Spätlese: Zu spät

NORBERT LEISTER 27.02.2016

Wer kommt schon gerne zu spät zu einem Termin? Obwohl - manche Menschen erwecken den Eindruck, als ob es ihnen rein gar nichts ausmacht, dass andere warten müssen. Getreu dem Motto: Komm ich heut nicht, komm ich morgen. Bei uns in den hiesigen Gefilden ist das aber eine eher unterentwickelte Begabung. Also gilt es, immer eine Ausrede parat zu haben, wenn man zu spät kommt. "Ich bin nicht zu spät, sie sind zu früh", könnte eine lauten. Bei seinem Arbeitgeber würde das aber wohl nicht besonders gut ankommen. Ebenso wenig wie "Mein Bus hat sich verfahren". Immer gut, weil fast immer zutreffend ist bei den heutigen Bundesbahn-Verhältnissen, dass der Zug Verspätung hatte. Weil man damit aber schon rechnen muss, klingt diese Ausrede nicht besonders einfallsreich. Sollten Sie in einem Hochhaus in einem höheren Stockwerk arbeiten, könnten Sie es beim nächsten Zuspätkommen ja mal hiermit probieren: "Im Aufzug hängt ein Schild und darauf steht Für sechs Personen - ich brauchte doch glatt eine halbe Stunde, bis ich so viele Mitfahrer zusammen hatte." Wie hoch Ihr IQ dann eingeschätzt wird, ist eine ganz andere Sache.