Wenn man das Minizirkuszelt betritt, das seit nunmehr sechs Wochen die Wiese an der Hofbühlstraße in Neuhausen mit seiner typischen Form und den blau-gelben Seitenwänden ziert, trifft man nicht auf tanzende Bären oder dressierte Elefanten – erfreulicherweise.

Ganz im Gegenteil, hier findet man genau das vor, was man sich insbesondere zum Ende der Sommerferien wünscht: fröhliche Kinder mit strahlenden Augen. Denn diese erleben gerade etwas, was sich sicherlich auch viele Erwachsene schon immer einmal gewünscht haben, nämlich einmal selbst als Artist in der Manege zu stehen.

Kinder schnuppern eine Woche lang echte Zirkusluft

Im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadt Metzingen hatten sechs- bis dreizehnjährige Mädchen und Jungen die Gelegenheit, eine ganze Woche lang echte Zirkusluft zu schnuppern und konnten unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen in der Tisch- und Bodenakrobatik sammeln, jonglieren lernen oder mit einem farbenfrohen Schirm über das Drahtseil balancieren. Und klar, wer es nicht so mit der Muskelkraft hat, der durfte sich auch gerne als lustiger Clown in Szene setzen.

Fünfte Gruppe bereitet sich auf krönenden Abschluss vor

Die fünfte und letzte Gruppe dieses Jahres bereitet sich aktuell auf das obligatorische Wochenfinale vor, das sich jeweils am Sonntag nach dem einwöchigen bewegungsintensiven Gemeinschaftsprojekt als krönender Abschluss etabliert hat.

Denn bei dieser Galaveranstaltung, zu der Mama und Papa, Oma und Opa und auch sonst alle Familienangehörigen oder Freunde gern willkommen sind, können die Nachwuchs-Zirkuskünstler voller Stolz präsentieren, welche Bewegungskünste sie sich im Laufe der fünf Tage mit viel Geduld, Konzentration und Kraft angeeignet haben – und als Belohnung dafür gibt es natürlich Eis und Zuckerwatte satt.

Teamgeist ist für die Darbietung enorm wichtig

Aber nicht nur das Ergebnis steht dabei im Vordergrund, besondere Beachtung sollte man auch dem Weg dahin schenken. Ähnlich wie bei einem Teambuilding-Seminar für Verwaltungs- oder Führungskräfte geht es hier um Gemeinschaft und Vertrauen. „Wenn das unterste Glied zusammenkracht, fällt die ganze Pyramide zusammen“, verdeutlicht Initiator Manuel Späth.

Gleichzeitig wird bei den Jung-Akrobaten der Gleichgewichtssinn gestärkt, und auch das Selbstbewusstsein wächst mit jedem Erfolgserlebnis.

Kindermitmachzirkus-Manager träumte schon in Kindheit von eigener Zirkuskarriere

Seit drei Jahren managt und arrangiert der 32-jährige Manuel Späth den Kindermitmachzirkus, der auf große Resonanz stößt. Durchschnittlich sind an jedem Wochenkurs etwa 20 Kinder am Start, einige davon sogar das dritte Mal in Folge.

Und wie kam es überhaupt dazu? Kurz zusammengefasst könnte man sagen: vom Sportler zum Zirkusdirektor. Der trainingsbegeisterte gelernte Hotelfachmann träumte seit seiner eigenen Kindheit von einer Zirkuskarriere – und hat sich diesen Traum mit harter Arbeit erfüllt.

Er absolvierte eine zweite Ausbildung als Artist und Clown in Potsdam, legte sich ein Zelt zu und startete – damals noch gemeinsam mit seinem Sandkastenfreund – das Sommerferienangebot.

Schönstes Erlebnis? Als Mädchen mit Gehbehinderung über das Drahtseil läuft

Und dies mit ganz viel Engagement, Herzblut und Feingefühl. Fragt man ihn nach seinem schönsten Erlebnis in dieser Zeit, hat er prompt die Antwort parat: „Ein Mädchen aus Glems, das es trotz Gehbehinderung geschafft hat, geführt über das Drahtseil zu laufen und im Netz zu schaukeln. Außerdem war sie total happy, als sie die Tauben tragen durfte.“

Das könnte dich auch interessieren: