Wasserversorgung Spinnen-Einlage im Trinkwasser verhindern

Sollte Hülben weiter wachsen, kann der Hochbehälter den Wasserbedarf trotzdem decken, war im Rat zu hören.
Sollte Hülben weiter wachsen, kann der Hochbehälter den Wasserbedarf trotzdem decken, war im Rat zu hören. © Foto: Nadine Wilmanns
Hülben / Nadine Wilmanns 28.06.2018

 Nach einer umfangreichen Behälteranalyse Anfang des Jahres durch das Bad Uracher Planungsbüro Fritz ist klar: Der Hülbener Wasserhochbehälter ,,Gstaudach“ ist längst nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die Generalüberholung kostet insgesamt rund 440 000 Euro netto. Damit der ganze Batzen nicht auf einmal auf die Gemeindekasse zukommt, wird gesplittet: Das Dringenste und die Arbeiten, die sich damit geschickt verbinden lassen, kommen zuerst. Das heißt: im nächsten Jahr. ,,Priorität haben Maßnahmen, die für die Trinkwasserqualität wichtig sind“, so Bürgermeister Siegmund Ganser.

Dazu gehören Maßnahmen, die verhindern, dass ein ungewolltes Eindringen von beispielsweise Kleintieren in die beiden Trinkwasserbehälter möglich ist.  Die zwei unterirdischen Behälterkammern, in dem das Trinkwasser gespeichert wird, wurden bereits im vergangenen Jahr geleert und von Experten der Landeswasserversorgung unter die Lupe genommen. ,,Die sind noch in gutem Zustand und zum Glück nicht sanierungsbedürftig“, sagt Ganser. Auch wenn die beiden Kammern noch gut in Schuss sind, eines gibt es doch zu bemängeln: Sie sind nicht vollständig voneinander getrennt, haben keinen separaten Zugang. ,,Das entspricht nicht mehr dem aktuellen Standard“, sagt Johanna Jousten vom Planungsbüro Fritz.

Nächste Baustelle ist die Übereichleitung, die ein Zuviel an Wasser ableitet. ,,Sie braucht eine Rückschlagklappe, die das Eindringen von Kleintieren verhindert“, sagt Jousten und erklärt: ,,Wenn sich zum Beispiel eine Spinne da hinein verirrt, dann hat die direkten Zugang in die Behälterkammern. Ein ähnliches Problem gibt es auch bei Lüftungsschacht und Lüftungskamin – diese brauchen Filterungen. Lüftungselemente brauche man im Übrigen ebenfalls mehr.

In der Anlage sind zwei Zulaufleitungen: Eine für Eigenwasser und eine für die Landeswasserversorgung. Der Eigenwasserzulauf wurde im Jahr 2000 stillgelegt, die zugehörigen Rohrleitungen jedoch noch nicht demontiert. ,,Wir sehen das kritisch, da diese Leitungen eine direkte Verbindung zu den Behälterkammern haben“, sagt Johanna Jousten. Daher sollen die nicht genutzten Installationen abgebaut werden. ,,Die Rohrleitungen sind immerhin schon 41 Jahre alt“, merkt Ganser an. Daher ist vorgesehen, die Zu- und Ablaufleitungen des Trinkwassers und deren Armaturen zu erneuern.

Gute Nachrichten sind, dass die Wasserspeicherungskapazität groß genug für weitere Neubaugebiete in Hülben ist und die Lage der Anlage für Hülben gut gewählt ist. Zwar ist der Höhenunterschied zwischen Anlage und Ortschaft nicht groß genug, um ganz ohne Pumpen auszukommen, doch mangels wesentlich höherer Punkte in der Umgebung sei der Standort verhältnismäßig gut, sagt Jousten. Die Pumpen selbst allerdings weisen starke Korrosionserscheinungen auf. Auch darum müsse man sich in Zukunft kümmern.

Nicht ganz so dringend, aber längerfristig geplant ist der bessere Schutz der Anlage durch einen Zaun und eine widerstandsfähigere Eingangstür zum Bedienungshaus, das oberirdisch an die Behälterkammern anschließt. Das Bedienhaus brauche zudem neue Fliesen. ,,Es wird heutzutage einfach mehr gefordert“, sagt Jousten.

Ganser ist zuversichtlich: ,,Eine halbe Million ist eine halbe Million, aber ich denke, das schultern wir, wenn wir die Sache über zwei Jahre gestreckt in Abschnitten abarbeiten und umsetzen.“

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