Region Spätlese: Elefantenjagd

Region / CAROLA EISSLER 25.02.2016
Eine ostindische Stadt wurde vor einigen Tagen in Angst und Schrecken versetzt, weil eine Elefantenkuh stundenlang die Straßen unsicher machte. Diese Geschichte ist Anlass, um an die historische Elefantenjagd in Reutlingen zu erinnern, die sich am 5. April 1929 zugetragen hat.

Eine ostindische Stadt wurde vor einigen Tagen in Angst und Schrecken versetzt, weil eine Elefantenkuh stundenlang die Straßen unsicher machte. Diese Geschichte ist Anlass, um an die historische Elefantenjagd in Reutlingen zu erinnern, die sich am 5. April 1929 zugetragen hat. Damals sollte der Zirkus Krone in der Stadt gastieren. Am Güterbahnhof rissen sich vier Elefanten vom Transportzug los und stürmten daraufhin durch die Wilhelmstraße und die Metzgerstraße. Laut Zeugenberichten von damals verwüsteten die Elefanten nicht nur die Straßen und Auslagen, sondern auch Teile von Geschäften in der gesamten Reutlinger Innenstadt. Besonders die Elefantendame Delhi soll es arg getrieben haben. Es dauerte mehrere Stunden, bevor die Elefanten wieder beruhigt und eingefangen werden konnten. Einen kleinen Eindruck von tierischem Treiben bekamen auch die Metzinger Anfang der 1990er Jahre. Wieder war es der Zirkus Krone, der per Bahn seine Elefanten in die Stadt holte. Die Dickhäuter marschierten damals zwar relativ friedlich vom Bahnhof zum Festplatz, allerdings zogen auch sie eine Spur durch die Stadt: Sie plünderten die Obstbäume in den Vorgärten.