Metzingen Stadt engagiert einen Manager für den Klimaschutz

Metzingen engagiert sich für den Klimaschutz.
Metzingen engagiert sich für den Klimaschutz. © Foto: Thomas Kiehl
Metzingen / Von Regine Lotterer 15.06.2018

Metzingen will 2. Dieser Slogan dürfte den Einwohnern der Kelternstadt in den kommenden Wochen und Monaten des Öfteren begegnen. Er steht für das Ziel, pro Jahr und Einwohner zwei Tonnen Kohlendioxid einzusparen sowie den Wunsch, eine maximale Erhöhung der Erdtemperatur auf zwei Grad einzuhalten. Entwickelt worden ist dieses Motto schon vor zwei Jahren, als Metzingen ein  integriertes Klimaschutzkonzept (Klim) beschlossen hat. Nun steht das Geld bereit, dieses Konzept Schritt für Schritt umzusetzen. Für diese Aufgabe hat der Gemeinderat die Klimaschutzagentur Reutlingen beauftragt, der entsprechende Vertrag läuft zunächst zwei Jahre, es besteht die Option, ihn um weitere 24 Monate zu verlängern.

Die Klimaschutzagentur übernimmt für die Metzinger die Funktion des Klimaschutzmanagers, der auf zahlreichen Feldern tätig wird. Der Manager soll dabei als zentraler Ansprechpartner für die Metzinger fungieren sowie die Aktivitäten der verschiedenen Akteure koordinieren. Der erste Akzent wird übrigens bereits an diesem Samstag gesetzt: Von 10 bis 17 Uhr gibt es auf dem Rathausplatz einen Energiespartag. Jeder ist eingeladen, vorbeizuschauen und sich Informationen zu holen. Weitere öffentlichkeitswirksame Aktionen sollen folgen mit dem Ziel, bei den Bürger, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, Akzeptanz für das Thema „Klimaschutz“ zu schaffen.

Beratung für Bürger

Bürger, die ihr Haus oder ihre Wohnung sanieren möchten, sollen sich fortan ebenfalls Rat vom Klimaschutzmanager holen können. Von ihm erfahren sie, was sie tun müssen, um künftig Energie zu sparen, etwa mit dem Einbau einer Photovoltaik-Anlagen oder eines Batteriespeichers. Auch Firmen, die sich für den Klimaschutz engagieren wollen, dürfen sich an den Klimaschutzmanager wenden. Er arbeitet dann beispielsweise an betrieblichen Mobilitätskonzepten mit, die dazu beitragen, die Mitarbeiter vermehrt aufs Rad, in öffentliche Verkehrsmittel oder über Fahrgemeinschaften an die Werkbank oder ins Büro zu bringen.

Der Klimaschutzmanager soll außerdem die Schulen in der Kelternstadt besuchen sowie Sprechstunden für die Bürger abhalten. Vorgesehen ist zudem, einen kommunalen Energietisch für Metzinger Unternehmer einzurichten.

Jeder ist gefragt

Die Entscheidung, die Klimaschutzagentur Reutlingen mit den Manageraufgaben zu betrauen, fällte der Gemeinderat einstimmig. Vor der Abstimmung hatte Tobias Kemmler, der  Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, auch verschiedene Ideen für einen Aktionsplan vorgestellt. Von Kemmlers Erläuterungen zeigte sich Cornelia Grantz-Hild (Grüne) begeistert. Endlich erhalte Metzingen ein professionelles Klimaschutzmanagement, betonte sie. „Wir begrüßen es sehr, dass die Klimaschutzagentur diese Aufgabe übernommen hat.“ Dringend notwendig sei die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema: „Jeder muss etwas tun.“ Zudem sei es wichtig, den Bürgern klar zu machen, dass sich Klimapolitik auch finanziell auszahlen kann. Schließlich besteht die Chance, für verschiedene Vorhaben Zuschüsse zu erhalten.

Klimaschutz sei nicht allein Sache der Stadtverwaltung, betonte auch Peter Reiff (FDP), sondern Aufgabe aller Bürger. Deshalb sei es wichtig, all jene, die sich bislang bereits auf diesem Feld engagiert haben, mit ins Boot zu holen. Er freue sich auch, dass der Energietisch wieder auf die Agenda rücke. Bislang habe es in Metzingen an der Umsetzung vorhandener Ideen gefehlt, so Reiff, das werde sich nun ändern.

Tatsächlich soll es jetzt schnell gehen: Der Klimaschutzmanager will das Metzinger Klimaschutzkonzept ab Juli dieses Jahres verwirklichen.

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Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und Bürger sollen in Metzingen eingespart werden. Ein Klimaschutzmanager soll nun dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.