Neuhausen Skepsis wegen Straßenbreite

Die Theodor-Heuss-Straße in Neuhausen wird ab Sommer saniert und zurückgebaut.
Die Theodor-Heuss-Straße in Neuhausen wird ab Sommer saniert und zurückgebaut. © Foto: Thomas Kiehl
CAROLA EISSLER 05.03.2015
Die Theodor-Heuss-Straße in Neuhausen wird ab Juli komplett saniert. Der Ortschaftsrat ist damit einverstanden, hegt aber Bedenken wegen der starken Fahrbahnverengung in der Sammelstraße.

In drei Bauabschnitten wird die Theodor-Heuss-Straße ab Juli saniert, im Dezember soll dann alles fertig sein. Die Querstraße zwischen Metzinger Straße und Bahnlinie fungiert in Neuhausen als Sammelstraße und ist deshalb stark frequentiert. Inzwischen ist nicht nur die Straße samt Gehwegen marode, auch Kanal und Trinkwasserleitung samt den dazugehörigen Hausanschlüssen müssen erneuert, Gasleitungen verlegt und auch Stromkabel erneuert werden. Der Straßenraum soll insgesamt aufgewertet, der Ausbau zudem behindertengerecht werden. Im Zuge der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Metzingen werden auch Flächen entsiegelt. Start der Arbeiten ist zwischen Metzinger Straße und Badstraße, die Baukolonne wandert dann sukzessive in Richtung Bahnlinie. Im vorderen Bereich an der alten B 28 wird auch die Bushaltestelle stadteinwärts neu gestaltet mit Pflanzbeet, hohen Bordsteinen und Sitzplätzen. Rund 420 000 Euro gibt die Stadt für die Straßensanierung aus, rund 270 000 für die Sanierung des Kanals. Der Anteil der Stadtwerke für die Sanierung der Wasserleitung beträgt 96 000 Euro.

Die Straße aus den 1960er Jahren ist noch recht breit, durchgehend 6,50 Meter. Zu breit für heutige Verhältnisse, weshalb die Straße im Zuge der Baumaßnahmen auch zurückgebaut, die Gehwege dagegen auf 1,50 bis zwei Meter verbreitert werden.

Wie Gerhard Linder vom Bauamt der Stadt Metzingen den Ortschaftsräten am Dienstagabend vortrug, wird die zukünftige Straße in weiten Teilen nur noch 5,50 Meter breit sein. Dies sei deshalb möglich, weil in der Straße kein Linienbusverkehr stattfindet.

Etliche Räte hegen Bedenken gegen die zukünftige Straßenbreite. Gerhard Fritz fragte, wieso nicht gleich Parkbuchten angelegt werden, dann sei die Parksituation klar. "Wenn links und rechts versetzt geparkt wird, dann kommt man mit dem Feuerwehrauto eben doch nicht mehr durch." Bereits jetzt, bei breiterer Fahrbahn, sei die Situation schwierig. Auch Friedemann Salzer ist skeptisch: "Ich bin ja grundsätzlich für einen Rückbau breiter Straßen. Aber zusätzliche 50 Zentimeter täten der Theodor-Heuss-Straße gut. Die Straße hat Sammelstraßen-Charakter und wir bauen jetzt eine zweite Badstraße." Sein Appell an die Stadt: "Gehen Sie nochmals in sich."

Linder sagte zu, die Entwicklung zu beobachten. Wenn es nicht funktioniere, könne man immer noch reagieren. Der Ortschaftsrat seinerseits wollte wegen dieser Bedenken nicht die ganze Planung gefährden und stimmte deshalb, am Schluss, dennoch zu.

Noch eine ganz andere Parkdebatte brachte Michael Bolz auf. Er kritisierte, dass eine Firma mit ihren Autos das ganze Gebiet zuparke und fragte den in der Sitzung anwesenden Heiko Gollmer vom Baurechtsamt, ob denn das überhaupt zulässig sei. Ist es, sagte Gollmer, sofern die Atos zugelassen und keine Lastwagen seien. "Da dürfen Sie so viele Autos abstellen wie sie wollen." Eine Antwort, die Bolz nicht zufriedenstellte. Er will sich nun beim Ordnungsamt melden "wenn die Sache in Zukunft mal wieder überhand nimmt".

Die Anwohner der Theodor-Heuss-Straße wurden bereits über die anstehenden Baumaßnahmen informiert. "Ohne Einschränkungen geht es freilich nicht", sagte Linder. Die Zufahrt zu einzelnen Grundstücken könne mitunter nicht immer gewährleistet werden. Jedoch werde man auch dann die Betroffenen nochmals informieren.