Metzingen Stadt will rasch Wohnraum schaffen

Obwohl in der Stadt viel gebaut wird, fehlen Wohnungen. Verwaltung und Gemeinderat gehen deshalb nun in die Offensive.
Obwohl in der Stadt viel gebaut wird, fehlen Wohnungen. Verwaltung und Gemeinderat gehen deshalb nun in die Offensive. © Foto: Archiv/Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 14.07.2018

Sozialen und bezahlbaren Wohnraum für 380 Menschen will der städtische Eigenbetrieb Wohnungswirtschaft in den kommenden Jahren schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden gleich mehrere Projekte angepackt, wie die zuständigen Sachbearbeiterinnen Nadja Wiedenmann und Sonja Laermann am Donnerstag im Gemeinderat erklärten. Beispielsweise sollen auf städtischen Grundstücken in der Fischerstraße, in der Fliederstraße und in der Ulmer Straße insgesamt 80 Menschen ein Dach über dem Kopf erhalten. Nach den aktuellen Plänen können die Gebäude im ersten Halbjahr 2020 bezugsfertig sein. Vorgesehen ist, insgesamt 35 Wohneinheiten zu erstellen.

Weitere 300 Personen könnten entlang der Neugreuthstraße eine neue Bleibe finden. Die Gebäude würden nach den Vorstellungen des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft bis zum ersten Halbjahr 2022 errichtet sein.

Absolute Priorität

Um die Neubauten zu realisieren, schlägt die Verwaltung vor, jeweils Investorenwettbewerbe auf den Weg zu bringen. Die Vergabe der Grundstücke kann dabei an bestimmte Bedingungen geknüpft werden, etwa die Höhe der Mieten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich direkte Belegungsrechte in den Wohnungen zu sichern. Das erlaubt dem Eigenbetrieb, die Mieter für die Wohnungen auszusuchen. Ebenfalls möglich ist es, städtebauliche Vorgaben in einen Vertrag aufzunehmen. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens: Um die Planung und um die Bauarbeiten muss sich der Investor kümmern, der auch das Kostenrisiko trägt.

Für dieses Vorgehen gab es am Donnerstag einstimmig grünes Licht vom Gemeinderat. „Wohnraum für alle zu schaffen, hat ­Priorität“, sagt Oberbürgermeister Dr.  Ulrich Fiedler. Die Gebäude entstünden für „die Mitte unserer Gesellschaft“. Um den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben, versuche der Eigenbetrieb auch, bestehende Wohnungen anzumieten oder Gebäude entsprechend zu sanieren. SPD-Gemeinderat Michael Breuer schlug vor, das Areal des Bauhofs in der Maurenstraße in den Blick zu nehmen. Dies könne nach dem Umzug auf Braike-Wangen erschlossen und über Erbbaupacht vergeben werden.

Momentan hat der Eigenbetrieb außerdem vier Gebiete auf dem Zettel, auf denen Bauplätze entstehen können. Sie werden nun anhand verschiedener Kriterien überprüft, damit dort neue Häuser entstehen. Um auf kurzfristigen Bedarf zu reagieren, hat der Gemeinderat am Donnerstag ebenfalls genehmigt, Wohncontainer anzumieten. Zwei Standorte kommen dafür in Frage, einer liegt in der Klosterstraße, der andere an der Neuffener Straße.

An beiden Standorten könnten jeweils 20 bis 25 Menschen einziehen. Gedacht ist dabei vor allem an Geflüchtete, die in die Anschlussunterbringung kommen. Außerdem geht es um Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben.

Die Container sind indessen nur eine Übergangslösung für zwei bis vier Jahre, wie Neuhausens Ortsvorsteherin Lilli Reusch bereits am Dienstag im Ortschaftsrates klargestellt hatte. Sie hofft außerdem, dass die Container gar nicht zum Einsatz kommen, weil sich noch andere Räumlichkeiten finden. Container aufzustellen, sei tatsächlich die Ultima Ratio, betonte auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler.

Ob die Container in Metzingen wirklich zum Einsatz kommen, entscheidet sich im Herbst.

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