Neuhausen Spenden aus dem Ermstal

Barbara Maier engagiert sich gemeinsam mit vielen anderen Neuhäusern für die Gumyoko-Schule.
Barbara Maier engagiert sich gemeinsam mit vielen anderen Neuhäusern für die Gumyoko-Schule. © Foto: Thomas Kiehl
Neuhausen / Regine Lotterer 23.02.2018

Vielen Neuhäusern ist der Name Gumyoko geläufig, obwohl der Ort im fernen Ghana liegt. Mehr als 5000 Kilometer trennen das afrikanische Dorf vom Ermstal, und dennoch sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten enge freundschaftliche Bande über zwei Kontinente hinweg entstanden. Geknüpft hat die Kontakte einst Gertrud Brodbeck. Die Neuhäuserin war als Ausbilderin für Krankenpfleger nach Ghana gekommen. Als sie eines Tages von einem Bekannten gefragt wurde, ob sie ihm beim Aufbau einer Schule helfen wolle, begann eine Erfolgsgeschichte. Zunächst lernten die Kinder unter einem Baobab-Baum, dann entstanden bescheidene Hütten für den Unterricht.

Heute besuchen gut 1000 Schüler den Unterricht in Gumyoko, wie Barbara Maier, die Nichte von Gertrud Brodbeck, schildert. Aus den bescheidenen Anfängen hat sich ein kleines Schuldorf entwickelt, zu dem solide gemauerte Klassenzimmer ebenso gehören wie ein Kindergarten, eine Schulküche und eine Solaranlage. Möglich geworden ist das rasante Wachstum auch dank der zahlreichen Spenden, die aus dem Ermstal in den Norden Ghanas geflossen sind. Unter anderem steht die evangelische Kirchengemeinde Neuhausen hinter dem Projekt, auch die Sternsinger der katholischen Bonifatiusgemeinde Metzingen spenden regelmäßig für Gumyoko.

Aktuell entsteht mit dem Geld aus dem Ermstal ein neuer Schulblock mit drei Klassenzimmern. Der Anbau ist notwendig, weil immer mehr Kinder in Gumyoko lernen wollen. Die Bauarbeiten für den neuen Klassentrakt schultern die Eltern, voraussichtlich kann der Unterricht dort im Herbst starten. Dass die Väter und Mütter ihre Zeit opfern, um Schulräume zu errichten, ist keine Selbstverständlichkeit, sagt Barbara Maier. Die Bereitschaft, sich für das Projekt zu engagieren, liegt vor allem am hervorragenden Ruf, den sich die Einrichtung in den vergangenen zwei Jahrzehnten erarbeitete. Der wiederum hängt zu einem guten Teil mit der Montessori-Pädagogik zusammen, die im Kindergarten und in den ersten drei Grundschulklassen angewendet wird. Die Erfolge dieses Unterrichts, sagt Barbara Maier, seien für jeden greifbar und wirkten dauerhaft nach: „Die Kinder lernen, ein Problem selbstständig zu lösen.“ Außerdem entwickelten die Mädchen und Jungen die Fähigkeit zur Teamarbeit. Das für die Montessori-Pädagogik notwendige Unterrichtsmaterial wird ebenfalls teilweise von Deutschland aus finanziert. Das gilt ebenso für die notwendigen Lehrerfortbildungen.

Dank der immer besser ausgebildeten Einwohner konnte sich auch die Region rund um Gumyoko in den vergangenen Jahren weiterentwickeln. Im abgelegenen Norden Ghanas haben die Kinder nun nicht allein die Chance, Lesen, Rechnen und Schreiben zu lernen. Sie können überdies qualifizierte Abschlüsse erwerben, die es ihnen erlauben, eine Lehre zu absolvieren oder eine weiterführende Schule zu besuchen.

Konfessionell gebunden ist die Schule in Gumyoko übrigens nicht. Die Kinder und Jugendlichen gehören verschiedensten Glaubensgemeinschaften an, erklärt Barbara Maier. Das funktioniere problemlos, da sich alle als Teil eines großen Ganzen verstünden.

Ein Traum der Verantwortlichen konnte bislang allerdings noch nicht realisiert werden: Vor allem in den höheren Klassen möchten sie gerne vermehrt praxisbezogenen Unterricht erteilen, etwa Techniklektionen für die Jungen und Nähen für die Mädchen. Bereits umgesetzt ist dagegen ein Programm für die Abschlussklassen. Diese erhalten an der Schule zusätzlichen Unterricht und ein Mittagessen. Damit wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass möglichst viele ihrer Schützlinge die Prüfungen bestehen.

Spenden für das Schulprojekt

Gumyoko ist ein kleines Dorf im Nordosten von Ghana. Die Einwohner dieses Dorfes und der zwei benachbarten Dörfer haben sich eine Schule gebaut. Zwischen 1995 und 2008 entstanden vier stabile Schulgebäude für die Klassen der Grund- und Hauptschule sowie für einen Kindergarten. 2004 wurde die Montessori-Pädagogik eingeführt. Wegen des guten Unterrichts wollen immer mehr Kinder in Gumyoko zur Schule gehen, deshalb muss erweitert werden, was viel Geld kostet. Für das Projekt hat die evangelische Kirchengemeinde Neuhausen ein Spendenkonto eingerichtet: Volksbank Metzingen, IBAN  DE52 6409 1200 0230 8620 39, BIC: GENODES1MTZ.