Metzingen Stadt holt sich gute Noten ab

Die Outletcity lockt jährlich 3,5 Millionen Kunden an. Kaufkraft, von der auch der Metzinger Einzelhandel profitiert.
Die Outletcity lockt jährlich 3,5 Millionen Kunden an. Kaufkraft, von der auch der Metzinger Einzelhandel profitiert. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Regine Lotterer 09.06.2018

In Metzingen läuft derzeit eine ganze Menge rund. Das bestätigen der Stadt zwei unabhängig voneinander erhobene Zahlenwerke, die von der IHK Reutlingen und vom Regionalverband Neckar-Alb stammen. Der Gemeinderat hat am Donnerstag darüber diskutiert.

Die IHK wollte von ihren Mitgliedsbetrieben im vergangenen Jahr wissen, wie zufrieden sie mit der Situation an ihrem Standort sind. Aus der Region Neckar-Alb beteiligten sich 2256 Firmen, auch aus Metzingen nutzten zahlreiche Unternehmen die Chance, ihre Meinung zu sagen. Positiv fällt die Kelternstadt beispielsweise wegen ihrer guten Anbindung an Messe und Flughafen auf, wie Jochen Krohmer, bei der Stadtverwaltung zuständig für Wirtschaftsförderung und Tourismus, erläuterte. Ebenso freuen sich die Firmen über die vielfältigen Angebote, die es den Mitarbeitern erlauben, Beruf und Familie miteinander zu verbinden. Hervorgehoben wird zudem das  positive Image, das die gesamte Region Neckar-Alb genießt. Überdurchschnittlich gute Noten gibt es zudem für die Einkaufsmöglichkeiten, die Metzingen zu bieten hat.

Fachkräfte fehlen

Negativ aufgefallen sind den Betrieben die hohen Immobilienpreise in der Kelternstadt und zwar sowohl für Gewerbeflächen als auch für Wohnraum. Jochen Krohmer appellierte deshalb an die Stadträte, die Gewerbegebiete „Im Wasser“ sowie „Braike-Wangen II“ schnell an den Start zu bringen, um die Situation zu entschärfen.

Außerdem fehlt es nach den Erfahrungen der ortsansässigen Firmen an qualifizierten Fachkräften. Das mag freilich damit zusammenhängen, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt im Laufe der vergangenen Jahren rasant auf heute etwa 15 000 angewachsen ist, wie Jochen Krohmer ausführte. Erfasst worden sind bei dieser Erhebung sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitstellen sowie Minijobs.

Die Ergebnisse der IHK-Umfrage nutze die Stadt nun, um nach Verbesserungspotenzialen zu suchen sowie  gezielte Standortpolitik und Mittelstandsförderung zu betreiben, erklärte Krohmer im Gemeinderat. Zugleich wollen die Metzinger ihr Stadtzentrum weiter stärken und lebendig halten. Ein Ziel, das sie bereits seit einigen Jahren erfolgreich im Blick haben,  wie ihnen nun auch der Regionalverband Neckar-Alb bestätigt. Er hat die Situation des Einzelhandels analysiert, um steuernd eingreifen zu können. Die Analyse bestätigt, dass die Kunden in der Kelternstadt nach wie vor ein großes Angebot in zentraler Lage finden. Metzingen spielt in diesem Bereich in der „Spitzenklasse“, betonte Jochen Krohmer. Überflügelt werde die Stadt lediglich von Balingen, dort freilich gebe es ganz andere Voraussetzungen als im Ermstal. Tatsächlich haben die Verkaufsflächen in der Metzinger Innenstadt gegenüber 2011 um ein Viertel zugenommen. „Das ist ein absoluter Spitzenwert im interkommunalen Vergleich in der Region Neckar-Alb.“

Dieser Erfolg, sagt Krohmer, sei Verdienst einer langfristigen Strategie, die Metzingen bereits in den 1990er Jahren eingeschlagen habe, indem in Gewerbe- und Industriegebieten nur Produktion, Logistik und Handwerk zugelassen worden sei. Deshalb seien in zentralen Lagen der Kelternstadt auch Branchen zu finden, die in anderen Mittelzentren ins Gewerbegebiet zögen. Verstärkt werde dieser Trend durch die Geschäfte in der Outletcity.

Nicht verwundern dürfte, dass Metzingen im Branchenvergleich besonders bei Bekleidung, Accessoires und Schuhen überdurchschnittlich gut aufgestellt ist. Schwächen sieht der Regionalverband dagegen bei Elektro- und Spielwaren sowie bei Blumen und Büchern.

Metzingen habe sich hervorragend entwickelt, kommentierte Stadtrat Robert Schmid (FWV) die Zahlen. Klar sei, dass die Stadt von den 3,5 Millionen Kunden, die pro Jahr in die Outlets strömen, profitiere.

„Metzingen hat vieles richtig gemacht“, betonte auch Bernhard Mohr (FDP). Jetzt zahle sich aus, dass die Stadt keine Märkte auf der grünen Wiese zugelassen habe. Beim Metzinger Einzelhandel sieht er allerdings „noch Luft nach oben“.

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