 514 000 Euro Gewinn weist die Rechnung nach Steuern auf.

Ein Ergebnis jedoch, so schränkte Henger ein, das sich im Wesentlichen auf zwei Ereignisse zurückführen lasse, die einen Einmaleffekt auslösten. Da wäre zum einen die Auflösung der Uracher Albgruppe, der Zweckverband Wasserversorgung, zum 31. Dezember 2016. Daraus resultieren außerordentliche Erträge in Höhe von 129 000 Euro. Des Weiteren spülte die Auflösung von Rückstellungen im Betriebszweig Gas weitere 112 000 Euro außer der Reihe in die Kasse.

Aber auch ohne diese Einmaleinnahmen stehen die Stadtwerke solide da. „Die Finanzkraft ist ausreichend für gewöhnliche Investitionen und den Schuldendienst“, so Hengers Überblick. Die Eigenkapitalquote, so kommt er beinahe ins Schwärmen, betrage „sagenhafte“ 63 Prozent. Ein Wert, der im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich heraussteche. Die Gas- und die Wasserversorgung erweisen sich einmal mehr als „Ergebnisbringer“. Die Sparte Stadtbus und das städtische Parkhaus würden dagegen deutlich abfallen. Auch in Zukunft werden diese Zweige wohl nicht ohne städtische Subventionen auskommen, prophezeit Henger. Stichwort Parkhaus Innenstadt: Nach wie vor ranken sich um die Zukunft des Baus verschiedene Szenarien. Sie reichen von einer Modernisierung bis hin zum Abriss. Alleine, so monierte Henger, seien Kostenschätzungen nach derzeitigem Stand nicht möglich. Momentan fehle es an Entscheidungen zum Umfang möglicher Sanierungsarbeiten. Was den Bereich Gasversorgung betrifft, stellt er derweil einen zunehmenden Margendruck und einen verstärkten Wechselwillen der Kundschaft fest. Die abnehmende Loyalität zum städtischen Versorger sei bei insgesamt 1200 Kunden und 40 Abgängen zwar nicht alarmierend, gleichwohl bedenkenswert. Auch nüchtern kalkulierende Großabnehmer zählen die Stadtwerke immer weniger zu ihren Kunden.

Bange ist ihm um die Stadtwerke jedoch nicht, auch vor dem Hintergrund „extrem vieler“ Themen, die von vergleichsweise wenig Mitarbeitern geschultert werden. Für 2018 erwarten die Stadtwerke einen Jahresgewinn von 132 000 Euro. „Wir sind auf Kurs, und wir werden auf Kurs bleiben“, so Henger, der jedoch auf die zwingende Notwendigkeit einer vernünftigen Personalplanung hinwies. Derzeit bewege man sich „im roten Bereich“. Und die Herausforderungen nehmen nicht ab: das Nahwärmenetz, das Thema erneuerbare Energien und Elektromobilität. Auch die Bildung einer Stromnetzgesellschaft werden die Stadtwerke beschäftigen. Gespräche mit der „Fair-Netz“ laufen derzeit. Ergebnisse seien womöglich bereits Ende des Jahres zu erwarten, so Henger. Ein weiteres Thema treibt den Diplom-Kaufmann grundsätzlich um. Die zunehmende Regulierungswut des Gesetzgebers. Dabei handle es sich mitunter um „perverse Dinge“, die ohne Regulierungsmanager nicht mehr leistbar seien.

63

Prozent beträgt die Eigenkapitalquote bei den Stadtwerken Bad Urach. Und auch sonst steht der städtische Eigenbetrieb auf soliden Beinen und hat viele Zukunftsthemen im Blick.

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