„Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne“ — so lautet eine von vielen Bauernregeln zum Siebenschläfertag am 27. Juni. Doch können wir uns auf diese Prognose verlassen? Und woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Was bedeutet die Bauernregel?

Es gibt zahlreiche Formulierungen der Bauernregel zum Siebenschläfertag. Sie alle sagen das gleiche aus: Das Wetter am Siebenschläfer bestimme das Wetter der folgenden sieben Wochen. Ist also der 27. Juni ein Regentag, dann werde es auch in den folgenden sieben Wochen tendenziell regnerisch.

Wie zuverlässig ist die Prognose?

Die Frage, ob diese Volksweisheit stimmt, lässt sich nur schwierig beantworten. Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Kalender offiziell geändert und zehn Tage gestrichen. Der eigentliche Termin des Siebenschläfertages wäre heute somit der 7. Juli sein. Generell kann man für wenige Tage jedoch eine gewisse Zuverlässigkeit der Regel bestätigen. Grund dafür ist, dass sich in diesem Zeitfenster oftmals eine stabile Wetterlage einstellt. Das liegt vor allem am Jetstream, einem Luftstrom in zehn Kilometern Höhe. Dieser stabilisiert sich um die Zeit des Siebenschläfertags herum und bestimmt dadurch das Wetter der folgenden Wochen. Der Luftstrom beeinflusst dabei vor allem das Wetter in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Heißt es am 27. Juni also „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass

Wie kam der Siebenschläfertag zu seinem Namen?

Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht dem Nagetier, dem Siebenschläfer, sondern einer christlichen Legende. Dieser zufolge retteten sich im Jahre 251 sieben Jünglinge vor der Christenverfolgung in eine Höhle bei Ephesus. Dort schliefen sie mit Gottes Hilfe 195 Jahre lang, bis sie von Hirten am 27. Juni im Jahr 446 aufgeweckt wurden und somit den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung bestätigten. Um ihrer zu gedenken, wurde der Siebenschläfertag ins Leben gerufen.